Von Gitter bis Sägezahn

5 ausgefallene Arten, wie man sich die Schuhe binden kann

Gerade oder über Kreuz - wir verraten die coolsten Schnürtechniken
Foto: dpa Picture Alliance

Schnürsenkel sind nicht nur zum Binden da, mit ein wenig Geduld und Fingerfertigkeit werden Sneaker und andere Schuhe zu richtigen Hinguckern. STYLEBOOK.de nimmt die besten Techniken unter die Lupe – für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis.

Wer braucht schon teure Accessoires oder komplizierte Beauty-Looks, wenn es so einfach sein kann seinem Outfit das gewisse Extra zu verleihen. Denn ein ziemlich cooles Fashion-Statement lässt sich auch mit Schnürsenkeln erschaffen. Zu oft werden diese nämlich vernachlässigt und einfach nur irgendwie durch die Ösen gezogen. Dabei kann sogar die einfachste Schnürung schon sehr effektvoll sein. Mit ein paar Handgriffen werden aus konventionellen Tretern also stilvolle It-Pieces. Wir haben die wichtigsten Techniken zum Schnürsenkel binden gesammelt.

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Für Anfänger

1. Der Klassiker

Es geht nichts über den Klassiker: Die Überkreuz-Schnürung. Wer ein Paar Chucks, Sneaker oder Trainingsschuhe aus dem Karton holt, wird fast immer diese einfache Art der Schnürung vorfinden. Denn: Sie bietet festen Halt, sieht ordentlich aus und lässt sich leicht lösen, um besser in den Schuh zu kommen.

Und so funktioniert’s:

Den Schnürsenkel von außen nach innen durch die untersten Ösen fädeln. Beide Enden auf die gleiche Länge ziehen und einfach überkreuzen. Dann wieder das Bändel jeweils von oben durch die nächsten Ösen fädeln. Wer hier noch etwas präziser arbeiten will, achtet darauf, dass die von links kommenden Schnüre immer oben liegen.

Streetstyle Converse Chucks

Der Klassiker unter den Schnürtechniken: einfach über Kreuz gelegte Schnürsenkel
Foto: Getty Images

Wer bei der einfachen Schnürung bleiben will, sollte über farbige oder gemusterte Schnürsenkel nachdenken um den Look spannender zu machen. Auch in sich geflochten oder mit angesagtem Metallic-Finish kommen die Schnüre gut zur Geltung. Basic muss nicht boring sein.

2. Die gerade Schnürung:

Auch die gerade Schnürung ist weit verbreitet – besonders bei Schnürschuhen oder Anzugschuhen. Aber auch Skater nutzen diese Technik gerne für ihre Sneaker. Der gerade Verlauf des Schnürsenkels wirkt modern und lenkt nicht von möglichen Details des Schuhs ab. Zusätzlich lässt sie sich nicht nur mit glatten Schnürsenkeln, sondern auch mit abgerundeten Schnüren realisieren.

So funktioniert’s:

Der Schnürsenkel wird von außen nach innen gleich lang durchgeführt. Mit den Schnürsenkeln wird dann abwechselnd gefädelt. Der Linke überspringt ein Loch und wird von innen nach außen gefädelt. Der Rechte wird durch das nächstfolgende Loch gezogen und dann gerade ins gegenüberliegende Loch gesteckt. Die Enden können nach dem Einfädeln auf die richtige Länge justiert werden.

 

Für Fortgeschrittene

1. Die Sägezahnschnürung:

Wer die Anfänger-Schnürungen bereits zur Genüge beherrscht, sollte sich an einem Remix probieren: der Sägezahnschnürung. Die ist nämlich eine Mischung aus gerade und über Kreuz und in jedem Fall etwas für Detailverliebte. Dieser Style sieht besonders bei Sneakern gut aus und kommt am besten mit farblich kontrastierenden Schnürsenkeln zur Geltung.

So funktioniert’s:

Die Senkelenden werden von außen nach innen durch die ersten Ösen gefädelt. Ab hier kann jede Seite der Einfachheit halber einzeln gefädelt werden. Wir starten mit rechts: Der rechte Senkel wird von unten zuerst zur nächsten Öse (ebenfalls auf der rechten Seite) geführt. Dann wird er gerade auf die gegenüberliegende Seite gezogen. Jetzt zurück zur rechten Seite und dabei ein Loch überspringen. Wieder gerade rüber und im selben Rhythmus bis nach oben. Der linke Senkel wird sofort auf die rechte Seite geführt und überspringt dabei ein Loch. Von hier geht er gerade zurück auf die linke Seite. So wird er bis zum vorletzten Loch nach oben gezogen. Als letztes wird er auf der linken Seite noch einmal um ein Loch nach oben geführt.

 

2. Die Rautenschnürung:

Weniger ist mehr gilt bei der Rautenschnürung. Sie ist genau das richtige für Minimalisten, die auf ein reduziertes Design zurückgreifen wollen, ohne dabei langweilig zu wirken. Hier werden die Schnürsenkel in besonders weiten Abständen überkreuzt, bieten aber dennoch guten Halt. Für stilvolle Brogues oder völlig schnörkellose Sneaker also bestens geeignet.

So funktioniert’s:

Auch hier wird gerade mit dem ersten Ösenpaar gestartet und von innen nach außen geführt. Auf die gleiche Länge bringen und jeweils über Kreuz zur vierten Öse ziehen (also zwei Ösen frei lassen). Von hier aus jeweils den Senkel von unten zur dritten Öse führen. Die Senkel kreuzen und wieder zwei Ösen auslassen und die Führung wiederholen. Für die letzten Ösen die Schuhbändel unbedingt von innen nach außen führen.

Extra-Tipp: Für die Rautenschnürung werden mindestens sechs Ösen benötigt. Hat der Schuh mehr Ösen, können auch einzelne Löcher ausgelassen werden.

 

Für Profis

Die Gitterschnürung:

Wie man mit Schnürsenkeln mal richtig angeben kann? Wenn man sich an die Gitterschnürung wagt! Die wirkt auf den Betrachter schon so kompliziert, dass neidische Blicke für dieses kleine Kunstwerk garantiert sind. Wer die Gitterschnürung beherrscht, der kann sie getrost bei jedem passenden Schuh anwenden…

So funktioniert’s (Achtung, es handelt sich hierbei um die erste Anleitung im Video):

Wie immer mit dem ersten Ösenpaar beginnen und die Senkel von innen nach außen führen. Wie auch bei der Sägezahnschnürung kann erst die rechte, dann die linke Seite gefädelt werden. Die rechte Seite zur vierten Öse auf der gegenüberliegenden Seite von außen nach innen ziehen. Danach wird auf der gleichen Seite innen zur fünften Öse gefädelt, so dass das Band wieder außen ist. Der Schuhsenkel wird jetzt wieder runter geführt zur zweiten Öse der gegenüberliegenden Seite, innen weiter zum nächsten Loch und wieder hoch zur sechsten Öse auf der gegenüberliegenden Seite. Das gleiche wird einfach mit der linken Seite wiederholt. 

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