20-Jährige wollen aussehen wie in den Wechseljahren

Was verbirgt sich hinter dem Styling-Trend „Menocore“?

Wenn junge Frauen Rentner-Mode tragen – also Gehröcke in gedeckten Farben, lockere Leinenhemden, flache Sandalen und Fischerhut – ist das „Menocore“. STYLEBOOK.de erklärt, was hinter dem wohl mühelosesten Styling-Trend der vergangenen Jahre steckt.

Streetstyle Frauen

Unförmige Kleidung und viel Beige – junge Frauen kleiden sich jetzt am liebsten wie Ü50-Jährige, Stilvorbild: Diane Keaton. Der Modetrend nennt sich „Menocore“ und wurde von der New Yorker Kultbloggerin Leandra Medine („Man Repeller“, dt.: Männerschreck) ins Leben gerufen
Foto: Getty Images

Alt macht auf jung, jung macht auf alt – die Mode spielt verrückt. Nachdem die Müttergeneration damit begonnen hat, wieder auf Teenager-Looks abzufahren – in trendy Sneakern, ultraknappen Miniröcken und bunt bedruckten Shirts das Lifestyle-Phänomen „Beenager“ auszuleben –, drehen die Jüngeren den Spieß jetzt einfach um: „Menocore“ heißt der unaufgeregte Fashion-Trend, für den Frauen jenseits der 50 als Vorbild dienen. Willkommen in den Wechseljahren!

The aftermath 🏢🔊🗯

A post shared by Larissa Hofmann (@larryhofmann) on

Sexy Looks, die die Kurven betonen. Hippe Kombinationen, mit denen man nur in Metropolen wie New York oder Berlin nicht auffällt. Geht frau nach „Menocore“, dann hat all das ausgedient! Die Damenwelt mag es neuerdings gemütlich, trägt Culottes oder knielange Pyjamahosen, sanft fallende Leinenblusen und -hemden, flache Sandalen oder Loafer. Der Trend setzt auf gedeckte Erdtöne oder komplett auf schlichtes Weiß, gerne kombiniert mit beigefarbenen Fischerhüten. Dabei ist die Bezeichnung „Menocore“ als Kombination aus Menopause und Normcore zu verstehen, wobei letzteres eine vorangegangene Bewegung beschreibt, bei der bewusst auf Modetrends gepfiffen wurde.

Hier für den STYLEBOOK-Newsletter anmelden!

Definiert und benannt haben „Menocore“ die Autorinnen des New Yorker Fashion-Blogs „Man Repeller“: Leandra Medine (28), Harling Ross und Amelia Diamond – alle unter 30 – hatten immer öfter das Bedürfnis sich so zu kleiden „wie eine Frau mittleren Alters beim entspannten Strandurlaub“, also in kuschelige Pullis oder lässige, ungebügelte Hemden und Hosen, die aussehen wie die „einer Masseurin im Ruhestand“ – so bezeichnet es Medine selbst. Schnell war der wohl müheloseste Stylingtrend der vergangenen Jahre geboren, den nach einhelliger Meinung allen voran Schauspielerin Diane Keaton (71) im Liebesfilm „Was das Herz begehrt“ (2004) verkörpert. Und er setzt sich durch!

Jack Nicholson und Diane Keaton

Jack Nicholson und Diane Keaton in „Was das Herz begehrt“. Wer hätte gedacht, dass die weibliche Hauptfigur 13 Jahre später zum Styling-Vorbild wird?!
Foto: dpa Picture Alliance

Mehr als ein Modetrend

Ob auf dem roten Teppich, in den internationalen Stadtzentren oder Parks: Fashionistas aus aller Welt schlüpfen in Klamotten, die man vorher nur an Frauen jenseits der 50 vermutet hätte. Und genau das ist es auch, was „Man Repeller“-Autorin Ross an „Menocore“ besonders schätzt: „Dass die Bewegung einer Altersgruppe huldigt, die viel zu lange von der Modeindustrie ignoriert wurde.“

@amilli0naire's summer aesthetic is Nancy Meyer's couch. #MROfficeApropos

A post shared by Man Repeller (@manrepeller) on

Wir sind auch auf Instagram: stylebook_de – hier folgen!

Themen