Emanzipierter Modeklassiker

Wissen Sie, wie die Marlenehose zu ihrem Namen kam?

Frau mit Marlenehose
Da Marlenhosen eher maskulin sind, wirken feminine Oberteile als Stilbruch besonders gut zur Hosenform
Foto: Getty Images

Elegant, ein echter Figurschmeichler – und obendrein auch ein noch ein echtes Stück Modegeschichte Made in Germany: Die Marlene ist bis heute ein zeitloser Klassiker unter den Hosen. Und sie erzählt davon, wie die Namensgeberin, die deutsche Filmikone Marlene Dietrich, die einstige Männerhose für Frauen in den 1930er-Jahren tragbar machte.

Was zeichnet die Marlenehose aus?

Der typische Schnitt der Marlene-Hose zeichnet sich durch den hohen Taillenbund, die locker geschnittenen Beine mit großer Fußweite sowie eine Bundfalte aus. Im Gegensatz zu ähnlichen weite Hosen ist dieses Model weniger leger, dafür aber eleganter im Schnitt.

Frau mit weißer Bluse und schwarzer Marlenehose

Die Marlenehose ist ein echter Klassiker und lässt sich als Abwandlung der Herren-Anzughose besonders elegant mit Seidenblusen und einem Blazer stylen
Foto: Getty Images

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Endlos-Beine mit Marlenehose

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Woher kommt die Marlenhose?

Die Geschichte der Marlene reicht in die 1930er Jahre zurück – und auf die deutsche Schauspielerin Marlene Dietrich, deren Name die Hose heute noch trägt. Als Superstar des Hollywood-Kinos in den „Goldenen Zwanzigern“ trug Dietrich Hosen, die wie Anzughosen geschnitten waren. In den 1930er Jahren sorgte sie damit für Aufsehen: Dass eine Frau sich diesen bisher Männern vorbehaltenen Stil aneignete und den herben Charme der Anzughose mit femininer Eleganz verknüpfte, war ebenso neu wie provokant.

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Marlene Dietrich

Die deutsche Filmikone und spätere Hollywood-Ikone Marlene Dietrich (hier, ca. 1941) machte die Männerhose mit den weiten Beinen als Frauenhose populär
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Das unterscheidet die Marlene von anderen weiten Schnitten

Die Palazzo-Hose, die sich vor allem im Sommer großer Beliebtheit erfreut, ist gewissermaßen der lässige Vertreter der Marlene. Wo diese in Anlehnung an die Anzughose aus festeren Stoffen gearbeitet wird, sind die Materialien der Palazzo-Hose luftig, weich und fließend.

Von der ebenso weit geschnittenen Culotte unterscheidet sich die Marlene hingegen durch ihre Länge. Endet die Culotte auf Hälfte der Wade oder spätestens knapp oberhalb des Knöchels, reicht der Saum der Marlene beinahe bis zum Boden. Flache Schuhe werden dadurch nahezu vollständig versteckt – und auch hohes Schuhwerk macht sich nur bemerkbar, wenn beim Laufen Absatz oder Schuhspitze unter dem Saum hervorblitzen.

Herzogin Meghan

Auch Herzogin Meghan trägt gerne Marlenehose. Allerdings sind diese einen Ticken zu lang.
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Wem steht die Marlene-Hose?

Dank ihrer weiten Form steht die Marlene nicht nur schlanken Frauen, sondern auch allen, die üppige Oberschenkel kaschieren oder den Blick von einem flachen oder auch größeren Po ablenken möchten. Frauen mit kurzen Beinen kombinieren die Marlene indes einfach mit Pumps: Da die Absätze unter dem langen Saum nicht auf den ersten Blick zu erkennen sind, verlängert das Ensemble optisch die Beine.

Der hohe Bund rückt zugleich aber auch die Taille in den Fokus. Dadurch bietet diese Hose Gelegenheit, die schmale Körpermitte zu betonen. Ist die Taille allerdings nicht besonders ausgeprägt oder sind auch einfach die Hüften im Vergleich zu den Schultern sehr schmal, fällt das umso rascher ins Auge – dann wirkt der Oberkörper im Vergleich zu den optisch verlängerten Beinen eher gestaucht.

Hinzu kommt, dass sich unter dem hohen Bund auch ein kleiner Bauch deutlicher abzeichnet. Um diese Betonung an zu umgehen, ist es ratsam, anstelle einer Marlene in hellen Farben eine klassische schwarze Version ohne aufgesetzte Zierknöpfe zu wählen: Diese verkleinert den Bauch optisch wieder ein wenig.