Neue Heidi-Klum-Show im Check

5 Gründe, warum „Making the Cut“ so erfrischend anders ist

Tim Gunn, Chiara Ferragni, Heidi Klum
Bei „Making The Cut“ wurden keine Kosten gescheut: Der Gewinner bekommt 1 Million Euro, die Jury ist mit Stars der Branche wie Chiara Ferragni (M.) besetzt. Heidi Klum und Tim Gunn sind die Aushängeschilder der Show.
Foto: Amazon Studios

Während die nunmehr 15. Staffel von „Germany's next Topmodel“ über die TV-Bildschirme flimmert und an Ereignislosigkeit kaum zu überbieten ist, kommt Heidi Klum bereits mit einem weiteren Castingshow-Konzept um die Ecke: „Making The Cut.“ Und das ist – wider Erwarten – erstaunlich sehenswert! 5 Gründe, warum wir diesem Format eine Chance geben sollten.

Zugegeben: Im ersten Moment spricht vieles dafür, dass „Making The Cut“ nur eine weitere von vielen Mode-Castingshows ist. Der Plot: 12 Modedesigner wollen den ganz großen Durchbruch schaffen und designen deshalb Woche für Woche um die Wette. Am Ende entscheidet Heidi Klum mit dem Satz „you’re making the cut“ bzw. „you’re not making the cut“ über Sein und Nichtsein in der Show – der GNTM-Vergleich liegt also nahe. Trotzdem sind die ersten beiden Folgen der gerade auf Amazon Prime Video gestarteten Serie äußerst vielversprechend.

Heidi Klum, naomi Campell

Bei „Making The Cut“ sind gleich zwei Supermodels am Start: Heidi Klum (l.) und Naomi Campbell
Foto: Amazon Studios

1. Das etwas andere Konzept

Mit „Project Runway“ und „Germany’s next Topmodel“ hat Heidi Klum bereits zwei große Mode-Castingshows in ihrer Vita. „Making The Cut“ setzt nicht nur auf Show, sondern zusätzlich auf eine Verknüpfung zwischen TV-Erlebnis und Online Shopping. Heißt: In der Show müssen die Kandidaten Woche für Woche zwei Entwürfe zu einem bestimmten Thema präsentieren – einen „Runway Look“ und einen „Sellable Style“, also ein tragbares Outfit, das sich auch im Handel wiederfinden könnte. Nach jeder Wochen-Challenge werden daraus ein bis zwei Gewinner-Styles gekürt, die es dann direkt bei Amazon zu kaufen gibt.

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An sich ein spannendes Konzept, die Sache hat aber einen nervigen Haken: Durch das Shopping-Feature wird man schnell gespoilert, im Shop sind vorab alle Outfits der bereits ausgestrahlten Folgen zu sehen. Wer also jetzt erst mit Folge eins startet, sollte besser noch keinen Blick in den Shop werfen – sonst ist von vornherein klar, wer die ersten Wochenaufgaben für sich entscheiden kann.

Model auf dem Laufsteg

Die Ergebnisse der Wochen-Challenge werden in aufwändigen Shows inszeniert
Foto: Amazon Studios

2. Weniger Drama, mehr Mode

Ein Faktor, der hingegen extrem angenehm ist: In der Show wird – anders als in anderen Klum-Formaten – nicht einfach der nächste Influencer gesucht, der nur irgendwie den Sprung ins Rampenlicht schaffen möchte. Es geht zwar um einen attraktiven Gewinn – eine eigene Brand und ein Preisgeld von einer Million Euro (!) – aber vor allem geht es um eins: Mode.

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Die Kandidaten werden in der Sendung auf ihrem Weg von der Inspriration bis hin zur Laufstegshow begleitet, Stoffauswahl und Schnittdirektion inklusive. Es steht tatsächlich die Modekreation im Vordergrund und nicht etwa das Drama. Das gibt „Making The Cut“ einen authentischen Touch und einen Mehrwert gegenüber dem altbekannten, oberflächlichen Castingshow-Konzept. 

3. Vielfältige, qualifizierte Kandidaten

Bei den Show-Teilnehmern handelt es sich nicht um Neulinge in der Modebranche, sondern um eine ausgesuchte Gruppe bereits aktiver Designer mit teils beeindruckenden Lebensläufen: Jobs für hochkarätige Designer wie Oscar de la Renta, eine Ausbildung an der Modeschule Parsons in New York, eigene Shows auf den Fashion Weeks dieser Welt – derartige Projekte haben einige der Kandidaten bereits hinter sich. Die Entwürfe fallen dementsprechend hochkarätig aus, man merkt, dass die Teilnehmer wissen, was sie tun.

Making The Cut Kandidaten

Bei einer Laufstegshow in Paris präsentieren die Kandidaten ihre Entwürfe
Foto: Amazon Studios

Neu ist außerdem, dass die Teilnehmer aus verschiedenen Nationen kommen. Es wird nicht speziell nach „Germany’s“ oder „America’s next Fashion-Star“ gesucht, es sind auch Teilnehmer aus Belgien, Italien und Shanghai mit dabei – eine vielversprechende Mischung.

4. Keine weitere Heidi-Show

Heidi Klum mag zwar das Aushängeschild von „Making The Cut“ sein, letztlich ist ihre Rolle aber gar nicht mal so groß. Sie ist lediglich Teil einer fünfköpfigen Jury, spielt insgesamt eher eine Nebenrolle und überlässt ihrem Co-Moderator Tim Gunn den Vortritt. Für das amerikanische Format „Project Runway“ stand der Star-Modeberater bereits jahrelang mit der Model-Mama vor der Kamera, jetzt übernimmt er bei „Making The Cut“ die Mentoren-Rolle – für die er mit seinem praktischen Fashion-Know-How mehr als geeignet ist.

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Anders als Heidi es jahrelang bei GNTM gemacht hat, spielt sich der „Making The Cut“-Mentor nicht in den Vordergrund, sondern unterstützt die Jung-Designer mit konstruktiver Kritik und steht ihnen mit seiner strengen, aber ehrlichen Art zur Seite, statt sie vorzuführen – ein bisschen so wie Wolfgang Joop, als er noch GNTM-Jury-Mitglied war.

5. Hochkarätige Jury

Nicht nur der Mentor für die Show ist gut gewählt, auch die Jury an sich ist bisher hochkarätig besetzt. So galt es in Folge eins und zwei nicht nur Heidi zu überzeugen, auch Designer Joseph Altuzarra, Ex-Chefredakteurin der französischen Vogue Carine Roitfeld, Nicole Richie und Supermodel Naomi Campbell waren mit von der Partie. Vor allem letztere sorgte mit ihren bissigen Kommentaren für den nötigen Unterhaltungswert, sie alle bereicherten die Show aber mit ihrem beeindruckenden Fashion-Background.

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Heidi Klum, Joseph Altuzarra, Carine Roitfeld und Supermodel Naomi Campbell

Die Jury ist definitiv ein Grund um einzuschalten: (v.l.n.r.) Heidi Klum, Joseph Altuzarra, Carine Roitfeld, Nicole Richie und Supermodel Naomi Campbell
Foto: Amazon Studios

In Folge drei nimmt die Qualität der Jury-Mitglieder nicht ab, im Gegenteil: Fashion-Bloggerin und Modeunternehmerin Chiara Ferragni wird auf einem der Jury-Stühle Platz nehmen – auf jeden Fall ein Grund, wieder einzuschalten!