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Nachgefragt bei Expert*innen

Glitzersteine und anderer Zahnschmuck – Methode, Kosten und Risiken

Zahnschmuck – Kosten, Pflegt, Risiken
Supermodel Adwoa Aboah trägt ein Chanel-Zeichen auf ihrem linken SchneidezahnFoto: Getty Images

Zahnschmuck in Form von Stickern und Kristallen waren in den frühen 2000ern das Ding schlechthin. Jetzt feiern sie ihr Comeback. Wie wird der Zahnschmuck angebracht – und was muss man beachten? Zwei Expert*innen haben uns die wichtigsten Fragen beantwortet.

Anders als Grillz, die metallischen Kappen, die sich Rapper gerne über die Zähne stülpen, werden die Sticker und Steinchen einfach auf den Zahn geklebt. Das geht relativ schnell und schmerzfrei, die Kosten für den Zahnschmuck halten sich im Rahmen. Wie die Behandlung verläuft erklärt uns Dr.-medic stom (RO) Diana Svoboda, ärztliche Leiterin der diPura Fachklinik für Zahnästhetik und Implantologie in Essen.

Wie wird der Zahnschmuck angebracht?

„Für die Anbringung muss die Zahnsubstanz, auf die das Steinchen gesetzt werden soll, zunächst gereinigt werden“, erklärt Dr. Svoboda. Anschließend werde die Stelle mit einer speziellen Säure angeätzt, bevor das Steinchen mit einem dünnflüssigen Kleber angebracht wird. Dies sei laut der Zahnärztin ähnlich dem Anbringen von Brackets. Das Ergebnis soll mehrere Monate bis Jahre halten. Der Schmuck kann, wenn er nicht mehr gefällt, mit einem „Scaler“, einem scharfen Handinstrument, das in der Zahnmedizin auch bei der Prophylaxe verwendet wird, entfernt werden. Klebereste werden daraufhin wegpoliert, damit der Zahn wieder aussieht wie ursprünglich.

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Wie hoch sind die Kosten für Zahnschmuck?

Wie viel die glitzernden Steinchen und Sticker kosten, hängt davon ab, welche Art Zahnschmuck man wählt. „Von Swarovskisteinchen bis zum Brilli sind die Preisunterschiede mitunter groß. Daher können die Kosten stark variieren – mit 50 Euro aufwärts, inklusive Anbringung ist aber schon zu rechnen“, erklärt die Fachärztin. Sie weist zudem darauf hin, dass die Krankenkassen die Kosten für die Zahnsteinchen nicht übernehmen, da es sich um eine rein ästhetische Behandlung handelt.

Gibt es gesundheitliche Risiken?

Ernsthafte gesundheitliche Risiken beständen laut Dr. Svoboda nicht. Voraussetzung dafür sei jedoch eine gute Zahnhygiene. „Ähnlich wie bei den Brackets kann sich Plaque rund um den Zahnschmuck bilden, wenn man nicht gründlich genug reinigt. Dabei wird auch Säure abgegeben und es kann zu Schädigungen der Zahnsubstanz kommen“, erklärt die Zahnärztin. Nach Entfernung der Steinchen bliebe dann ein sichtbarer Rand zurück. Eine besonders sorgfältige Pflege sowie regelmäßige professionelle Zahnreinigungen seien deshalb unabdingbar, um Plaque und die Entstehung von Karies zu verhindern.

Doch es gibt auch kritischere Stimmen: In der Zahnklinik Ost in Berlin rät man von unnötigen Manipulationen am Zahn ab. STYLEBOOK sprach mit einem hier tätigen Zahnmediziner, der nicht glaubt, dass man die besagten Stellen wieder in ihren Urzustand versetzen kann. „Alleine schon durch das Ansätzen der Oberfläche, aber auch wegen etwaiger Kunststoffrückstände, kann es gut sein, dass die Farbe des Zahnschmelzes hier nicht mehr mit der der natürlichen Zahnfarbe übereinstimmt“, gibt er zu bedenken. Dass der Schmuck dem Zahnfleisch schadet, glaubt der Berliner Zahnarzt hingegen nicht. Die Steine werden weiter unten angesetzt, so dass die Mundschleimhaut nicht betroffen ist. Ebenso brauche man ein Abplatzen des Zahnschmelzes nicht zu befürchten. Wichtig sei aber in jedem Fall die richtige Hygiene.

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Welcher Zahnschmuck ist momentan angesagt?

Während in den 90ern und 2000ern insbesondere kleine Kristalle die Zähne schmückten, sind es heute zunehmend Markenlogos und große Symbole. Klein und fein war einmal, heute muss es auffallen.

Diesen Eindruck bestätigt auch Dr. Svoboda. „Beim Zahnschmuck sind derzeit vor allem Dazzlers, Skyces und Twinkels gefragt. Bei den Dazzlers handelt es sich um eine Goldfolie oder Formen, wie z. B. Herzchen, die man dauerhaft auf die Zähne klebt. Unter Skyces versteht man kleine Kristallsteinchen oder sogar Diamanten mit verspiegelter Rückseite, die einen Lichtreflex erzeugen. Die Twinkels sind die teuerste Variante, denn hierfür wird 24-karätiges Gold oder Weißgold verwendet.“

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Zahnschmuck-Fazit: Keine Kosten scheuen und lieber vom Profi machen lassen

Von DIY-Kits, die es im Drogeriehandel gibt, sollte man die Finger lassen – darüber sind sich alle befragten Expert*innen einig. Denn die Kleber könnten minderwertig sein, als Rückstände auf dem Zahn verbleiben und/oder tatsächlich viel länger halten als gewünscht. Zum Entfernen des Zahnschmucks können so weit höhere Kosten anfallen, als eingeplant. Zudem sollte ein Profi die Zahnqualität vor etwaigen Verzierungsmaßnahmen medizinisch überprüfen. Gravierende Gesundheitsschäden durch Zahnschmuck drohen nicht, sofern man sich an Profis wendet. Im schlimmsten Fall kann es sein, dass die gewünschte Verschönerung unschöne Spuren hinterlässt.

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