Schlank, aber nicht fest

„Skinny Fat“ – was dahintersteckt und was hilft

Frau mit Skinny Fat
Optisch schlank, aber trotzdem kein rundum definierter Körper: Vom Phänomen „Skinny Fat“ sind viele Frauen betroffen
Foto: Getty Images

Der Begriff „Skinny fat“ beschreibt das Phänomen, das viele Frauen kennen dürften: Trotz schlanker Figur sammeln sich an bestimmten Stellen kleine Fettpölsterchen, die schlaff und ohne Spannkraft sind. STYLEBOOK spricht mit einer Expertin über die Ursachen und erklärt, was dagegen hilft.

Für den perfekten Body auf vieles verzichten und sich an strenge Diäten halten, kann dazu führen, dass man optisch dünner wird. Dabei gibt es allerdings nicht wenige Frauen, bei denen der Körperfettanteil gleichzeitig erstaunlich hoch bleibt und bestimmte Körperregionen nicht auf die Diät anspringen. Tatsächlich könnte in diesem Fall ausgerechnet die Abnehmkur zum Phänomen „Skinny Fat“ (z.Dt.: „dünnes Fett“) beitragen.

Probleme durch „Skinny Fat“

 Dünn zu sein sei demnach kein Indikator für Gesundheit und Fitness, weiß die Expertin. Vor allem an Gesäß, Bauch und Oberschenkeln sammelt sich das weiche Fettgewebe, auch Cellulite zeigt sich bei vielen Betroffenen in Form kleiner Dellen.

„Skinny Fat“ ist per se nicht gesundheitsschädlich, trägt aber auch nicht zu einem fitten Körper bei, schließlich braucht der Mensch Muskeln für eine gute, schmerzfreie Körperhaltung. Nicht zuletzt beugt eine stabile Rückenmuskulatur Bandscheibenproblemen vor, starke Oberschenkelmuskeln schützen die Knie.

Auch interessant: Lipödem – Ursachen, Behandlung, OP-Kosten 

Ein paar Kilo mehr sind nicht gesundheitsschädlich

„Ein paar Kilo mehr sind nicht schlimm, vielmehr kommt es auf eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung an“, erklärt Østergaard. Entsprechend seien normalgewichtige Frauen oft besser trainiert und hätten sogar einen gesünderen Körperfettanteil und günstigere Blutwerte als sehr schlanke Frauen mit ‚Skinny Fat“-Anteilen.

Ursachen von „Skinny Fat“

Vor allem harte Crash-Diäten können zu „Skinny Fat“ führen: Wenn der Körper sehr schnell an Gewicht verliert, bauen sich als erstes die Muskeln ab. Selbst beim Sport – laut Østergaard übrigens das A und O für einen gesunden Körper – kann man entsprechend einiges falsch machen. So wird beim Joggen oder Spinning viel Fett verbrannt. „Zu einem umfassenden Trainingsprogramm gehören aber vor allem Muskelaufbauübungen, die oft vernachlässigt werden“, weiß die Expertin.

Auch interessant: »Diese Fehler rund ums Training erlebe ich häufig bei Frauen

3 Tipps gegen „Skinny Fat“

1. Ausgewogene Ernährung!

Østergaard rät zu einer ausgewogenen Ernährung: „Es ist schon lange keine Überraschung mehr, dass eine ausgewogene Ernährung essentiell für die Gesundheit ist.“ Speisen mit „versteckten Zuckern“ wie Weißbrot oder Fertiggerichte sowie Frittiertes fördern hingegen die Fetteinlagerung. Die Trainerin rät daher zu einer ausgewogenen Ernährung ohne Fast Food. Dafür seien ein Teil Gemüse, ein Teil Proteine – ob pflanzlich oder tierisch – und ein Teil Kohlenhydrate die ideale Basis.

2. Weniger Stress beim Essen!

Hungern ist keine Lösung: Aus Schock und um Reserven für schlechtere Zeiten zu horten, setzt der Körper Fettpölsterchen an. Achten Sie daher auf eine gesunde, idealerweise eiweißreiche Ernährung – Proteine sind von großer Bedeutung, um Muskeln aufzubauen und zu versorgen. Die Fitness-Expertin rät, mehr nach Intuition und Vernunft zu essen. Wichtig sei es, ohne Zwang zu essen. Wer gerne frühstückt, der soll das machen. Wer am Morgen keinen Hunger hat, soll sich das Essen nicht reinzwängen. „Je weniger man vorgeschrieben bekommt, umso entspannter wird das Verhalten gegenüber dem Essen“, erklärt Micha Østergaard. Wir alle seien gestresst vom Essen und auch das könne zu „Skinny Fat“ führen.

3. Kombinieren Sie Cardio und Kraftsport!

„Jeder Mensch sollte mindestens zwei Mal pro Woche Sport treiben“, rät Østergaard. Wichtig sei dabei die Kombination aus Cardio und Kraftsport.„Frauen sollten auf keinen Fall nur Cardio machen. Dabei geht es auch nicht ums Abnehmen, sondern um die Steigerung der allgemeinen Gesundheit. Wer 30 Minuten Joggen kann, der lebt gesünder und ist fitter.“ Kraftsport, egal ob mit Gewichten oder dem eigenen Körpergewicht, sei auch für Frauen wichtig, um den Körper zu kräftigen. „Skinny Fat“ werde dann von ganz alleine verschwinden, weiß die Expertin.