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STYLEBOOK machte den Test

Ich habe die Perioden-Unterwäsche getestet – und so war’s!

Tschüss Tampon, bye bye Binde! Nach USA und Australien gibt es jetzt auch deutsche Anbieter für Periodenunterwäsche. Das Versprechen: nachhaltige und auslaufsichere Pantys, die so gemütlich sind, dass sie einen glatt vergessen lassen, welche Tage eigentlich gerade sind. STYLEBOOK wollte wissen, wie sich das anfühlt und hat die „magischen Schlüpfer“ von „ooia“ getestet.

Nachdem vor einigen Jahren publik wurde, dass ein Großteil der Tampons mit Schadstoffen und Pestiziden belastet sein soll, suchten immer mehr Frauen nach Alternativen zu den gesundheitlich fragwürdigen und zudem noch extrem umweltunfreundlichen „Chemie-Keulen.“ Immerhin verbraucht eine Frau laut dem „National Center for Health Research“  durchschnittlich 12.000 Stück in ihrem Leben, das sind pro Jahr 45 Milliarden weggeworfene Binden und Tampons. Als Alternative kam zunächst die Menstruations-Tasse ins Spiel – ein Produkt, dessen Erfolg seit nunmehr drei Jahren anhält, auch wenn die etwas umständliche und gewöhnungsbedürftige Handhabung nicht für jeden etwas ist.

Ende vergangenen Jahres kam mit „ooshi“ (seit Juni 2020 heißen sie „ooia“) dann die erste Perioden-Unterwäsche auf den deutschen Markt, die durch die Vox-Show „Die Höhle der Löwen“ auch einem breiten Publikum bekannt wurde. In der Show konnten die Gründerinnen Kati Ernst und Kristine Zeller zwar Investorin Judith Williams von ihrer Idee überzeugen, zu einem Deal kam es allerdings nicht. Trotzdem: Mit „Ooia“ geht es weiter. Aber wie funktioniert der Wunder-Schlüppi überhaupt und kann er wirklich halten, was er verspricht?

Periodenunterwäsche
In ihrem Leben muss eine Frau 14.000 Mal die Binde oder den Tampon wechseln – dank der Periodenunterwäsche wird das überflüssig Foto: ooshi und Rok Trzan

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Fast ein ganz normaler Schlüpfer

Auf den ersten Blick könnte man meinen, man habe es mit einem ganz normalen, schwarzen Schlüpfer zu tun. Allerdings einer, der im Schritt etwas dicker und weicher – fast schon flauschig – ist als normalerweise. Dieser verstärkte Schritt soll 15 Milliliter aufnehmen können, was der Saugkraft von zwei bis drei Tampons entspricht. Bleibt die Frage: Wird es nicht irgendwann unangenehm feucht im Schritt und fängt das Höschen womöglich an zu müffeln? Tatsächlich bin ich überrascht: Die oberste Stoffschicht bleibt über Stunden angenehm trocken, nichts riecht unangenehm und das Höschen fühlt sich nicht wie eine Windel an. Abends wird der Slip einfach einmal kalt ausgespült und anschließend bei 40 Grad in die Maschine gesteckt – ohne Extra-Müll und Wechsel-Stress.

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Wenn auf Reisen keine Toilette in Sicht ist …

Ich habe den Perioden-Slip auch mit auf Reisen genommen und erst im Nachhinein wurde mir klar, dass er so ziemlich das praktischste Accessoire für unterwegs ist, das man sich vorstellen kann. Denn manchmal ist einfach keine Toilette in Sicht oder mit denjenigen, die sich anbieten, will man nicht länger als nötig etwas zu tun haben. Ich war sogar einen Tag auf einem Boot unterwegs – hier war der Schlüpfer meine Rettung! Und er hat noch einen entscheiden Vorteil: Meldet der Kalender, dass die Periode bald losgeht, schlüpft man einfach prophylaktisch hinein und ist auf der sicheren Seite.

Und wie sieht es mit den Nachteilen aus?

Und schließlich ist der Preis von knapp 40 Euro pro Stück nicht ganz ohne, zumal man mindestens zwei, besser vier davon braucht. Die beiden Gründerinnen erklären das so: „Wir haben sehr lange daran gefeilt, ein eigenes Membran-System zu entwickeln, das ohne Nano-Partikel auskommt, auf Naturmaterialien setzt, einzig Merinowolle an die Haut lässt und dennoch bakterienhemmend und flüssigkeitsableitend ist. Außerdem werden alle Pantys in Portugal in einer GOTS zertifizierten Produktionsstätte genäht.“


Animation: ooia und Rok TrzanFoto: ooshi

Fazit

Perioden-Slips sind wahre Luxus-Höschen – in mehrfacher Hinsicht. Angesichts der Tatsache, dass sich mit den Dingern richtig viel Müll vermeiden lässt, besetzen sie ab jetzt einen festen Platz im „Menstruations-Kit“. Übrigens soll jeder Schlüpfer, den es auch als String gibt, laut Gründerinnen mindestens zwei Jahre halten, so lange kann der antibakterielle Schutz gewährleistet werden. Alles in allem also eine ziemlich gute Bilanz.