Wie sicher sind Temperaturmethode & Co.?

Mit diesen Methoden verhüten Sie ganz ohne Hormone

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Verhütung ganz ohne Hormone? Tatsächlich gibt es mehr Methoden als gedacht
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Die Anti-Baby-Pille war lange das Verhütungsmittel Nummer eins. Heute setzen allerdings viele Frauen auf hormonfreie Empfängnisverhütung. Die Vielfalt der Methoden ist groß, aber welche funktioniert wie?

Natürliche Familienplanung (NFP)

Hinter dem Oberbegriff „Natürliche Familienplanung”  oder kurz „NFP” stecken die Zervixschleim- und die Basaltemperatur-Methode. Bei ersterer wird täglich der Zervixschleim ausgewertet, der sich während des Zyklus‘ verändert: An den fruchtbaren Tagen ist der Schleim spinnbar, glasig und dünnflüssig und erleichtert den Spermien so den Weg zur Gebärmutter. An den unfruchtbaren Tagen hingegen zeigt sich das Sekret klumpiger, klebrig und hat eine weißliche oder gelbliche Farbe. Die Zervixschleim-Methode als alleinige Verhütung ist relativ unsicher, hat sie einen Pearl-Index von 3 bis 5. Der Pearl-Index beschreibt die Sicherheit der jeweiligen Verhütungsmethode, ein Wert von 3 bis 5 bedeutet, dass in einem Jahr drei bis fünf von 100 Frauen trotz der Methode schwanger werden.

Bei der Temperaturmethode wird jeden Tag zur gleichen Zeit die Basaltemperatur gemessen. Frauenarzt Dr. Jürgen Klinghammer empfiehlt die Temperaturmethode als natürliche Verhütungsmethode, gibt aber auch zu bedenken: „Schaut man sich den sogenannten Pearl-Index an, ist sie allein nicht überzeugend.” Bei der Temperaturmethode bewegt sich der Wert zwischen 1 und 3 – eine bis drei von 100 Frauen werden trotz Messung schwanger. Kombiniert angewendet werden die Zervixschleim- und Temperaturmethode als Symptothermale Methode bezeichnet, die je nach Quelle einen Pearl-Index von 0,4 bis 2,3 hat.

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NFP mit Zykluscomputer

Streng genommen gehören die Computervarianten zur Natürlichen Familienplanung dazu. Dabei gibt es verschiedene Geräte, mit denen die Basaltemperatur gemessen, das Urin auf Östrogen- und LH-Werte untersucht und die Ergebnisse der Zervixschleim-Untersuchung und des Ovulationstests notiert werden können. Die Zykluscomputer werden meist mit dem Smartphone gekoppelt, das die Ergebnisse via App ausliest. Eine besondere Variante der Zykluscomputer ist das Armband, das nachts getragen wird. Es misst unter anderem Hauttemperatur, Ruhepuls und Atemfrequenz. Am Morgen mit der App verbunden, bestimmt das Armband so die fruchtbaren Tage. Aber Vorsicht! Das Armband ist nicht zur Verhütung gedacht, sondern klar auf Kinderwunsch ausgerichtet. Gängige Modelle der Zykluscomputer sind die Geräte von cyclotest, Clearblue, Daisy sowie das Armband von Ava.

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Ovulationstest

Eine weitere Methode, um die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage zu bestimmen, sind handelsübliche Ovulationstests, die es in der Drogerie zu kaufen gibt. Die bestimmen den LH-Wert und zeigen so an, ob Frau sich gerade in ihrer Eisprungzeit befindet. Möchte sie eine Schwangerschaft verhindern, muss in den fruchtbaren Tagen entsprechend verhütet werden. Der Ovulationstest funktioniert ähnlich wie der Hormoncomputer, ist in der Einzelanschaffung aber um einiges günstiger, solange man nicht dauerhaft damit verhütet.

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Kalendermethode

Bei der Kalendermethode, auch Knaus-Ogino-Methode genannt, wird die Periode über einen längeren Zeitraum genau dokumentiert, die fruchtbaren Tage werden rechnerisch bestimmt und an diesen Tagen wahlweise auf Sex verzichtet oder mit Kondom oder ähnlichem verhütet. Da sich der Eisprung nicht genau errechnen lässt und der Zyklus schwanken kann, ist die Kalendermethode alles andere als sicher. Das zeigt auch ihr hoher Pearl-Index von 9.

Kondom – für Männer und Frauen

Das Kondom ist der Klassiker schlechthin und übrigens das einzige Verhütungsmittel, das neben einer Schwangerschaft auch die Ansteckung mit Geschlechtskrankheiten verhindern kann. Nach Meinung Klinghammers ist das Kondom eine der besten hormonfreien Verhütungsmethoden, ein Vorteil: „Es bietet eine hohe Sicherheit, weil man überprüfen kann, ob es gehalten hat und nicht defekt ist.” Tatsächlich schwankt der Pearl-Index trotz der Sicherheit, die die Verhütung mit Kondom mit sich bringt, zwischen 2 und 12.

Kondom

Kondome sind der Klassiker der hormonfreien Verhütung
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Übrigens: Das Kondom gibt es auch für die Frau. Es nennt sich Femidom und wird in der Vagina platziert. Der Pearl-Index ist dabei allerdings deutlich ungünstiger als beim Kondom und erreicht einen Wert von 5 bis 25.

Femidom

Das Frauenkondom oder Femidom ist die Alternative zum Kondom für Männer
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Kupferspirale

Kupferspirale

Die Kupferspirale gehört zu den hormonfreien Trend-Verhütungsmethoden
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Die Kupferspirale ist ein kleines, T- oder Anker-förmiges Plastikstäbchen, das mit Kupfer umwickelt ist, das vom Frauenarzt in die Gebärmutter eingesetzt wird. Dort gibt es geringe Mengen Kupfer ab und verändert so die Schleimhaut und den Schleim, eindringende Spermien werden in ihrer Beweglichkeit gehemmt. Falls dennoch ein Ei befruchtet wird, kann sich die Eizelle nicht in der Gebärmutter-Schleimhaut einnisten. Die Kupferspirale ist mit einem Pearl-Index von 0,3 bis 0,8 sehr sicher. Allerdings können durch die Spirale Blutungen und Regelschmerzen verstärkt werden. Auch Zwischenblutungen gehören zu den verbreiteten Nebenwirkungen.

Diaphragma und Portiokappe

Das Diaphragma funktioniert zusammen mit einem Verhütungsgel und wird vor dem Sex eingeführt. Das Verhütungsgel behindert die Spermien in ihrer Bewegungsfähigkeit, das Diaphragma liegt als Barriere vor dem Muttermund und verhindert so, dass die Spermien aufsteigen und das Ei befruchten können. Das Verhütungsmittel kann bis zu zwei Stunden vor dem Sex eingesetzt werden und sollte hinterher mindestens acht Stunden in der Vagina bleiben. Der Pearl-Index des Diaphragmas in Verbindung mit dem Verhütungsgel liegt bei 1 bis 20.

Diaphragma

Das Diaphragma ist eine Barrieremethode und wird gemeinsam mit Verhütungsgel verwendet
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Ganz ähnlich wie das Diaphragma funktioniert auch die Portiokappe, die vor dem Gebärmutterhals platziert wird. Einmal dort festgesaugt dient sie ebenfalls als Barriere, damit die Spermien nicht in die Gebärmutter gelangen können. Wie das Diaphragma sollte auch die Portiokappe gemeinsam mit einem Verhütungsgel benutzt werden.

Coitus Interruptus

Ein Klassiker der Quasi-Verhütungsmethoden ist der Coitus Interruptus – der Abbruch des Geschlechtsverkehrs, bevor er kommt. Eine äußerst unsichere Methode, denn auch schon vor der Ejakulation kann Sperma austreten, das zu einer Schwangerschaft führen kann. Das zeigt auch der Pearl-Index von 4 bis 18, je nach Quelle auch 22.