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Umstrittenes Zahnbleaching im Check

Wer steckt eigentlich hinter Smile Secret?

Frau, die sich via Phonebleaching die Zähne aufhellt
Sich via Phonebleaching die Zähne aufzuhellen, ist vor allem in den sozialen Medien präsentFoto: iStock/MartinPrescott

Raúl Richter, Loredana, Pietro Lombardi – sie alle haben schon das Zahnbleaching von Smile Secret für zu Hause beworben. Andere Promis wie Oliver und Amira Pocher wettern gegen das Label und deren Phonebleaching-Methode, die von Zahnärzten kritisch gesehen wird. Was steckt also wirklich dahinter? Smile Secret nimmt bei STYLEBOOK Stellung dazu.

Phonebleaching: Methode, Kosten, Haltbarkeit

Neben Cremes aus der Drogerie und professionellem Bleaching beim Zahnarzt gibt es seit wenigen Jahren eine weitere Möglichkeit, seine Zähne aufzuhellen: Smile Secret verspricht auf seiner Website weiße Zähne per Phonebleaching. Nach dem Zähneputzen muss man ein spezielles Gel auf die Zähne auftragen, anschließend nimmt man eine Schiene mit 16 LED-Leuchten in den Mund und legt sie an die Zähne an. Nun verbindet man diese Schiene mit seinem Smartphone und los geht’s. Nach 16 Minuten schaltet sich das Licht von selbst aus. So ein Set aus Schiene und Bleaching Gel kostet ca. 129,99 Euro. Der Effekt soll bis zu einem Jahr anhalten.

Hannoveraner Unternehmen im Interview

„Angefangen hat alles 2017 mit einem kleinen Beautystudio in Hannover“, erzählt Laura Balwanz STYLEBOOK. Sie ist bei Smile Secret fürs Influencer-Marketing zuständig. Beim gemeinsamen Brainstorming, wie man Bleaching entwickeln könnte, dass man es von überall aus selbst machen könnte, sei man aufs Smartphone gekommen. „Also fingen wir an zu forschen“, erklärt Balwanz weiter. „Wir tauschten uns mit Zahnärzten europaweit aus, die uns bei der Produktentwicklung halfen und investierten unser erspartes Vermögen in die Reisen zu Produktionsstätten und Laboren.“ Nachdem Produkt und Gel fertig waren, wurde das Phonebleaching gezielt über Social Media beworben. Heute zählt das Unternehmen, mit Sitz im niedersächsischen Nordstemmen rund 100 Mitarbeiter.

Kritik an Smile Secret

Smile Secret hat nicht nur prominente Fans. Amira und Oliver Pocher lästerten in ihrem Podcast „Die Pochers hier!“ über das Label lautstark ab und taten die Technik als „Quatsch“ ab. „Da könnt ihr euch auch LED-Lampen aus eurer Wohnung in den Mund stecken“, wird Amira Pocher bei T-Online zitiert. Laura Balwanz von Smile Secret nahm zu den Vorwürfen gegenüber STYLEBOOK Stellung: „Es ist einfach, ein Unternehmen anhand von fragwürdigen Behauptungen unglaubwürdig und schlecht dastehen zu lassen. Jedoch fragen wir uns: Kann man mit voller Überzeugung sagen, dass ein Produkt ‚Quatsch’ ist, wenn man es selbst nie getestet, geschweige denn in der Hand gehalten hat? Wie schafft es ein Unternehmen, seit drei Jahren erfolgreich zu sein, wenn keine Erfolge oder Ergebnisse mit der Anwendung des Produktsortiments zu verzeichnen sind? Wir sind so überzeugt von unseren Produkten, dass wir jedem Kunden eine 30-Tage-Geld-zurück-Garantie anbieten.“

Das sagt der Zahnarzt zu Smile Secret

Dr. Moritz Boeddinghaus, Fachzahnarzt für Oralchirurgie, erklärt STYLEBOOk, wie das Produkt funktioniert – und warum es im Internet kritisch diskutiert wird. Denn professionelles Zahnbleaching wird mit Wasserstoffperoxid durchgeführt. Doch dessen Verwendung ist für frei verkäufliche Produkte durch die EU-Kosmetikverordnung auf 0,01 Prozent limitiert. Firmen wie Smile Secret dürfen den Stoff also nicht in der Konzentration benutzen, wie sie beim professionellen Zahnbleaching angewendet wird. Deshalb greifen sie zu anderen Inhaltsstoffen, die die Zähne bleichen: Zitronensäure und Natriumchlorit.

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Das Problem: Anders als professionell eingesetztes Wasserstoffperoxid greifen diese Inhaltsstoffe den Zahnschmelz an. Die Zähne werden zwar aufgehellt, aber langfristig geschädigt. Und die teuer verkaufte Lichtschiene? Laut dem Zahnarzt bloß ein Marketing-Gag, da die Inhaltsstoffe der Bleachingcreme das blaue Licht nicht zur Aktivierung bräuchten. Generell rät der Experte von Phonebleaching ohne ärztliche Kontrolle ab: „Bei hypersensiblen Zähnen oder Schmelzrissen kann ein Zahnbleaching die Zähne noch sensibler machen.“ Deshalb sei es immer wichtig, vorher abklären zu lassen, ob die Eigenbehandlung nicht mehr schade als nütze, erklärt Boeddinghaus. Vor dem Bleaching sei außerdem eine professionelle Zahnreinigung ratsam, um Plaque und Verfärbungen zu entfernen.

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