Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de

Nachgefragt bei einer Gynäkologin

Ist die Entbindung mit Hypnobirthing wirklich schmerzfrei?

Schwangerer Bauch im Close-up
Viele Frauen wünschen sich eine natürliche Geburt, haben aber Angst vor den SchmerzenFoto: Getty Images

Gülcan Kamps schwört drauf, Prinz Williams Ehefrau Kate ebenso – HypnoBirthing soll Schwangeren zu einer sanften Geburt verhelfen. Wie diese Methode funktioniert und was man dafür investieren muss – STYLEBOOK hat darüber mit einer Fachärztin für Geburtsmedizin gesprochen

Viele Schwangere können es zuletzt gar nicht mehr abwarten, ihr Kind auf die Welt zu bringen. Wenn – ja, wenn da nicht diese Schmerzen während der Geburt wären. Im Internet oder auch im Freundeskreis machen dazu die schlimmsten Horrorgeschichten die Runde. Das kann Schwangere sehr verunsichern. HypnoBirthing soll dabei helfen, dass die Entbindung nicht zu so einem Schreckensszenario mutiert. Die Methode kommt ganz ohne Medikamente aus. Was zählt, ist die eigene Kraft von innen.

Die Erfinderin von HypnoBirthing

Die 2019 verstorbene US-Amerikanerin Marie F. Mongan hat das HypnoBirthing ins Leben gerufen. Grund waren die Geburten ihrer ersten zwei Kinder. Beide Entbindungen empfand die Pädagogin als traumatisch. Sie seien schmerzhaft gewesen und sie habe sich vollkommen fremdbestimmt gefühlt. Mongan entwickelte daraufhin spezielle Übungen, die sie 1992 in dem Buch „HypnoBirthing. Der natürliche Weg zu einer sicheren, sanften und leichten Geburt“ veröffentlichte. Sie gründete im US-Bundesstaat New Hampshire sogar ein eigenes HypnoBirthing-Institut. Ihr Buch erscheint mittlerweile in der achten Auflage. Es ist aber längst nicht mehr das einzige zu dem Thema. Andere haben ihre Methode aufgegriffen und variiert. 

Auch interessant: Was bedeutet „Risikoschwangerschaft“ im Mutterpass?

So funktioniert das HypnoBirthing

HypnoBirthing hat nicht wirklich etwas mit Hypnose zu tun, wie es der Name vermuten könnte. Man ist weiterhin voll da, aber ganz entspannt – so zumindest lautet die Theorie. „Es ist ähnlich wie Autosuggestion“, erklärt Dr. med. Mandy Mangler, Chefärztin für Gynäkologie und Geburtsmedizin am Berliner Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum. „Schwangere lernen, sich mit Hilfe von inneren Bildern oder Sätzen in einen Zustand zu versetzen, in dem sie Schmerzen kaum oder gar nicht mehr wahrnehmen. Bei der Entbindung rufen sie dieses Erlernte dann ab. Viele Frauen können so ganz auf Schmerzmittel verzichten.“

Kosten und Nutzen

HypnoBirthing vermittelt Schwangeren Techniken, wie sie sich in eine Tiefenentspannung bringen können. Neben Büchern werden vielerorts auch Kurse zu HypnoBirthing angeboten. Die Kosten für einen Gruppenkurs fangen meist bei 300 Euro an, Einzelunterricht gibt es ab 500 Euro.

Auch interessant: Nabelbruch in der Schwangerschaft – gefährlich oder normal?

Man kann jederzeit während der Schwangerschaft anfangen, die Methoden des HypnoBirthings zu erlernen. „Es ist aber durchaus aufwändig und braucht seine Zeit“, gibt Dr. med. Mandy Mangler zu bedenken. „Man muss auch offen dafür sein und sich hingeben können.“ Die Gynäkologin rät, es zumindest mal auszuprobieren. „Es spricht nichts dagegen, sondern bringt nur Vorteile. Ich kenne viele Frauen, denen das sehr gut geholfen hat.“

Auch interessant: Holen Sie sich mit der kostenlosen BUZZ-App die besten STYLEBOOK-Storys auf Ihr Smartphone! Hier geht es zum Download für Ihr iPhone oder Android-Handy.