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Eine Gynäkologin gibt Antworten

Was steckt dahinter, wenn die Periode länger als gewöhnlich dauert?

Binden mit Periodenblut
Normalerweise dauert die Periode nicht länger als sieben Tage an – aber was ist los, wenn die Regelblutung nach einer Woche immer noch nicht aufhört?Foto: Getty Images

Die Periode dauert normalerweise zwischen drei Tagen und einer Woche an. Wer länger als sieben Tage blutet, leidet womöglich an Menorrhagie. Das ist eine Störung im Zyklus, die ernste Ursachen haben kann. STYLEBOOK sprach darüber mit einer Fachärztin für Gynäkologie und Geburtsmedizin.

Menorrhagie – wenn die Periode länger dauert

Der weibliche Zyklus funktioniert normalerweise wie ein Uhrwerk. Manchmal aber treten Störungen auf. Auf diese Weise zeigt einem der Körper, dass etwas nicht in Ordnung ist. „Wenn Blutungen länger als sieben Tage andauern, spricht man von Menorrhagie“, erklärt Dr. med. Mandy Mangler, Chefärztin für Gynäkologie und Geburtsmedizin am Berliner Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum. „Manchmal dauern die Blutungen bis zu zwei Wochen an, also viel länger als es normalerweise der Fall ist.“

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Ursachen, Diagnose und Behandlung

Eine Menorrhagie kann verschiedene Ursachen haben. Es können hormonelle Veränderungen, wie beispielsweise eine Fehlfunktion der Schilddrüse, dafür verantwortlich sein, dass die Periode länger als normal dauert. Um das abzuklären, ist eine Blutuntersuchung notwendig.

„Es können auch organische Erkrankungen, wie Polypen oder Tumore, dahinterstecken“, sagt Dr. med. Mandy Mangler. Das wird mit einer Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke und Gebärmutter überprüft. Eine Störung im Zyklus kann auch ein Hinweis dafür sein, seinen Lebensstil zu überdenken. Essstörungen können sich genauso negativ auswirken wie Stress. „Wer gesund lebt, tut auch seinem Zyklus viel Gutes“, sagt die Gynäkologin. „Das bedeutet: Kein Alkohol, keine Drogen, ausreichend Bewegung, aber kein Extremsport, sowie gesund essen – nicht zu viel, nicht zu wenig.“

Auswirkung auf die Fruchtbarkeit

Wenn der Zyklus unregelmäßig ist, kann man schlecht voraussagen, wann der Eisprung ist. Eine 2010 veröffentlichte US-Studie hat ergeben, dass Frauen mit Zyklusstörungen schwerer schwanger werden. Ihre Wahrscheinlichkeit reduziert sich um 51 Prozent.

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Dr. med. Mandy Mangler empfiehlt allen Frauen, den eigenen Zyklus genau zu dokumentieren: Wann tritt die Periode auf? Wie fühle ich mich? Wie lange dauert sie an? „So entwickelt man ein besseres Gefühl für sich und seinen Körper“, findet die Fachärztin. „Wer Unregelmäßigkeiten beobachtet, die länger als drei Monate andauern, sollte das mit seiner Gynäkologin besprechen. Tritt die Menorrhagie nur einmal auf, ist es nicht so schlimm.“   

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