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Nachgefragt bei der Gynäkologin

Erhöht die Pille das Risiko für Brustkrebs?

Eine Frau hält einen Blister mit Antibabypillen in der Hand
Viele Frauen verhüten mit der Pille. Welche gesundheitlichen Risiken man dabei auf sich nimmt, ist nicht vollends geklärt.Foto: Getty Images

Nahezu jedes Arzneimittel hat Nebenwirkungen, die Antibabypille bildet da keine Ausnahme. Das Risiko für Thrombosen und Lungenembolien, das je nach Präparat unterschiedlich hoch ausfällt, ist längst bekannt. Doch wie sieht es mit Brustkrebs aus? Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Pille und der häufigsten Krebsart bei Frauen? STYLEBOOK hat bei einer Fachärztin nachgefragt.

Dr. med. Mandy Mangler, Chefärztin für Gynäkologie und Geburtsmedizin am Berliner Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum, gibt zum Thema Pille und Brustkrebs eine vorsichtige Entwarnung: „Es haben bereits umfangreiche Studien stattgefunden, die einen möglichen Zusammenhang zwischen Antibabypille und Brustkrebs untersucht haben. Die Pille an sich erhöht erst mal nicht das Risiko für Brustkrebs.“ Die Gynäkologin gibt jedoch folgendes zu bedenken: „Die meisten Frauen, die mit der Antibabypille verhüten, sind jung und haben statistisch gesehen das geringste Risiko, an Krebs zu erkranken. Mit dem Alter erhöht sich automatisch das allgemeine Krebsrisiko. Das macht die Studienlage etwas schwierig.“

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Vorsicht bei der Hormonersatztherapie

Nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft kann das weibliche Sexualhormon, das Östrogen, die Entstehung und Vermehrung mancher Krebszellen durchaus fördern. In jungen Jahren spielt das offenbar keine zentrale Rolle, später im Leben sieht das aber schon ganz anders aus. Das ist auch der Grund, warum eine Hormonersatztherapie für Frauen in den Wechseljahren riskant sein kann.

Bei den meisten Frauen beginnen die Wechseljahre etwa ab dem 45. Lebensjahr. Das bedeutet, dass die Sexualhormone Östrogen und Gestagen immer weniger produziert werden. Einige Frauen erleben diese Zeit nahezu beschwerdefrei. Andere wiederum leiden unter Hitzewallungen, Schlafstörungen oder auch Stimmungsschwankungen. Hormon-Präparate können diese Symptome lindern. Sie sind jedoch nicht unbedenklich.

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Die „Pharmazeutische Zeitung“ veröffentlichte 2019 die Ergebnisse eines internationalen Forscherteams, das 58 Studien ausgewertet hatte. Das Ergebnis: Nahezu jede Form von Hormonersatztherapie erhöht das Brustkrebs-Risiko langfristig. Wer zehn Jahre Hormon-Präparate zu sich nimmt, habe demnach ein doppelt so hohes Brustkrebs-Risiko wie nach fünfjähriger Therapie. Die gute Nachricht: Dauert die Behandlung nicht länger als ein Jahr, scheint die Krebsgefahr nicht erhöht.

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