Nachgefragt beim Experten

Können Lippenpflegestifte Herpes verursachen?

Frau mit Lippenpflege
Schmerzhaft, unangenehm und nicht schön anzusehen: Lippenherpes gehört zu den eher lästigen Krankheiten
Foto: Getty Images

Der Herbst kommt und mit ihm kalter Wind und beheizte Räume. Darunter leidet besonders die zarte Haut an den Lippen. Der Griff zum Lippenbalsam wird unumgänglich, doch mit dem ständigen Einschmieren kommt eine ganz neue Gefahr: Lippenherpes!

Wer nach dem Benutzen von Lippenpflegestiften sofort einen Herpes bekommt, weiß sich oft nicht zu helfen. Die einschlägigen Foren sind voll von ratlosen Betroffenen, die ihren Lippenherpes sofort in Verbindung mit ihrer Lieblings-Lippenpflege von Labello, Carmex und Co. bringen. Aber kann der Virus dadurch wirklich übertragen werden?

Wir sind auch auf Flipboard: stylebook_de – hier folgen!

Was ist Lippenherpes überhaupt?

Rund 95 Prozent aller Menschen tragen den Herpes-Virus, auch „Herpes simplex labialis“ genannt, in sich. Doch nicht bei jedem bricht der Virus auch aus. Gehört man doch zur Gruppe der Betroffenen, zeigt sich der Virus häufig durch ein schmerzhaftes Bläschen an der Lippe. Der Krankheitsverlauf ist fast immer gleich: Der Herpes kündigt sich mit einem Jucken und Brennen an der Lippe an. Die Stelle wird rot und bildet schnell ein Bläschen, das ähnlich wie bei einer Brandblase, mit Flüssigkeit gefüllt ist. Die Flüssigkeit im Herpesbläschen ist voll mit Viren und hochansteckend. Deshalb wird Betroffenen geraten, in der Zeit des Ausbruchs ganz besonders auf Hygiene zu achten, damit die ansteckende Flüssigkeit nicht weiter verteilt wird. Nach drei bis vier Tagen verschwindet die Flüssigkeit und die Blase beginnt auszutrocknen bis sie schließlich verschorft, um die Wunde zu heilen. Die Heilung kann in manchen Fällen bis zu zwei Wochen andauern.

Auch interessant: Wie ungesund sind eigentlich Lippenstifte?

Kann ein Lippenpflegestift Herpes übertragen?

 Gegenüber STYLEBOOK erklärte der Mainzer Dermatologe Dr. Med. Uwe Kirschner, dass „ein Lippenpflegestift grundsätzlich Herpes übertragen kann. Allerdings muss die erkrankte Person diesen auch benutzt haben, während sie Bläschen oder offene Stellen an den Lippen hat.“ Nur so könnten die Viren entsprechend auf den nächsten Nutzer übertragen werden. „Liegen dagegen keine Bläschen oder offenen Stellen vor, findet auch keine Ansteckung durch den Lippenpflegestift statt“, so der Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten. Das gleiche gilt übrigens auch, wenn man aus dem gleichen Glas trinkt, aus dem auch ein Erkrankter getrunken hat.

Auch interessant: Auf diese Inhaltsstoffe sollten sie bei trockener Haut achten

Alternative Lippenpflege

Was aber tun, wenn Lippenpflegestifte, wie beispielsweise der beliebte Labello, zu Herpes führen? In diesem Fall muss wohl oder übel auf den Stift verzichtet werden. Alternative Lippenpflege mit Produkten auf Bienenwachsbasis sind gut für sensible Lippen geeignet. Ein besonderer Geheimtipp ist Lippenpflege mit Manouka-Honig, da diese eine hohe antibakterielle Wirkung hat und regelmäßig angewendet sogar vor einem neuen Herpes-Ausbruch schützen kann.