Frauen ohne Make-up

Skin Positivity! Diese Akne-Fotos erzählen eine Geschichte

Fotoprojekt
Natürlich schön muss nicht makellos sein – das zeigt das Fotoprojekt einer Londoner Künstlerin eindrucksvoll
Foto: Sophie Harris Taylor

Wie lässt sich die Schönheit von Frauen zeigen, die unter (teilweise extremen) Hautproblemen leiden? Mit dieser Frage beschäftigte sich die Londoner Fotografin Sophie Harris-Taylor und ermutigte betroffene Frauen, sich für ihr Fotoprojekt ablichten zu lassen. Für einige von ihnen war es das erste Mal seit Jahren ohne Make-up in der Öffentlichkeit.

In einem persönlichen „Manifest“, das die Künstlerin für die US-Ausgabe des „Vice Magazine“ verfasste, beschreibt sie ihre Gedanken zu dem einzigartigen Skin Positive Projekt.


Alle Fotos: Sophie Harris Taylor

Die Haut – eine der letzten Tabus der Body Positive Bewegung

Als Frau, die früher selbst unter heftiger Akne litt, erinnert sie sich noch genau, wie wertlos und unvollkommen sie sich als Teenager fühlte. „Wenn ich als Mädchen all die Bilder mit den perfekten Menschen gesehen habe, hatte ich ständig das Gefühl, nicht dazuzugehören, ja nicht hineinzupassen“, erinnert sie sich. Heute habe sie als Anhängerin der Body-Positivity-Bewegung die Mechanismen durchschaut, dennoch sei ihr aufgefallen, dass bei all dem Plus-Size-Stolz ein anderer Aspekt noch immer ausgeblendet wird: die Haut. „Bei ,Skin Positivity‘ geht es darum, aufzuzeigen, dass alle Hauttypen schön sein können“, schreibt Sophie Harry-Taylor. Deshalb habe sie Frauen gebeten, ihr Make-up abzuwischen und sich von ihr fotografieren zu lassen.

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Einige haben das Haus noch nie ohne Make-up verlassen

Natürliches Licht und eine ungezwungene Atmosphäre waren der Fotografin bei dieser Arbeit wichtig. „Einige der Frauen hatten hat das Haus noch nie zuvor ohne Make-up verlassen, geschweige denn jemals professionell vor der Kamera gestanden. Das war für uns alle ungewohnt. Aber was nervös beginnt, endet meist mit einem Gefühl der Befreiung“, schreibt sie weiter. Wir würden Schönheit meist als etwas rein Äußerliches erleben, dabei sei das nur ein Aspekt. Selbstliebe und Anmut gehören ebenso dazu. Die Künstlerin: „Je eher wir das lernen, desto besser! Sei ein guter Freund, sei freundlich, sei bedacht. Die, die dich lieben, lieben dich für deine Individualität und nicht für Weise, mit der du dich irgendwelchen Vorstellungen anpasst.“

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Akne hat viele Gründe

Der Künstlerin ging es nicht darum, Akne und Unreinheiten als etwas Erstrebenswertes darzustellen, tatsächlich sind solche Reaktionen der Haut klar ein Zeichen dafür, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist. Warum das so ist, kann viele Gründe haben, meist lassen sich Hautkrankheiten nicht über Nacht heilen, sondern bedürfen einer langwierigen Anamnese und Behandlung. Dass Scham und das Sich-Klein-Machen nicht gerade die Selbstheilungskräfte unterstützten, kommt noch hinzu. Und das Wissen, dass es eine ebenenmäßige, scheinbar porenfreie Haut, wie sie die Models auf der Werbeplakaten haben, im echten Leben eigentlich gar nicht gibt.

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