Für perfekte Füße unters Messer

Wie gefährlich ist eine Zehenverkürzung?

Füße einer Frau mit Maßband
Wer mit seinen Zehen hadert, kann diese operativ korrigieren lassen. Über den Eingriff sprach STYLEBOOK mit zwei Experten
Foto: Collage, Original: Getty Images

Viele Frauen schämen sich, ihre vermeintlich unschönen Füße in Sommersandalen oder Peeptoes zu zeigen. Andere haben Probleme damit, passende Schuhe zu finden, weil die gängigen Modelle nicht immer in ihren (großen) Größen produziert werden. Tatsächlich bieten einige plastische Chirurgen Zehenverkleinerungen an – ein gefährlicher Eingriff? STYLEBOOK fragte Experten, welche Folgen eine Beauty-OP am Fuß haben kann.

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Fußuntersuchung

Mit der sogenannten griechischen Fußform – wenn der zweite den großen und den dritten Zeh überragt – sind viele Menschen unglücklich. Der Grund, weshalb Frauen oder Männer ihre Füße unters Messer legen
Foto: Getty Images

Man kann Zehen operativ verkürzen

Dr. med. Adrian K. Wiethoff ist Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie bei Ars Pedis in Düsseldorf. Heute hat er etwa zwei bis drei Zehenverkürzungen pro Woche, 80 bis 90 Prozent davon an Frauenfüßen.

Wie läuft die Operation ab?

Bei dem Eingriff kürzt Dr. Wiethoff ein kleines Stück Knochen aus dem Mittelglied des zu behandelnden Zehs. Die operierte Stelle wird entweder mit Drähten fixiert, die nach vier bis fünf Wochen entfernt werden müssen, oder mit kleinen Schräubchen. Diese dürfen im Zeh verbleiben. Daraufhin wird die Haut gestrafft und modelliert – laut Dr. Wiethoff der zeitaufwändigste und sensibelste Teil des Eingriffs, der für die Optik von großer Bedeutung sei. Die Prozedur dauere etwa eine halbe Stunde und werde meist unter Lokalbetäubung durchgeführt. „Wenn Patienten gleich mehrere Zehen auf einmal verkürzen lassen, empfiehlt sich eine leichte Dämmerschlafnarkos“, so der Facharzt. Nach dem Eingriff können die Patienten in der Regel direkt die Praxis verlassen. Für den unwahrscheinlichen Fall von postoperativen Problemen empfiehlt der Arzt auswärtigen Patienten, noch eine Nacht in Düsseldorf zu verbringen. Bereits wenige Tage später können wieder normale Schuhe getragen werden. Voraussetzung dafür sei das Einlegen einer zu diesem Zweck entwickelten Metallschiene.

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Welche Risiken gibt es?

Je nach Art des Eingriffs und abhängig von verschiedenen Faktoren – beispielsweise dem Patientenalter und der Ausprägung der gewünschten Verkürzung – sei ein Anschwellen des operierten Zehs oder des gesamten Fußes möglich. Dieser Zustand könne zwischen einigen Tagen und mehreren Monaten andauern, sei aber kein Grund zur Beunruhigung. Wichtig sei, dass man den Fuß nach dem Eingriff schone und der Schwellung gegebenenfalls mit Lymphdrainagen und Kühl-Packs entgegenwirke. „Es kann unter Umständen sein, dass der Knochen nicht so zusammenwächst, wie er soll“, räumt Dr. Wiethoff ein. In diesem Fall müsse man ein weiteres Mal operieren. Schlimmere Gesundheitsrisiken seien bei seinen Patienten aber noch nie aufgetreten.

Wie bei jeder Beauty-OP üblich, muss der Arzt darüber aufklären, dass Entzündungen, Störungen der Knochenheilung und vergleichbare Nebenwirkungen möglich sind. Patienten sollten in jedem Fall sorgfältig überlegen, ob der Leidensdruck den Schritt unters Messer wirklich rechtfertigt.

Wie viel kostet der Eingriff?

Wenn kein medizinischer Handlungsbedarf besteht, müssen Patienten die Kosten für den Eingriff und vorangehende Beratungsgespräche vollständig selbst tragen. In Einzelfällen – etwa aufgrund starker Schmerzen oder im Zuge einer Geschlechtsunwandlung, bei der auch die Füße dem neuen Frauenkörper angepasst werden –  kann die OP von der Krankenkasse übernommen werden. Die Preise variieren zwischen 1.000 und 2.500 Euro, erklärt uns Dr. Wiethoff. „Am teuersten ist die Korrektur des großen Zehs. Er muss für die Kraftübertragung beim Laufen besonders stabil sein, entsprechend sind bereits die Materialkosten höher.“

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Fußuntersuchung beim Arzt

Orthopäden sehen Eingriffe im Fußbereich kritisch – inbesondere, wenn sie nur der Ästhetik dienen sollen
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»Der Eingriff ist nicht ohne

Dr. med. Willibald Walter, Facharzt für Orthopädie, Chirotherapie und spezielle interventionelle Schmerztherapie bei Marianowicz Medizin in München, rät von operativen Eingriffen im Bereich der Zehen generell ab. , warnt Dr. Walter.

Hinzu kämen die üblichen Risiken operativer Eingriffe. So seien Infektionen und Wundheilungsprobleme möglich und laut Dr. Walter im empfindlichen Vorfußbereich besonders wahrscheinlich. Der Fachmann erklärt: „Die Blutversorgung ist hier nicht so optimal wie etwa in der Hüfte, da die Blutgefäße in den feingliedrigen Fußzehen kleiner sind.“

Fazit

Operative Eingriffe aus ästhetischen Gründen sind grundsätzlich kritisch zu bewerten. Und genau an der Stelle anzusetzen, die uns täglich durchs Leben trägt, kann schwerwiegende Folgen haben. In letzter Instanz können aber nur die Betroffenen selbst beurteilen, wie hoch ihr Leidensdruck ist. Sollten Sie einen solchen Eingriff in Erwägung ziehen, lautet unser Rat:  Bitte unbedingt mit einem erfahrenen Fachmann sprechen!

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