Besser doppelt checken

Welche Kosmetik-Inhaltsstoffe bedenklich sind

Kosmetikprodukte
Viel Kleingedrucktes, wenig Durchblick! Dennoch lohnt es sich, bei Kosmetika ab und an genauer hinzugucken
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Die lange Liste von enthaltenen Stoffen auf Cremes, Tuben und Tiegeln beachten wir meist gar nicht – zu kryptisch, zu chemisch, zu wissenschaftlich. Dabei ist es durchaus sinnvoll, beim Kauf einen Blick darauf zu werfen. Wir verraten, hinter welchen Begriffen sich problematische Zusätze verstecken können.

Eigentlich soll Kosmetik verschönern und das Hautbild verbessern. Dennoch setzen manche Hersteller Inhaltsstoffe zu, die zwar für einen positiven Kurzzeiteffekt sorgen, gleichzeitig aber im Verdacht stehen, auf Dauer gesundheitsschädlich und obendrein schlecht für die Umwelt zu sein. Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, sollte sich deswegen einige Begriffsteile merken, die vermeintlichen Übeltäter entlarven.

Mikroplastik

Was Mikroplastik mit der Umwelt anrichtet, ist bekannt. Die in Duschgels und Peelings beigesetzten Mini-Kunststoffpartikel lassen sich schwer herausfiltern, gelangen über das Abwasser ungehindert ins Meer und damit unter anderem in die Mägen der Fische. Damit ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Mini-Teilchen in unsere Körper gelangen. Das Umweltministerium führt bereits seit einiger Zeit Gespräche mit der Kosmetikindustrie, ein ganzheitliches EU-Verbot steht allerdings noch aus. Wenn auf der Verpackung in irgendeiner Form das Wortteil „Poly-“, „Acryl-“ oder „Nylon“ auftaucht, ist das ein sicherer Hinweis auf Mikroplastik. Am gängigsten sind dabei Polyethylen (PE), Polypropylen (PP) sowie Nylon 12. Der BUND hat eine informative Broschüre herausgegeben, der einige Hersteller entlarvt, die weiterhin Mikroplastik verwenden, darunter auch viele Marken, die Kosmetik für Babys herstellen oder gar den Begriff „Bio“ in ihrem Namen haben.

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Nanopartikel

„Nano“ klingt irgendwie futuristisch, tatsächlich ist die Wirkung von Nanopartikeln auf den menschlichen Organismus so gut wie nicht erforscht. Dennoch kommen die mikroskopisch kleinen Teilchen gerne in Sonnencremes, Anti-Aging-Produkten oder Lippenstift zum Einsatz, weil sie das Licht reflektieren. Bedenklich: Unternehmen müssen Nanopartikel als Inhaltsstoff bislang nicht kennzeichnen, hin und wieder tauchen sie als „Titandioxid“ in der Liste auf. Erste Studien des Umweltbundesamtes geben allerdings Hinweise darauf, dass Nanopartikel krebserregend sein können. Daneben hat der BUND eine „Nanopartikel-Datenbank“ erstellt, die permanent aktualisiert wird. Um wirklich sicherzugehen, hat der Kunde die Möglichkeit, direkt beim Hersteller nachzufragen.

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Parabene

Parabene sollen ein Kosmetikprodukt länger haltbar machen. Laut einem Informationsblatt der „European Commission“ haben Tierversuche allerdings gezeigt, dass Parabene eine hormonähnliche Wirkung im Körper haben. Was das für den Menschen genau bedeutet– speziell für den weiblichen Hormonhaushalt – ist noch immer unzureichend erforscht. Sicherheitshalber hat Dänemark aber Parabene aus Kinderpflegeprodukten komplett verbannt, und das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) rät, auf die Parabene Isopropyl-, Isobutyl-, Pentyl-, Benzyl- und Phenylparaben gänzlich zu verzichten, da die Datenlage nach wie vor unklar sei. Die meisten Naturkosmetik-Hersteller lassen Parabene bereits komplett weg.

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PEG und PEG-Derivate

Tenside haben die Eigenschaft, Schmutz- und Fettablagerungen zu lösen, was gerade bei Reinigungsprodukten wünschenswert ist. Problematisch ist, dass zu viel davon den natürlichen Schutzmantel der Haut angreift – also den körpereigenen Fettfilm mit auswäscht –, so dass Umweltgifte und andere Schadstoffe quasi „durchmarschieren“ können. Ist die Haut ohnehin schon gereizt und trocken, verschlimmert sich das Problem. Bedenkliche Tenside/Emulgatoren sind vor allem PEG und PEG-Derivate, wobei letztere oft aus potenziell krebserregenden Erdöl-Derivaten hergestellt werden. Wenn auf der Packung Inhaltsstoffe mit „PEG“ oder „eth“ im Namen auftauchen (z.B „Sodium Laureth Sulfate oder Ceteareth“), hat man es mit diesen Tensiden bzw. Emulgatoren zu tun. Auch die Verbraucherzentrale rät dazu, lieber zu Kosmetik ohne PEG zu greifen.