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Friseurin erklärt

Welche Silikone bei der Haarpflege sind gut, welche schlecht?

Frau mit roter Mähne
Silikon gleich Silikon? Von wegen! Eine Expertin erklärt, worauf man beim Kauf von Haarprodukten achten sollte Foto: Getty Images

Silikone tun dem Haar nicht gut – ein Satz, den wir mittlerweile so oft gehört haben, dass wir beim Shampoo-Kauf längst nicht mehr wahllos ins Regal greifen. Aber wie berechtigt sind die Bedenken eigentlich? STYLEBOOK hat bei einer Expertin nachgefragt.

„Gute Silikone sind wasserlöslich, böse Silikone nicht“, erklärt Friseurin Kim Plate von „Kim & ich“. Nichtwasserlösliche Silikone legen sich laut der Expertin um das Haar wie Beton, der beim Kämmen oder Liegen auf den Haaren Stück für Stück abblättert. Durch das Waschen mit entsprechenden Produkten entstehe dann wieder eine neue Schicht.

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Wieso werden überhaupt Silikone zugesetzt?

Plate erklärt den vermeintlich schönen Effekt von Silikonen: „Wenn jemand vorher keine benutzt hat und dann auf einmal zu Shampoo mit Silikonen greift, ist er begeistert, weil sich der Stoff am Anfang gleichmäßig ums Haar legt.“ Der Effekt sei eine schöne Licht-Reflektion: „Die Haare sehen glatt, gesund und glänzend aus.“ Das Problem trete erst später auf: „Nach einer oder zwei Wochen geht es schon los: Die ersten Silikone brechen ab, neue legen sich drauf. Dadurch wird das Licht unregelmäßig reflektiert, die Haare werden stumpf“, erklärt Plate. Laut der Friseurin sorgen schlechte Silikone außerdem dafür, dass das Haar hart wird und schließlich abbricht. Das liege auch daran, „dass die minderwertigen Inhaltsstoffe, die in Billigprodukten enthalten sind, gar nicht erst ins Haar gelangen.“ Da helfe auch keine besondere Pflege oder der Wechsel zu einem hochwertigen Shampoo.

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Wie werde ich die schlechten Silikone im Haar los?

Um die verbleibenden Silikonreste abzubekommen, muss man laut Expertin mit einer Tiefenpflege arbeiten, also einem speziellen Tiefenreinigungs-Shampoo. Danach könne man beginnen, wasserlösliche Silikone benutzen.

Was bringen dem Haar gute Silikone?

Wasserlösliche Silikone verteilen ein Produkt gut, erklärt Plate. „Silikone sind ein Transportmittel, damit die Pflegestoffe dort hingelangen, wo sie hinsollen. Außerdem wirken sie quasi wie ein Kit, der die Struktur ausfüllt. Dadurch glänzen die Haare wieder.“ Gute Silikone seien besser als keine Silikone, so die Meinung der Expertin.

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Woran erkenne ich, ob mein Haar-Produkt gute oder schlechte Silikone enthält?

Hat man keine Lust, sich im Einzelnen mit den komplizierten Bezeichnungen der Inhaltsstoffe auseinanderzusetzen, gibt es einen einfachen Trick: beim Kauf auf den Preis achten. Billige Produkte könnten rein logisch schon keine qualitativ wertvollen Inhaltsstoffe enthalten, so die Expertin.