Jeder sagt was anderes…

Darf ich mir in der Schwangerschaft die Haare färben?

Schwangere Frau mit Ansatz
Auch schwanger wollen viele Frauen nicht auf das Ansatz färben verzichten. Aber wie ungesund ist das eigentlich für das Neugeborene?
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Die ersten grauen Haare sind für die meisten Frauen der Grund, zur Färbung oder Tönung zu greifen. Auch schwanger möchten viele auf diese Möglichkeit nicht verzichten. Dabei hält sich langläufig die Meinung, dass chemische Haarefärben schade dem ungeborenen Kind. Aber stimmt das überhaupt? STYLEBOOK fragte beim Experten nach und verrät, welche Alternativen es gibt.

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Ist Haarefärben in der Schwangerschaft wirklich schädlich?

Die Chemikalien, die in vielen Haarfarben enthalten sind, stehen immer wieder im Verdacht, schädlich für das ungeborene Baby oder den Säugling zu sein. Viele Schwangere und stillende Mütter sehen deswegen vom Färben ab, da sie glauben, die Zusätze könnten über die Kopfhaut aufgenommen werden und dann über den Körper der Mutter zum Baby gelangen. Aber was ist wirklich dran? STYLEBOOK fragte im beliebten Berliner Friseursalon Farkas und Manthei nach.

Deutsche Produkte streng kontrolliert

Michael Manthei gibt Entwarnung: „Das Haarefärben ist auch in der Schwangerschaft unbedenklich, zusätzlich kann man den Kontakt mit den Färbemitteln aber auch noch so minimieren, dass die Farbe maximal beim Auswaschen die Kopfhaut berührt.“ Tatsächlich werden Kosmetikprodukte im europäischen Raum sehr streng kontrolliert und mögliche Schadstoffe auf den Verpackungen deutlich vermerkt. Haarfärbemittel könnten theoretisch chemische Zusätze wie P-Phenylendiamin (PPD) enthalten, laut deutschem Gesetz allerdings nur zu einem Anteil von maximal zwei Prozent, was Wissenschaftlern zufolge völlig unbedenklich ist. Wird diese Menge überschritten und es besteht ein Gesundheitsrisiko, muss das Produkt vom Markt genommen werden. Letztlich solle man aber buchstäblich auf sein eigenes Bauchgefühl hören: „Das emotionale Wohlbefinden ist auch ein wichtiger Faktor in der Schwangerschaft. Und wer sich schön fühlt, tut auch dem Baby etwas Gutes“, so der Friseurmeister. Unsicheren Kundinnen empfiehlt er, den Friseur um eine umfassende Beratung und Alternativen zu bitten – etwa ammoniakfreie Colorationen auf Pflanzenölbasis, die jedes Risiko ausschließen. Das Gleiche gilt für Tönungen, also auswaschbare Farben, die sich nur an der Haaroberfläche anlagern und – ebenso wie Strähnchen – nicht ins Innere vordringen.

Meghan Markle mit grauen Strähnchen

Wer bei Meghan Markle im Oktober genau hinsah, der erkannte einzelne graue Haare am Ansatz. Wochen später waren sie verschwunden
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Natürliche Alternativen

Schwangere, die dennoch absolut auf Nummer sicher gehen möchten, setzen auf einfache Alternativen zu den gewohnten Haarfärbemitteln: Tönungsshampoos frischen den eigenen Naturhaarton auf und können graue Haare mildern. Etwas stärker aber ebenso nur temporär wirken Tönungsfluids. Sie werden ähnlich wie Wimperntusche mit feinen Bürstchen auf die entsprechenden Haare gegeben und halten so bis zur nächsten Haarwäsche. Wer beim Färben auf chemische Mittel verzichten möchte, probiert Naturhaarfarben, die auf Henna und Pflanzenstoffen wie Blätterextrakten und Rinde basieren. Aber auch hier ist Vorsicht geboten: Färbestoffe aus dem nicht-europäischen Ausland können ebenso wie chemische Mittel gesundheitsschädigende Substanzen enthalten, die auch außerhalb einer Schwangerschaft nicht auf die Haut gelangen sollten. Wer gelassen schwanger ist und sich über die Haarfarbe keine Gedanken machen will, der akzeptiert die grauen Haare einfach für ein paar Monate. Das ist und bleibt die einfachste Lösung.