Behandlung, Kosten, Risiken

Für wen sich unsichtbare Zahnspangen lohnen

Sie ist in vieler Munde, auch wenn man sie nicht sieht: Invisalign, eine praktisch unsichtbare Kunststoffschiene, die schiefe Zähne ganz diskret auf ihre Plätze verweist. US-Stars wie Katherine Heigl (38) und Anna Kendrick (31) schwören längst darauf, inzwischen gibt es den modernen Behandlungsapparat auch bei uns in Deutschland.

Keine Brackets oder sichtbare Metalldrähte, in denen sich immer mal wieder der Blick des Gegenübers verfängt – und zu gerne der eine oder andere Essensrest. Invisalign, die unsichtbare Zahnspange, hat einer festen Spange gegenüber einen klaren ästhetischen Vorteil. Höchste Zeit, sich auch hierzulande darüber zu informieren. STYLEBOOK sprach mit Dr. David Gómez Serrano von der Berliner Praxisgemeinschaft Dörfer Kieferorthopädie, über die neue Art der sanften – und unsichtbaren – Zahnkorrektur.

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Anna Kendrick

US-Schauspielerin Anna Kendrick behandelt ihre Schiene wie ein Accessoire, deren Schmuckkästchen sie sogar mit einem „richtig krassen“, eigens für sie gestalteten Etikett versehen hat. Foto: Getty Images

Tom Cruise

Schauspieler Tom Cruise hatte nicht immer so gerade Zähne wie heute. Er trug schon zur Jahrtausendwende Invisalign-Schienen. Kurze Zeit später kamen sie nach Deutschland Foto: Getty Images

Justin Bieber

Zu Beginn seiner Karriere mit süßen 16 Jahren trug auch Superstar Justin Bieber Invisalign®
Foto: Getty Images

Was ist Invisalign?

Der Behandlungsapparat in der ästhetischen und funktionellen Kieferorthopädie ist vom kalifornischen Medizintechnik-Unternehmen Align Technology auf den Markt gebracht worden. Es arbeitet mit hauchdünnen Kunststoffschienen, den sogenannten Aligners. Die Apparatur ist nicht patentiert, daher gibt es noch weitere Hersteller ähnlicher Kunststoffschienen, beispielsweise OrthoCaps, in manchen Kieferorthopädiepraxen stellen Techniker ihre eigenen her – keine der alternativen Schienen kann jedoch mehr als vier Zähne gleichzeitig bewegen. Invisalign arbeitet mit einer eigenen 3D-Drucker-Technik, die es ermöglicht, alle Zähne auf einmal zu therapieren, und ist so zum Marktführer geworden.

Wie läuft die Behandlung ab?

In Praxen, die sich für die Zusammenarbeit mit Invisalign entscheiden, nimmt der Kieferorthopäde mittels des „ClinCheck“-Computerverfahrens den Ist-Zustand der Zahnreihen auf, legt ein Behandlungsziel fest und kann absehen, wie viele Behandlungsschritte nötig sein werden. Entsprechend fertigt er eine Reihe von Aligners für einzelne Phasen à etwa zwei Wochen an, die jeweils im Anschluss durch eine neue, an die stattgefundene Zahnbewegung angepasste Schiene ersetzt werden. Der Patient setzt die Aligners selbst ein, indem er sie praktisch über die Zähne stülpt. Sie werden täglich bis zu 22 Stunden lang getragen und nur zum Essen oder Trinken (außer bei klarem Wasser) manuell herausgenommen. Mit der Zeit führen die Aligners durch kontrollierte Bewegungen zur Verschiebung der Zähne – pro Phase rechnet man mit etwa 0,2 Millimeter Bewegung und/oder eine Drehung um etwa ein Grad. Wie bei einer festen Zahnspange auch, hängt die Gesamtdauer der Behandlung von der Schwere der Zahnschiefstellung ab. Interessant: Es gibt eine App, mit der man die Behandlungsfortschritte mitverfolgen kann. Ist der Patient mit dem Ergebnis vorzeitig zufrieden, kann die Therapie abgebrochen werden.

 

 

Welche Vorteile hat Invisalign gegenüber festen Zahnspangen?

Die Aligners beeinträchtigen den Alltag nicht, können beim Sport (und natürlich auch zum Abendkleid) getragen werden, und sollten sie doch stören, kann der Patient sie einfach selbst herausnehmen. Es handelt sich um eine minimal-invasive Behandlungsmethode, die Liste der Nachteile ist entsprechend kurz. Wie Dr. Gomez berichtet, empfinden vereinzelte Patienten die Schienen anfangs als störend beim Sprechen. Nach wenigen Tagen habe man sich aber meist an das geringfügige Fremdkörpergefühl gewöhnt.

Warum eignet sich Invisalign eher für Erwachsene?

Eine feste Zahnspange wird professionell eingesetzt, ab diesem Moment erledigt sie die Arbeit quasi von selbst. Bei Invisalign hingegen muss der Träger aktiv mitarbeiten, beziehungsweise die Behandlung des Kindes gegebenenfalls überwacht werden, damit die Aligners täglich zum Einsatz kommen, gewissenhaft gereinigt und nach Abschluss der jeweiligen Phasen ausgetauscht werden. Auch das Herausnehmen ist nicht gerade ein Kinderspiel. Die Aligners müssen sanft mit den Fingerspitzen von den Zähnen gezogen werden, angefangen bei den Backenzähnen und dann nach vorne gearbeitet. Unvorsichtiges Herausrupfen kann sie beschädigen.

Wie lange dauert es, die Zähne mit einer unsichtbaren Zahnspange gerade zu stellen?

Laut der Berliner Zahnarztpraxis Zahnmedizin im Quartier 207 hängt die Gesamtdauer davon ab, wie komplex die Behandlung ist. Im Allgemeinen entspricht die Behandlungsdauer der Länge einer Therapie mit herkömmlichen Zahnspangen. Man trägt die unsichtbare Zahnspange also circa 9 bis 18 Monate.

Wie viel kostet die Behandlung?

Durchschnittlich liegt der Preis bei zwischen 3.500 und 6.500 Euro. Er kann aber von Patient zu Patient – abhängig vom Schweregrad der Schiefstellung, Behandlungsplan und von der Häufigkeit der nötigen Kontrolltermine – stark variieren. Seit drei Jahren werden die Kosten von privaten Krankenkassen und Zahnzusatzversicherungen übernommen.

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