Nachgefragt beim Hautarzt

Muss ich mich wirklich jeden Abend abschminken?

Make-up entfernen
Auch wenn es nervig und zeitaufwendig erscheint: Make-up sollte prinzipiell gründlich entfernt werden.
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Reinigungs-Pads, Tücher oder Schwämmchen? Mit klarem Wasser, Serum oder Tonicum? Am Thema Gesichtsreinigung scheiden sich die Geister. Tatsächlich verlangen unterschiedliche Hauttypen ganz verschiedene Produkte und Herangehensweisen.

Muss mein Make-up am Abend immer runter?

Mit Make-up schlafen gehen und morgens nur etwas nachbessern – davon hält Dermatologe Dr. Uwe Kirschner nichts: „Die Haut regeneriert sich nachts, aufgetragenes Make-up behindert die Zellerneuerung, so dass schneller Falten entstehen. Bleibt das Make-up zu lang auf der Haut, kann es außerdem die Hautporen verstopfen. Dies könne zu Entzündungsvorgängen führen, da sich Bakterien in den Poren vermehren und unschöne Mitesser und Pickel begünstigt werden, so Kirschner.

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Abschminken verhindert vorzeitige Hautalterung und Pickel

Wer sich schminkt, der möchte im Idealfall auch frisch und gesund aussehen. Um dies zu gewährleisten, sollte allerdings vorher unbedingt abgeschminkt werden – wer „drüberschminkt“, um die entstandenen Hautunreinheiten zu überdecken und sich abends erneut nicht abschminkt, kann laut Experte in einen Teufelskreis geraten. Kirschner: „Außerdem können Rötungen, Irritationen und Trockenheit sowie eine Neigung zu allergischen Reaktionen (Kontaktallergie) entstehen. Langfristig verstärkt sich der Prozess vorzeitiger Hautalterung.“

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Gesichtsreinigung

Wer das Make-up am Abend nicht vom Gesicht entfernt – ob mit Abschminktuch, Wasser, einer milden Reinigungsseife o.ä. –, erlebt morgens oft eine unschöne Überraschung.
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Wie wichtig ist es, dass Augen Make-up zu entfernen?

Besonders die Augen sollten vor dem Zu-Bett-Gehen gründlich abschminken. Der Dermatologe weiß, dass gerade die empfindliche, dünne Haut um die Augen leichter irritiert als das übrige Gesicht. „Hier kann es noch schneller zu Porenverstopfung kommen, so dass die sogenannte periorbitale Dermatitis  – auch bekannt als Stewardessen-Akne – entstehen kann.“  Auch Wimpertusche sollte gründlich entfernt werden, sonst bestehe die Gefahr, „dass die feinen Wimpernhärchen abbrechen und ausfallen.“

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Make-up Entfernung: Welcher Hauttyp benötigt was?

Für die meisten Hauttypen eignet sich Reinigungsmilch. „Reinigungsmilch ist eine Wasser-Öl-Mischung mit zusätzlichen pflegenden Bestandteilen“, so der Hautarzt. „Wer zu fettiger Haut neigt, kann auch ein Reinigungspuder nutzen – für Menschen mit trockener Haut ist es jedoch nicht geeignet. Bei trockener Haut sollte man auch auf Reinigungsgele und Reinigungsschäume verzichten“, so der Experte. Wer zu extrem trockener Haut neigt, dem empfiehlt der Arzt ein fetthaltigeres Reinigungsöl.

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Make up entfernen mit Wattepads

Augen Make-up lässt sich besonders gut mit Wattepads entfernen, da diese sanfter sind als ein grober Waschlappen
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Tipps für die Reinigung der Augenpartie

Für die Reinigung der empfindlichen Augenpartie rät Dr. Kirschner, einen speziellen Augen-Make-up-Entferner zu verwenden. „Wichtig ist, das Gesicht nach der Reinigung mit Wasser abzuspülen und für die Nacht eine auf den Hauttyp abgestimmte Nachtcreme zu verwenden“, so der Dermatologe. Ein Abschminktuch ist deswegen nur als gelegentliche Notlösung geeignet – und sollte zumindest ein Mizellen-Produkt sein. Ein STYLEBOOK-Tipp aus der Redaktion: Eye-Make-up-Remover auf Melkfett-Basis verwenden!