Frauenpower

Starke Vorbilder! Was wir uns bei diesen Promi-Ladys abgucken können

Jessica Chastain, Lupita Nyong'o, Viola Davis und Jennifer Lawrence
Jessica Chastain, Lupita Nyong'o, Viola Davis und Jennifer Lawrence (v.l.n.r.): Hollywood-Stars die viel mehr als nur Schauspielerinnen sind
Foto: Getty Images; Collage: STYLEBOOK

Dass es in der (weiblichen) Promi-Welt nicht nur um Oberflächlichkeiten und Luxus-Konsum geht, beweisen Schauspielerinnen wie Jennifer Lawrence oder Lupita Nyong’o. Sie und einige ihrer Hollywood-Kolleginnen vertreten nämlich lautstark ihre Meinung, kämpfen für Gleichberechtigung und eine bessere Welt und lassen sich von Hatern nicht einschüchtern. Von welchen fünf Powerfrauen wir noch einiges lernen können.

Jennifer Lawrence nimmt es mit den Mächtigen auf

Jennifer Lawrence ist nicht nur eine oscarprämierte Schauspielerin, sie hat auch richtig was zu sagen und lässt sich dabei nicht den Mund verbiegen. So war sie eine der ersten Frauen Hollywoods, die die ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen in der Filmbranche thematisierte, ebenso pfeift sie auf den in der Branche weit verbreiteten Diäten-Wahn. „Ich möchte nicht, dass kleine Mädchen sagen: Oh, ich möchte wie Katniss aussehen, also werde ich das Abendessen auslassen“, erklärte sie kurz nach dem Mega-Erfolg von „Die Tribute von Panem“ in einem Interview mit der amerikanischen „Elle“.

Jennifer Lawrence

Hollywood Superstar mit Persönlichkeit: Jennifer Lawrence
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Seit einiger Zeit versteht sich die Schauspielerin auch als Polit-Aktivistin, die der Korruption in ihrem Land den Kampf angesagt hat. So veröffentlichte sie 2019 ein 12-minütiges Plädoyer-Video, in der sie das aktuelle System der USA heftig kritisiert. Eine Politik, in der die Macht von Lobbyisten und Milliardärs-Spendern ausgeht, die große Entscheidungen nur zu ihrem eigenen Vorteil fällen, habe nichts mit Demokratie zu tun. Und weiter erklärt sie: „Dieses Amerika ist weit weg von den Grundsätzen unser Gründerväter.“ Jennifer nutzt ihre Reichweite, um etwas zu bewegen, eckt dafür bereitwillig an und findet mutige Worte – ein echtes Vorbild!

Phoebe Waller Bridge zeigt der Welt ihren „weiblichen Blick“ – und der ist saukomisch

Phoebe Waller Bridge

Drei Emmys 2019 für „Fleabag“ und damit auch für Phoebe Waller Bridge
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Als „Super-Tausendsassa“ mischt die Britin Phoebe Waller Bridge aktuell die TV-Welt auf erfrischende Weise auf. Für die Kultserie „Fleabag“ schlüpfte sie in die gleichnamige Hauptrolle, auch die komplette Idee samt Drehbuch stammt aus ihrer Feder. Unkonventionell, geistreich und ziemlich sarkastisch stellt sie den „weiblichen Blick auf die Welt“ ins Zentrum des Geschehens. Dabei nimmt sie sich selbst und noch immer gängige Stereotype aufs Korn. All das wirkt ungeheuer entwaffnend.

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Phoebe zeigt die Vielschichtigkeit und auch die Abgründe des Weiblichen auf, wie sie in einem Interview mit dem „Guardian“ offenbarte: „Wir machen Frauen immer zu Objekten. Ich will Geschichten erzählen von Frauen, die nett sein können; aber sie haben eben auch dunkle Flecken in ihrer Seele, und die sind so neurotisch und abstoßend, wie sie bei vielen Menschen nun mal sind.“ Kurz: Phoebe ist ein absoluter Zugewinn – nicht nur für die Filmbranche!

Viola Davis spricht im Namen aller verstummten Frauen

Viola Davis

Viola Davis hält auf dem „Women’s March 2018“ eine flammende Rede für Gleichberechtigung
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Als erste afroamerikanische Schauspielerin erhielt Viola Davis 2015 (!) den Emmy in der Kategorie  „Beste Hauptdarstellerin in einer Dramaserie“ für ihre Rolle als Annalise Keating in „How to Get Away with Murder.“ Dass bis dahin nur weiße Stars die Trophäe mit nach Hause nehmen durften, ist einer von vielen Skandalen, gegen die sich die Schauspielerin auflehnt. Bereits in ihrer Dankesrede kritisierte sie die überwiegend weiße Rollenauswahl als rassistisches Strukturproblem in der Filmbranche.

Ob auf dem „Women’s March“ oder als Stimme der #MeeToo-Bewegung – wenn Viola spricht, dann stets im Namen der Frauen und der People of Color. Weil sie in ihrer Position als Schauspiel-Star gehört wird, sieht sie es als ihre Aufgabe, für all die stillen und gesichtslosen Frauen zu sprechen, die noch immer täglich Gewalt und Unterdrückung erfahren. 2018 erklärte sie bei einer öffentlichen Rede: „Ich möchte den Frauen, die kein Geld und kein Vertrauen haben, das Gefühl geben, sich selbst wert genug zu sein, auch ihr Schweigen zu brechen“.

Für ihre Rolle als Sklavin in „12 Years Slave“ erhielt Lupita Nyong’o 2014 als erste kenianische Darstellerin überhaupt einen Oscar und wurde so über Nacht zum Star. Gefeiert als exotische Schönheit und It-Girl mit gigantischem Modegespür standen ihr alle Türen offen – auch die von Harvey Weinstein. 2017 enthüllte sie als eine der ersten Frauen in der „New York Times“, dass der Filmmogul auch sie zwei Mal sexuell belästigt habe, weshalb sie sofort die Reißleine zog und ein großes Rollenangebot ablehnte. Seitdem arbeitet sie nur noch mit feministischen Regisseurinnen und Regisseuren zusammen – ein Erfolgsrezept, wie sich herausstellte! Gerade erst wurde in die Top 10 der besten Schauspielerinnen der Welt gewählt. Und was stellt sie mit der daraus resultierenden Reichweite an? Lupita setzt sie dafür ein, die Welt ein bisschen besser zu machen.

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Als offizielle kenianische Elefantenbotschafterin unterstützt sie die Regierung in Sachen Artenschutz und Wildereibekämpfung. Außerdem fließt ein großer Teil ihres Geldes in Geburtshäuser-,  Bildungs- und Kunstprojekte ihrer Heimat. Und mit dem Kinderbuch „Sulwe“, das von einem dunkelhäutigen Mädchen handelt, das lernt sich selbst zu lieben, landete sie 2019 auf der Bestsellerliste der „New York Times.“ „Es ist auch meine Geschichte“, offenbarte Lupita in ihrer Dankesrede beim „Essence Black Beauty Award“ 2014. „Ich schaltete als Kind den Fernseher ein und sah nur blasse Haut, ich wurde für meine nachtschattierte Haut gehänselt und verspottet … Und als ich ein Teenager war, wurde mein Selbsthass noch schlimmer.“ Heute ist sie durch ihren Mut und ihren Einsatz stärker denn je – eine echte Powerfrau!