„Die unendliche Geschichte“

Würden Sie Atréju nach 35 Jahren noch erkennen?

13 Jahre alt war Noah Hathaway, als er sich 1984 als Atréju in der Erstverfilmung der „Unendlichen Geschichte“ ins kollektive Kino-Gedächtnis brannte, ungezählt die BRAVO-Starschnitte, die damals weltweit die Mädchenzimmer schmückten. Wie es dem Kinderstar seitdem ergangen ist?

Noah Hathaway

Mit seinem sanften Wesen spielte sich Noah Hathaway als Atréju in die Herzen von Millionen von Zuschauern
Foto: dpa Picture Alliance

Die Erzählung vom Menschenjungen Bastian Balthasar Bux, der sich vor den Hänseleien seiner Schulkameraden in die Phantasiewelt eines Buchs flüchtet und so die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Erzählwelt verschwimmen lässt, hat bis heute nicht an Aktualität eingebüßt; Michael Ende schuf mit „Die unendliche Geschichte“ einen Klassiker, der genau wie „Momo“ in keiner Jugend-Bibliothek fehlen darf. Fünf Jahre nach Veröffentlichung des Buches 1979 wurde ein Teil des Plots unter der Regie von Wolfgang Petersen erstmalig verfilmt, in den Hauptrollen der damals zehnjährige Barret Oliver als Bastian, Noah Hathaway spielte den mythischen Jäger Atréju.

Auch interessant: Was wurde aus der Bloggerin, die sich zwei Jahre nicht rasierte?

Atréju und der Glücksdrache Fuchur

Gemeinsam mit dem treuen Glücksdrachen Fuchur stellt sich der furchtlose Junge Atréju unzähligen Abenteuern
Foto: dpa Picture Alliance

Das Casting war „ein Albtraum“

Atréju, der junge Jäger vom Volk der „Grünhäute aus dem Gräsernen Meer“, ist von der Kindlichen Kaiserin beauftragt, das Land vor dem bedrohlichen „Nichts“ zu retten. Dabei begegnet er dem Menschenjungen Bastian, die beiden Jungen werden Freunde – gemeinsam durchleben die beiden unzählige Abenteuer. Mit seinem dunklen Teint und den glänzenden schwarzen Haaren, die er seinen indianischen Vorfahren verdankt, passte Noah Hathaway perfekt in das Bild des kindlichen Kämpfers mit großem Auftrag – und das Publikum liebte ihn dafür. Dennoch verlief das Casting alles andere als glatt, wie Noah Hathaway 2007 im Interview mit dem „Stern“ verriet: „Bevor die Wahl auf mich fiel, musste ich zwölfmal vor verschiedenen Filmleuten vorsprechen. Ein Albtraum.“

Auch interessant: Wie aus Paris Jackson ein Vamp wurde

Premierenfeier findet ohne ihn statt

Erst durch einen langwierigen und zähen Rechtsprozess kam er schließlich an sein Geld, zur Premierenfeier war er wegen der Streitigkeiten dennoch nicht eingeladen. Nach dieser Enttäuschung folgten kleinere Engagements in verschiedenen Rollen, darunter in der US-Serie „Simon & Simon“, die in den späten 80er Jahren auch im deutschen Fernsehen zu sehen war. 1994 beendete Noah Hathaway zunächst seine (wenig ruhmreiche) Schauspiel-Karriere, es folgten Jobs als Barkeeper und Versicherungsmakler.

Auch interessant: Was macht eigentlich GNTM-Juror „Q“ aus Staffel 5?

Job-Odyssee nach dem Schauspiel-Aus

Noah Hathaway im Jahr 1994
1994 stellt sich Noah Hathaway den Autogrammwünschen seiner Fans bei einer Veranstaltung in Las Vegas
Foto: Getty Images

Auch interessant: Was macht eigentlich das „schönste Mädchen der Welt“?

Heute ist er Nahkampf-Experte

In den Nullerjahren machte der ausgebildete Tänzer und Thaiboxer aus seiner Passion ein Geschäftsmodell und entwickelte gemeinsam mit Kollegen ein Nahkampftraining für Piloten und Stewardessen. „Ich war der Angreifer, sechs Monate lang mimte ich den Terroristen. Wir hatten überwiegend weibliche Teilnehmer, lauter toughe Frauen – und ich habe ganz schön eins auf den Deckel bekommen!“ erinnerte sich Hathaway, der bekennender Motorrad-Fan ist, im „Stern“-Interview.

Noah Hathaway mit Atréju-Poster

Der Vergleich mit seinem kindlichen Alter Ego bleibt für Noah Hathaway auch heute nicht aus.
Foto: Getty Images

Fanpost kommt bis heute

Heute ist Noah Hathaway 47 Jahre alt und ist verheiratet. Die Topffrisur ist längst Vergangenheit, Arme und Hände zieren großflächige Tätowierungen. Bereits mit 15 habe er sich das erste Tattoo stechen lassen, berichtet „Globe online“, in Amsterdam belegte der Schauspieler, der heute wieder ab und an vor der Kamera steht, später Tätowierkurse. Das Image des furchtlosen Atréju – so richtig ist er es nie losgeworden. Hathaways Look ist denn auch eher casual als schick, rockig statt gediegen. Ein großer Junge eben. „Noch heute bekomme ich täglich Dutzende Mails. Meine Frau und ich sitzen oft vor dem Rechner und schütteln den Kopf“, verriet er dem „Stern“ 2007. Das dürfte sich bis heute nicht geändert haben.