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Nachgefragt bei der Dermatologin

Pickelmale loswerden – was hilft, wenn Pickel Flecken hinterlassen?

Frau mit unreiner Haut
Der Pickel ist zwar weg, es bleibt aber ein unschöner roter Fleck zurück? Von Pickelmalen sind viele Frauen betroffenFoto: Getty Images

Ist ein Pickel verheilt, können an der betroffenen Stelle kleine, rötlich bis dunkellilafarbene Flecken zurückbleiben. Manchmal verschwinden diese Male von alleine, manchmal halten sie sich aber auch hartnäckig. Was dagegen hilft? STYLEBOOK fragte bei einer Dermatologin nach.

Anders als knubbelige Aknenarben hinterlassen Pickelmale keine Erhebung, sondern bleiben auf der Haut als ebenmäßiges, aber eben doch sichtbares Pünktchen zurück. Sie entstehen meist, weil noch zu Pickel-Blütezeiten kräftig gedrückt wurde – eine Tatsache, die wiederum die Stelle stärker durchbluten lässt, die Gefäße weitet und für kleine Entzündungen sorgt. Kommen obendrein noch Sonnen- bzw. UV-Strahlen dazu, beginnt die Haut, zu viel Melanin zu produzieren. Binnen kürzester Zeit bilden sich an der Ex-Pickelstelle mehr Pigmente als normal, woher die dunkle Verfärbung rührt. Was hilft, weiß die Münchener Dermatologin Dr. Miriam Rehbein von der „Dermatologie am Friedensengel“.

Keine direkte Sonne, nicht rumdrücken!

Auch wenn die Pickelmale bereits da sein, bleibt Vorbeugen die wirksamste Strategie: „Pickelmale sind im Prinzip nichts andere als verfärbte Mini-Narben. Grundsätzlich gilt: Finger und direkte Sonne haben im Gesicht nichts verloren.“ Deshalb den abgeheilten Pickel stets mit Sonnenschutz versorgen, da UV-Strahlungen den Effekt noch weiter verstärken. „Menschen mit dunklerem Teint sind anfälliger für Pickelmale als helle Hauttypen“, erklärt die Dermatologin. Da jede Haut anders beschaffen sei, könne es sein, dass „einige Male bereits nach ein paar Wochen von selbst wieder verschwinden, andere aber noch ein Jahr sichtbar sind“.

Wenn Pickelmale sich hartnäckig halten

Bei hartnäckigen Malen rät Dr. Rehbein, „in jedem Fall auf Experimente zu verzichten“, die blieben meist wirkungslos und man verliere im schlimmsten Fall nur viel Geld, so die Expertin. „Zunächst sollte immer ein Profi drauf schauen, denn nur der kann sagen, welche Methode die beste ist.“ Es gäbe zwar bestimmte Cremes, die helfen, aber letztendlich sei alles, was wirklich wirke, verschreibungspflichtig. Wer also unbedacht Aufheller-Cremes  im Internet shoppt, wird langfristig unweigerlich enttäuscht werden.

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CO2-Laserbehandlung bei Pickelmalen

Ist ein Sofort-Effekt erwünscht, empfiehlt Dr. Rehbein die sogenannte CO2-Laser-Methode. „Hierfür schießen feine Laserstrahlen Mikroverletzungen in die Haut, wobei der Körper diese zusammengenommen als eine einzige große Wunde interpretiert. Als Reaktion darauf schickt er Wachstumsfaktoren los, frisches Kollagen wird produziert und die Haut erneuert sich. Durch diesen Prozess verschwinden die Narben. “ Der Vorteil: In der Regel reicht eine Sitzung, um hartnäckigen Pickelmalen den Garaus zu machen. Die Nachteile: Nicht jede Kundin empfindet die Prozedur als schmerzfrei und mit einem Preis um die 900 Euro ist das Treatment nicht gerade günstig.

Microneedling gegen Pickelmale

Das so genannte Microneedling ist laut der Dermatologin bei gleicher Wirkung weniger radikal: Statt mit einem Laser werden die Miniverletzungen durch feine Nadeln hervorgerufen: „Vom Prinzip her ist das recht ähnlich wie Lasern, mit dem Unterschied, dass es mindestens drei Sitzungen bedarf, damit die Pickelmale verschwinden.“ Die Höhe der Kosten ist ähnlich jener der CO2-Laserbehandlung. Welche Methode sich besser eignet, ist von Fall zu Fall verschieden und kann nur vom behandelnden Arzt beantwortet werden. Ein nicht unwesentlicher Vorteil: Microneedling verleiht dem kompletten Gesicht neue Frische, die verschwundenen Male sind nur einer von vielen positiven Effekten der Behandlung.

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Wunderwaffe Retinol

Daneben gibt es eine günstigere Alternative, die aber jede Menge Geduld erfordert, weiß Dr. Rehbein. „Cremes, die mindestens 1 Prozent Retinol enthalten, hellen die betroffenen Stellen auf und regen gleichzeitig den Hautzyklus an“, so die Expertin. Allerdings könne es mindestens acht bis zwölf Wochen dauern, bis ein Effekt zu erkennen sei. Daneben könne es vorkommen, „dass die Haut zunächst etwas irritiert auf den neuen Wirkstoff reagiert, was allerdings wieder abklingt. Ich empfehle immer, durchzuhalten und weiterzumachen. Es lohnt sich!“. Wichtig zu wissen: Retinol (Vitamin A) ist ein potenter Wirkstoff, für die korrekte Anwendung sind einige wichtige Regeln zu beachten. Außerdem sollten Schwangere komplett die Finger davon lassen. Generell rät die Medizinerin davon ab, Pickelmale auf eigene Faust zu behandeln, sondern immer erst den Hautarzt zu konsultieren. Zum vermeintlichen Hausmittel Wasserstoffperoxyd, das gerne auf Ratgeberseiten angepriesen wird, hat Dr. Rehbein eine ganz klare Meinung: „Auf gar keinen Fall!“

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