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Skincare

Warum Ceramide in Creme und Serum so wichtig für die Hautbarriere sind

Close-up faltige Haut
Ceramide sind Lipide oder Fette, die natürlicherweise in der Haut vorkommen, sich im Alter aber abbauenFoto: Getty Images

Sie pflegen Ihre Haut konsequent und gewissenhaft, nutzen vielleicht sogar kostspielige Pflegeprodukte und stellen dennoch fest, dass Ihre Haut empfindlich ist und trockene Partien aufweist? Das könnte daran liegen, dass Ihrer Haut Ceramide fehlen. Erfahren Sie hier alles, was Sie über diesen Pflegewirkstoff wissen sollten.

Was sind Ceramide?

Ceramide sind Lipide oder Fette, die natürlicherweise in der Haut vorkommen und ca. 50 Prozent der Hautzusammensetzung ausmachen. „Sie befinden sich vor allem in der Hornschicht, der obersten Hautschicht. Dort bilden sie sogenannte Doppellipidschichten, die die Funktion einer natürlichen Schutzbarriere der Haut haben mit der Hauptaufgabe, Feuchtigkeit in der Haut zu binden“, weiß Dermatologin Dr. Stefanie Derendorf. Somit spielen sie eine elementare Rolle beim Schutz Ihrer Haut vor Umweltschädigungen und dem Erhalt eines jugendlichen Hautbilds.

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Warum sind Ceramide in der Hautpflege wichtig?

Je weniger Ceramide in der Haut vorhanden sind, desto empfänglicher ist sie für negative Umwelteinflüsse und desto eher nimmt die Hautbarriere Schaden. „Eine geschädigte Hautbarriere kann zu Rötungen und Entzündungen, Trockenheit, Spannungsgefühl und Juckreiz führen, was eine optimale, konsequente Pflege der Haut unerlässlich macht“, rät Derendorf. Eine gesunde, funktionierende Hautschutzbarriere ist essenziell für eine strahlend schöne Haut. Eine optimale Pflegeroutine führt der Haut Feuchtigkeit zu, zum Beispiel durch Hyaluron, beinhaltet aber gleichzeitig auch Wirkstoffe, um die Feuchtigkeit in der Haut zu binden, wie Ceramide. Somit sind diese auch beim Thema Anti-Aging ein Must-have Wirkstoff.

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Wer braucht Ceramide besonders?

Ceramide sind, ähnlich wie Hyaluronsäure, als kosmetischer Inhaltsstoff hautidentisch und somit für so gut wie jeden Hauttyp geeignet. Selbst bei empfindlicher Haut stören sie nicht deren Gleichgewicht. Obwohl sie ein natürlicher Hautbestandteil sind, ist es wichtig, bei den Produkten auf die Formulierung zu achten. Bei öliger Haut empfiehlt sich demnach eher ein leichtes Serum, bei sehr trockener Haut darf es gerne eine reichhaltige Creme sein. „Jedes Hautpflegeprodukt muss zu Ihrem Hauttyp und Ihren individuellen Pflegebedürfnissen passen“, so Stefanie Derendorf. „Gerade bei problematischer und zu Akne neigender Haut ist ein Besuch beim Dermatologen empfehlenswert.“

1. Trockene Haut

Ceramide sind besonders wichtig für Menschen, die unter Hautproblemen leiden wie Ekzemen, Rosazea, Schuppenflechte, Trockenheit oder einer geschwächten Schutzbarriere infolge von Sonnenschäden oder übermäßigem Gebrauch von Wirkstoffen leiden. Hier sind die Vorteile von Ceramiden am spürbarsten.

2. Ölige Haut

Eine geschädigte Hautbarriere kann weniger Flüssigkeit speichern. Dies ist ein möglicher Grund für die Überproduktion von Talg, welche wiederum zu Unreinheiten, Pickeln und öligen Haut führen kann. Ceramide können die Regulation unterstützen.

Das Problem mit Ceramiden

„Obwohl unser Körper permanent neue Ceramide bildet, um die Schutzfunktion aufrechtzuerhalten, nimmt der natürliche Ceramidspiegel der Haut im Laufe der Zeit deutlich ab. Mit Anfang 30 haben sich etwa 40 Prozent der Ceramide in unserer Haut abgebaut und mit Anfang 40 sind es bereits um die 60 Prozent“, so Haut-Expertin Derendorf. Durch diesen Verlust wird die Haut dünner und verliert an Elastizität, was zu Linien und Fältchen führt.

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Ein sinkender Ceramidspiegel ist eine natürliche Begleiterscheinung des Alterns, den man nicht komplett aufhalten kann. Dennoch haben wir Einfluss auf einige Stressfaktoren, die den Ceramidspiegel beeinträchtigen.

Tipps, um die Hautbarriere zu schützen

1. Vermeiden Sie starke Temperaturschwankungen und übermäßige Sonneneinstrahlung.

2. Benutzen Sie täglich ausreichend Sonnenschutz.

3. Vorsicht ist geboten bei vermehrtem Einsatz von Peelings und aggressiven Reinigungsprodukten, die Duftstoffe, ätherische Öle und Alkohol enthalten und dadurch das pH-Gleichgewicht der Haut stören. Nutzen Sie möglichst hautidentische Kosmetikprodukte.

4. Verzichten Sie bei gereizter Haut unbedingt komplett auf Peelings und alkoholhaltige Produkte.

5. Achten Sie auf sich! Auch psychische Belastung sowie eine ungesunde oder zu einseitigen Ernährung kann sich auf die Gesundheit unserer Haut auswirken und sie aus der Balance bringen.

Quelle

mit fachlicher Beratung von Dr. Stefanie Derendorf und Dr. Alexandra Michaelis, Fachärztinnen für Dermatologie und Venerologie, Praxis Dermatologie am St. Anna Platz in München

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