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Nachgefragt beim Experten

Wie wird ein frisch gestochenes Tattoo richtig gepflegt?

Frau sticht ein Tattoo
Ist der Tattoo-Sleeve frisch gestochen, bedarf es einer speziellen Pflege, damit das Motiv lange so schön bleibt wie hier!Foto: Getty Images

Ein Tattoo hält ein Leben lang, damit es über die Jahre auch ein Hingucker bleibt, ist die Pflege des gestochenen Kunstwerks sehr wichtig. Wer hier nachlässig ist, riskiert nicht nur Entzündungen, sondern auch ein unschönes Endergebnis. STYLEBOOK hat mit einem Experten über die richtige Pflege gesprochen.

Damit die Tätowierung auch nach Jahren noch wie frisch gestochen aussieht, ist Pflegen nach dem Abheilen mit einer feuchtigkeitsspendenden Creme besonders wichtig. „Die Nachpflege bestimmt das Ergebnis, nicht nur für die nächsten drei Monate, sondern ein Leben lang!“, sagt Florian Riffel, Geschäftsführer vom Tattoo-Studio Autark in Berlin. „Trockene Haut im Winter wie im Sommer lässt die Tattoos platt und matt erscheinen.“

Wie gut sind Wundcremes für ein frisch gestochenes Tattoo?

Prinzipiell sind Wundcremes gut geeignet, den Heilungsprozess eines frisch gestochenen Tattoos zu unterstützen. Von Vaseline und Produkten mit einer ähnlichen Konsistenz rät der Experte allerdings klar ab. „Vaseline besteht aus Paraffinen, die die Haut zwar optisch feucht aussehen lässt, aber das ist nur ein oberflächiger Film, der die Poren verstopft“, so der Riffel. Für den Heilungsprozess benötigt die Wunde aber Sauerstoff, andernfalls wird die Heilung verlangsamt. Es drohen nicht nur Entzündungen, sondern auch das Tattoo kann langfristig Schaden nehmen. Der Grund: Mit der Wundflüssigkeit werden immer auch Farbpigmente abgesondert. Heilt die Stelle zu langsam ab, lösen sich immer mehr Pigmente heraus, was zu Unregelmäßigkeiten und weißen Flecken in der Tätowierung führen kann.

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Wasser oder Cremes mit Dexpanthenol zur Tattoo-Pflege nutzen

Vielmehr empfiehlt der Tattoo-Experte Wundcremes auf Basis von Bepanthen oder Panthenol. Riffel erklärt: „Beide Cremes ziehen die Legende des Farbenziehens mit sich. Das halte ich für völligen Unsinn.“ Einzig das fettige Gefühl auf der Haut kann als störend empfunden werden. Spezielle Tattoo-Aftercare-Produkte versorgen das Tattoo und die Haut mit Feuchtigkeit und ziehen zudem schnell ein, Fett-Flecken auf der Kleidung, wie sie Bepanthen oder Panthenol verursachen können, bleiben damit aus. Tattoo-Cremes aus der Drogerie empfiehlt Tätowierer Florian Riffel hingegen nicht. Für die richtige Pflege merkt er an: „Hände waschen mit Seife, Tattoo waschen mit Seife, dann das saubere Tattoo mit den sauberen Händen vorsichtig und dünn eincremen.“ So kann die Haut atmen und die Gefahr von Entzündungen oder sogenannten Fettpickelchen ist minimiert.

Eignen sich Kokosöl und Sheabutter für frische Tätowierungen?

In den vergangenen Jahren hat sich innerhalb der Szene ein viel diskutierter Trend entwickelt: Kokosöl und Sheabutter bewirken laut Aussage einiger Tattoo-Fans angeblich Wunder, andere wiederum halten die Kombi für wirkungslos. Tatsächlich konnten Studien eine entzündungshemmende Wirkung von Kokosöl nachweisen. Allerdings fällt dieser positive Effekt wohl eher gering aus, und die langfristigen Auswirkungen sind noch weitestgehend unbekannt.

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Richtige Pflege auch von der Tattoo-Technik abhängig

Am besten ist es aber, die Pflege direkt mit dem Tätowierer abzusprechen, denn oftmals beeinflusse auch die beim Stechen angewandte Technik den Heilungsprozess und die anschließende Pflege des Tattoos.

Wie lange darf ich mit einem frischen Tattoo nicht in die Sonne?

Direkt nach dem Stechen müsse direkte Sonneneinstrahlung für mindestens einen Monat komplett vermieden werden. Generell empfiehlt der Tattoo-Profi sein Kunstwerk vor direkter Sonneneinstrahlung und mit einem hohen Lichtschutzfaktor zu schützen. Riffel: „Die Farben verblassen, jeder Sonnenbrand und heftige Sonneneinstrahlung wirkt wie eine kleine Laserbehandlung.“ Deshalb sei es auch empfehlenswert, sich im Winter tätowieren zu lassen.

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Der Grund für nachträgliche Veränderungen in der Farbgebung ist meistens auch dem jeweiligen Hauttyp geschuldet, denn mit der Zeit bilden sich über der Tätowierung wieder neue Hautschichten. Je nachdem, welche Hautfarbe und -beschaffenheit (trocken, fettig etc.) man hat, legt sich dieser Farbton dann über die tätowierte Stelle und kann die Farben im Laufe der Zeit minimal verändern.

Quellen

– mit fachlicher Beratung von Geschäftsführer Florian Riffel vom Tattoo-Studio Autark, in Berlin
Studie zur entzündungshemmenden Wirkung von Kokosöl

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