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C&A entfernt den XL-Bereich in den Filialen

Nach H&M

C&A entfernt XL-Bereich in den Filialen  

Nach H&M verabschiedet sich nun auch C&A von seinem XL-BereichFoto: Getty Images

Im Zuge von Modernisierungen wurden in den vergangenen 18 Monaten europaweit über 730 C&A-Filialen überarbeitet. Vermeintliches Opfer davon: der XL-Bereich. Den soll es zukünftig jedenfalls nicht mehr geben. STYLEBOOK kennt die Hintergünde.

Laut Aufsteller in den Filialen wird es den separaten XL-Bereich in C&A-Geschäften bald nicht mehr geben. Stattdessen wird auf das Sortiment im Onlineshop verwiesen – für viele Kundinnen und Kunden ein Schock. Doch bedeutet das wirklich, dass es in den C&A-Filialen bald keine großen Größen mehr geben wird? Wir haben bei C&A nachgefragt.

C&A findet XL-Bereich nicht mehr zeitgemäß

Laut C&A sei ein separater XL-Bereich nicht mehr zeitgemäß, stattdessen wolle man stärker auf Inklusion setzen, sagte das Unternehmen auf STYLEBOOK-Nachfrage. „Das XL-Portfolio wird teilweise in die Kernkollektion integriert und teilweise im Online-Shop präsentiert. Die Anpassung des Portfolios wird dabei sukzessive vorgenommen und nicht von heute auf morgen herausgenommen. Vielmehr werden wir im nächsten Jahr eine Übergangsphase sehen, wo etwa der Women’s-XL-Bereich vorerst nur in einem Großteil unserer Geschäfte angepasst wird“, so eine Sprecherin. Bis zu welcher Größe Kleidung in den Geschäften verfügbar sein wird, ist bis dato noch nicht geklärt. Dies wird sich ab dem Frühjahr 2023 zeigen. Bis dahin sollen Kundinnen und Kunden große Größen wie gewohnt im XL-Bereich shoppen können.

Unternehmen setzt immer mehr auf Online-Kundschaft

C&A bezeichnet seine neue Strategie als „omnichannel Ansatz“. Was bedeutet, dass der europäische Textil-Riese in den nächsten Jahren seine Kunden auch online abholen möchte und nicht mehr nur auf den stationären Einzelhandel setzt. Dabei sind auch schon zwei recht unerwartete Partnerschaften entstanden: zuerst mit Amazon Fashion, danach folgte Zalando. Seit Juni 2022 sind auf Amazon.de Essentials und ausgewählte Kleidung für Damen, Herren und Kinder erhältlich. Einen Monat später folgte dann die Aufnahme von C&A im Zalando-Partnerprogramm. „Unserer Entscheidung zur Modernisierung […] liegen fundierte Analysen unserer Zielgruppe zugrunde. Wir wollen da sein, wo unsere Kund:innen bereits sind und hier zeigen unsere Daten klar: unsere Kund:innen fordern ein Omnichannel-Angebot – ein ergänzendes Zusammenspiel aus Online-Shop und stationärem Handel. Wir sind sicher, dass wir unsere Kund:innen so noch besser bedienen können“, so der Textil-Riese weiter.

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H&M erntete Kritik-Storm für das Entfernen des XL-Bereichs

Der schwedische Textilgigant machte 2020 ebenfalls Schluss mit Übergrößen und schmiss sämtliche Stücke seiner großen Kollektion „H&M+“ aus den Filialen. Kundinnen fühlten sich ausgegrenzt und beschwerten sich lautstark in den Sozialen Medien. H&M begründete seine Entscheidung mit Angebot und Nachfrage und dass Plus Size in den vergangenen Jahren hauptsächlich im Onlineshop gekauft worden seien. Aus diesem Grund hätte man sich dazu entschieden, das Sortiment komplett aus den Filialen zu nehmen und es ab sofort nur noch ausschließlich online anzubieten. Für die Kundinnen hätte das den Vorteil, dass man online eine viel größere Auswahl anbieten könne als in den Filialen. Aber ist das wirklich ein Vorteil?

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Inklusion findet kaum im stationären Einzelhandel statt

In einer Zeit, in der es immer häufiger darum geht, Akzeptanz für neue Körperbilder zu schaffen, wirken die Entscheidungen von H&M und C&A wie ein Schlag ins Gesicht der Plus-Size-Frauen. So, als seien Übergewichtige nicht mehr im Laden willkommen. Ein spontaner Stadtbummel sei so einfach nicht mehr möglich. Die XL-Bereiche hatten den klaren Vorteil, dass man direkt auf einen Blick sehen konnte, welche Pieces überhaupt angeboten wurden. Ernsting’s Family hält noch am bewährten Konzept fest. Ein anderes Positiv-Beispiel ist TK Maxx. Dort werden alle Teile übersichtlich direkt von vornherein Größen zugeordnet. Denn nichts kann mehr frusten als seine passende Größe einfach nicht zu finden oder ewig lang nachschauen zu müssen, ob es das Teil auch in größer gibt. Das nächste Frühjahr wird zeigen, ob das Fehlen des XL-Bereichs bei C&A erfolgreich sein wird und sich Kundinnen wirklich mehr inkludiert fühlen.

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