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Autorin berichtet

Ich habe zum ersten Mal Nagelfolien ausprobiert – und so war es

Frau klebt sich Nagelfolie auf
Nagelfolie statt Nagelstudio? Ein Selbsttest!Foto: STYLEBOOK

Nagelfolien erleben in den sozialen Netzwerken gerade einen regelrechten Hype. Doch taugen sie wirklich als Alternative zu herkömmlichem Nagellack und zum Nagelstudio? Unsere Autorin hat den Test gemacht – mit überraschendem Fazit.

Ich muss zugeben: Meine Nägel sind selten perfekt manikürt. Selbst mit „Long-Lasting-Lack“, Top-Coat und Gel-Lacken ist es nach spätestens drei Tagen um meine Nagelspitzen geschehen. Das liegt zum einen an normalen Haushaltsarbeiten wie Spülen oder Kochen, zum anderen an der unangenehmen Angewohnheit, bei Stress oder Nervosität an den Fingern zu „knibbeln“. Eine professionelle Maniküre könnte das Problem natürlich lösen, doch dafür fehlt mir im Alltag meist die Zeit. Eine Alternative dazu sollen – zumindest laut Instagram – Nagelfolien sein. Ob das wirklich funktionieren kann? Einen Versuch ist es wert.

Nagelfolien bestellen – meine Erfahrung

Die Auswahl der Nagelfolien ist gigantisch. Es gibt für jeden Geschmack den passenden Look: Verspielt mit rosa Farbverlauf oder Blümchen, klassisch mit French-Tips oder in Rot, auffällig mit Mustern aller Art und auch „Trend-Designs“, wie Babyboomer-Nails. Ich entscheide mich für eine Mischung und wähle einen Nude-Look, eine Folie in goldener Marmor-Optik und eine mit kupfernen Tips. Weil ich ein Einsteigerset bestelle bekomme ich noch eine Nagelfeile und einen Nagellackentferner geschenkt. Die Nagelfolien sollen laut Hersteller leicht und schnell aufzutragen sein und vor allem sehr lange halten. Mit 50 Euro für drei Sets sind sie zwar im Vergleich zu normalem Nagellack nicht gerade günstig, aber noch deutlich preiswerter als ein Besuch im Nagelstudio.

Nach knapp einer Woche kommt das Set bei mir an, in einer eigenen Reißverschlusstasche, in der ich alle Materialien verstauen kann. Im Allgemeinen ist das Design durchdacht und sehr kundenfreundlich. Eine Anleitung erklärt detailliert, worauf ich beim Aufkleben der Folien achten muss.

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Nagelfolien-set
Das Set hat seinen Preis – wirkt aber auch ziemlich hochwertigFoto: STYLEBOOK

Nagelfolien auftragen – bloß an die Regeln halten!

Zum Auftrage wird der Nagel gesäubert und eine Folie ausgewählt, die zur Nagelbreite passt. Im Zweifelsfall sollte die Folie eher etwas kleiner als größer sein. Nach dem Aufkleben wird der oben überstehende Rest abgeschnitten und dann sauber abgefeilt. Beides geht problemlos. Nachdem alle Nagelfolien angeklebt wurden, folgt ein Überlack. Überrascht stelle ich nach meiner ersten Klebe-Runde fest, dass ich für alle Nägel insgesamt weniger als eine halbe Stunde gebraucht habe. Einen ähnlichen Zeitaufwand habe ich auch, wenn ich meine Nägel inklusive Top-Coat und Nail-Hardener normalerweise lackiere. Vorteil der Folien ist aber, dass nichts verschmieren oder verlaufen kann.

Allerdings stelle ich schnell fest, dass ich vielleicht auch deshalb so wenig Zeit gebraucht habe, weil ich nicht so sorgfältig war, wie eigentlich laut Anleitung gefordert. Ein Beispiel: Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, die Folie nicht über Nagelhaut zu kleben. An einigen wenigen Stellen ist es mir aber dennoch passiert. Die Folge: Weil die Folie nicht perfekt anliegt, bleibt man im Zweifelsfall zwischen Nagel und Folie „hängen“, etwa beim Haare föhnen. Das ist nicht nur nervig, sondern mindert auch die Haltbarkeit der Nagelfolien deutlich.

Wie lange halten die Nagelfolien?

Doch abgesehen von dieser Unachtsamkeit halten die Nagelfolien wirklich gut. Je nach Folie bin ich sogar nach zwei Wochen noch mit dem Ergebnis zufrieden. Lediglich bei der Folie mit den kupfernen Spitzen zeigt sich sehr schnell, dass die Farbe abblättert. Am längsten gefallen mir die Folien mit den goldenen Marmorstreifen, aber auch die Nude-Nägel mit Farbverlauf sind bis auf wenige Nägel, die ich einfach austausche, sehr lange ansehnlich.

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Frau mit Nagelfolien auf den Nägeln
Der Look der Nagelfolien überzeugtFoto: STYLEBOOK

Fazit: Würde ich es wieder tun?

Grundsätzlich war ich von den Nagelfolien positiv überrascht. Mehrfach wurde ich von Freundinnen auf die schönen Nägel angesprochen und teils sogar gefragt, ob ich im Nagelstudio war. Die Designs sind dabei sicher Geschmacksache, aber ich denke, für jeden ist im Zweifelsfall der passende Look dabei. Auch von der Haltbarkeit bin ich überzeugt.

Allerdings: Die Folien sind – vor allem im Vergleich zum Nagellack – kein Schnäppchen. Für auffällige Looks, die man zu Hause kaum selbst hinbekommt lohnt sich der Mehrpreis meiner Meinung nach schon. Für „normale“ Nägel in Rot oder Nude würde ich aber eher lackieren. Außerdem habe ich das Gefühl, dass die Folien die Nägel auf Dauer stark beanspruchen. Selbst bei schonender Entfernung blieben bei mir Rückstände auf den Nägeln und sie sind nun gefühlt spröder und brüchiger als vorher.

Fingernägel
Nach der Nagelfolien-Prozedur sind meine Nägel sichtlich mitgenommenFoto: STYLEBOOK

Mein Fazit: Zu besonderen Anlässen würde ich auf jeden Fall nochmal auf die Nagelfolien zurückgreifen. Für den Alltag ist mir die Nagellack-Alternative aber auf Dauer zu teuer und zu schädlich.

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