Experten erklären

Worauf Anfänger beim Nähmaschinen-Kauf achten sollten

Frau an Nähmaschine
Wer mit dem Nähen starten will, sollte sich eine gute Maschine zulegen – das erleichtert die ersten Näh-Steps enorm!
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Nähen ist Trend – und das nicht erst, seitdem sich jeder seine Mund-Nase-Maske selbst schneidert. Wer jetzt auf den Näh-Geschmack gekommen ist und sich eine eigene Maschine zulegen will, sollte beim Kauf aber einiges beachten. STYLEBOOK erklärt, was eine gute Einsteiger-Nähmaschine eigentlich ausmacht.

Mit einer guten Nähmaschine ist es auch als Anfänger nicht schwer, Kleidungsstücke zu reparieren oder sogar selbst zu schneidern. Aber für wen eignet sich welches Modell? „Es gibt verschiedene Arten von Nähmaschinen, die für unterschiedliche Zwecke einsetzbar sind“, sagt Claudia Till, Redakteurin bei der Stiftung Warentest, die Ende vergangenen Jahres verschiedene Nähmaschinen bewertet hat. Klassische Nähmaschinen führen nacheinander einzelne Arbeitsschritte aus, etwa Nähen, Reißverschluss einnähen oder Kanten versäubern.

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„Dabei kann man aus verschiedenen Sticharten wählen. Je nach Arbeitsgang muss der passende Nähfuß eingesetzt werden“, sagt Till. Die einfachen Geräte sind vielseitig einsetzbar und eignen sich im Allgemeinen auch für dicke oder mehrlagige Stoffe. „Aber nicht alle sind darin gleich gut. Manche haben Probleme, Jeans umzunähen oder die Quernähte von Jeansstoff zu übernähen“, so Till.

Wofür eignet sich eine Overlock-Maschine?

Komplexer sind sogenannte Overlock-Maschinen. Sie nähen, schneiden und versäubern die Kanten in einem Nähvorgang. Das geht viel schneller und präziser als mit einer herkömmlichen Nähmaschine. Allerdings nähen die Overlock-Modelle keine dicken Stoffe und können weder stopfen noch Reißverschlüsse oder Taschen annähen. „Deshalb sind sie kein Ersatz für die herkömmliche Nähmaschine“, so die Expertin.

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Die richtige Nähmaschine für jedes Projekt

Welche Maschine in Frage kommt, hängt davon ab, was man nähen möchte. Wer nur gelegentlich etwas reparieren will, ist schon mit einem Einsteigermodell gut bedient. „Wer aber Kleidung nähen möchte, braucht mehr Funktionen und vielleicht auch mehr Komfort“, sagt Angela Probst-Bajak von der Initiative Handarbeit in Aachen. Vor dem Kauf einer Nähmaschine sollte man sich daher genau überlegen, welche Funktionen und Ausstattung benötigt werden. Denn auch für Nähmaschinen gilt: Viel hilft nicht unbedingt viel. „Die neue Nähmaschine sollte einfach zu einem passen“, sagt Probst-Bajak.

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Nähmaschinen vor dem Kauf testen

Wer sich noch nicht auskennt, kann bei einer erfahrenen Näherin nachfragen, was ihr wichtig ist und was sie an ihrer Maschine mag. Und: „In Nähgeschäften darf man in der Regel die in Frage kommenden Nähmaschinen testen“, weiß Probst-Bajak. Ihrer Erfahrung nach stellt sich so am besten heraus, wie man mit den Einstellungen für Stiche und Nähtechniken zurechtkommt und wie das allgemeine „Fahrgefühl“ ist.

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Nähmaschinen – Unterschiede beim Komfort

Mit den gängigen Basisfunktionen warten alle Maschinen auf. „Unterschiede gibt es vor allem im Komfort“, sagt Till. Gerade für Anfänger ergibt es ihrer Meinung nach Sinn, wenn die Maschine zum Beispiel eine Einfädelhilfe hat. „Oder wenn sie sich so einstellen lässt, dass Ungeübte zunächst langsam nähen können.“ Auch ein automatisches Knopflochprogramm erleichtert die Arbeit gerade für Anfänger sehr.