Statt Gold und Aktien

Wie Handtaschen zur lukrativen Wertanlage werden können

Handtasche Chanel 2.55 als Wertanlage
Klassisch, zeitlos und mit einer hohen Chance auf Wertsteigerung – die Chanel 2.55 kann eine Investition wert sein
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Bei Handtaschen geht es schon lange nicht mehr nur darum, sie raffiniert zu Outfits zu kombinieren. Wichtiger ist vielen der schiere Besitz, denn die Accessoires gelten mittlerweile als sichere Wertanlage. STYLEBOOK erklärt, was es bei der Investition zu beachten gilt.

Spätestens seit den 90ern gelten Handtaschen nicht mehr nur als nettes Accessoire, sondern sind unabdingbar für jedes Outfit. Zu dieser Zeit kam zum ersten Mal der Begriff „It-Bag“ auf – die Handtasche wurde Kult, viele Modelle gewannen an Wert. „Das liegt vor allem daran, dass es sich bei den Marken um Traditionshäuser handelt, die seit Jahrzehnten für Luxus und vor allem für eine außergewöhnliche Qualität stehen“, verrät Cécile Wickmann, Gründerin der Online-Plattform „Rebelle“, auf der Second-Hand-Luxusmode verkauft wird. Diese Tatsache erkannten auch passionierte Sammler, die sich in der Folge regelrechte Taschen-Vorräte zulegten. Über die Jahre wurden diverse Modelle zu immer höheren Preisen verkauft oder bei Auktionshäusern wie „Christie’s“ meistbietend versteigert. Der Vorteil gegenüber Gold oder Aktien: Handtaschen sind auch in Krisenzeiten wertbeständig und definitiv eine Investition wert.

Wie hoch ist die Wertsteigerung einer Handtasche?

„Grundsätzlich sind alle Neupreise der Modellklassiker der großen Marken in den letzten Jahren weiter gestiegen“, erklärt Wickmann. Während eine klassische Chanel 2.55 im Jahr 1955 noch um die 200 Euro kostete, liegt der Preis mittlerweile bei 4.500 Euro. Auch die Birkin Bag von Hermès wird in besonderen Ausführungen für enorm viel Geld versteigert: 2015 kam in Hong Kong eine fuchsiafarbene, mit Diamanten besetzte Birkin Bag für umgerechnet etwa 202.000 Euro unter den Hammer. Der Neupreis einer Birkin Bag liegt jetzt bei circa 9.100 Euro, dabei kann der Wiederverkaufspreis bei bis zu 14.000 Euro liegen. Natürlich gewinnt nicht jede Tasche so an Wert, doch im Laufe der Jahre erlangen viele Modelle einen Kultstatus, den sie zum Zeitpunkt des Kaufs noch nicht hatten.

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Welche Handtaschen lohnen sich?

Die richtige Wertanlage in Form einer Handtasche zu finden, verlangt fundiertes Modewissen. Zunächst gilt es, ein zeitloses Label zu wählen, das über die Jahre sehr beständig war und immer noch gefragt ist. „Die absoluten Klassiker mit denen sofort eine Rendite zu erzielen ist, sind weiterhin die Hermès Birkin Bag und die Hermès Kelly Bag. Momentan sieht es so aus, als ob auch die Hermès Constance sich als eine sehr gute Wertanlage entwickelt“, so Cécile Wickmann gegenüber STYLEBOOK. Allgemein bieten sich die Labels Louis Vuitton, Chanel und Hermès als sichere Wertanlage an. „Auch Vintage-Modelle aus den 90ern werden für immer mehr weiterverkauft“, erzählt die Gründerin.

Zeitlose Klassiker, wie die Kelly Bag von Hermès, eignen sich als Wertanlage besonders gut
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Bei der Wahl des Modells gibt es zwei Optionen: Entweder man investiert in eine Limited Collection, die allein durch die Verknappung der Stückzahl oder eine bestimmte Zusammenarbeit mit Künstlern besonders interessant ist und zum Sammlerstück werden kann. Oder man wählt einen echten Klassiker, der seit langer Zeit erhältlich ist und lediglich in unterschiedlichen Variationen des Materials oder Musters neu aufgelegt wird.

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Auf Material und Verarbeitung achten

Außergewöhnliche Materialien wie Exotenleder treiben die Preise der Handtaschen nach oben. Doch auch hochwertiges Lammleder verliert nicht an Wert. Bei Stoffen ist es wichtig, auf eine perfekte Verarbeitung zu achten – die Nähte dürfen keine Fäden ziehen oder sich bereits in der Auflösung befinden.

Wie werden Handtaschen als Geldanlage aufbewahrt?

Alle Handtaschen haben einen Staubbeutel dabei – aus gutem Grund, denn dieser schützt die wertvollen Accessoires nicht nur vor Staub, sondern auch vor Sonnenlicht. Andernfalls bleicht das Obermaterial der Tasche über die Jahre stark aus. Um unschöne Falten im Leder oder Stoff zu vermeiden, sollte die Tasche immer mit Füllung gelagert werden. Doch zur Freude jeder Käuferin müssen die Handtaschen nicht nur im Schrank bleiben: „Auf jeden Fall sollte man sie tragen. Das Schöne ist ja, dass Handtaschen nicht nur im Neuzustand wertvoll und begehrt sind, sondern auch mit Tragespuren und ein wenig Patina noch attraktiv und wertstabil bleiben“, weiß Cécile Wickmann.

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Sichere Geldanlage in Krisenzeiten

Gerade in der momentanen Corona-Krise ist die Wirtschaft und damit auch die Börse von starken Schwankungen und Unsicherheiten betroffen. Bei Handtaschen sieht das jedoch anders aus. Wickmann: „Als Statussymbole für den Alltag sind Handtaschen sehr konjunkturrestistent.“ Gerade jetzt suchen Menschen nach einer langfristigen und sicheren Geldanlage mit hoher Rendite, weiß die Gründerin. So sei die Nachfrage der klassischen Hermès Birkin Bag um 40% gestiegen. Gleichzeitig wird aber auch vermehrt in funktionale und praktische Artikel investiert, hier zwar zu einem niedrigeren Preis, dafür aber in echte Klassiker und weniger saisonale Produkte.

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