Nähte, Schriften, Material…

So erkennen Sie gefälschte Handtaschen!

Frauen mit Handtaschen
Handtaschen von Chanel (r.) oder Hermès werden oft billig kopiert. Im Foto: zwei Originale.
Foto: Getty Images

Hatten Sie schon mal eine gefälschte Designer-Handtasche in der Hand? Oder besser: Wissen Sie, ob sie schon mal eine in der Hand hatten? Diese bei Online-Auktionen, auf dem Flohmarkt oder im Second-Hand-Laden zu erkennen, ist oft nicht leicht. Die Qualität der Fakes nimmt stetig zu, sie sind vom Original oft kaum zu unterscheiden. STYLEBOOK hat Tipps, wie Sie Fälschungen dennoch entlarven können.

1. Das Material

Original-Designerhandtaschen sind aus hochwertigem Leder, oft vom Rind oder Hirsch. Das ist schwerer als Kunstleder und dunkelt durch Regen, Sonne und alltäglichem Gebrauch nach. Henkel und Griffe neigen außerdem dazu, speckig zu werden. Dies ist bei billigen Fälschungen aus Kunstleder nicht der Fall! Bessere Fakes sind aus minderwertigem Leder, beispielsweise vom Schaf, was man am strengen Geruch erkennt.

Hört sich zwar komisch an, ist aber wirkungsvoll: Nehmen Sie die Tasche in die Hand, schließen Sie die Augen. Fühlen Sie das Leder und riechen Sie daran. Dadurch erhalten Sie ein Gespür für die Qualität des Produktes. Der Grund: Klebstoff und Plastik können Sie so einfach erschnuppern.

2. Die Nähte

Außerdem gilt: Die meisten Originale bestehen aus wenigen Lederstücken. Die Unterseite etwa besteht meist aus einem kompletten Stück Leder und weist deshalb keine Nähte auf. Vorsicht: Auch wenn auf den ersten Blick alles echt aussieht, schauen Sie in die Tasche hinein! Fakes sind dort oft schlechter verarbeitet als außen.

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3. Die Verarbeitung von Metallelementen

Darauf wird bei der Herstellung von Luxustaschen großen Wert gelegt.  Die Metallelemente müssen sehr gut verarbeitet sein und problemlos funktionieren. Das gilt auch für die Reißverschlüsse. Ein Tipp: Reißverschlüsse der Marke YKK werden bei der Herstellung von Designertaschen nicht verwendet.

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4. Das Logo

Original-Logos sind in der Regel nicht angeschnitten und verschwinden auch nicht in einer Naht. Aber klar: Auch bei Originalen gibt es Ausnahmen. Prüfen Sie außerdem die Monogramme wie das berühmte verschlungene Doppel-C (für Coco Chanel), LV oder GG. Sind die Buchstaben regelmäßig angeordnet oder die Beschichtung gleichmäßig aufgetragen? Bei Fälschungen läuft die Farbe meist aus und/oder ist in kleinen Punkten aufgebracht.

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5. Markenspezifische Merkmale

Gibt es einen Datumsstempel oder eine Seriennummer? Lassen Sie sich diese zeigen. Bei Originalen sind Seriennummern üblicherweise zusammengeschrieben – bei vielen Fälschungen enthalten sie Leerzeichen. Bei Louis Vuitton beispielsweise besteht die Artikel-/Seriennummer aus zwei Buchstaben und vier Ziffern: Die Buchstaben kennzeichnen, wo die Tasche hergestellt wurde, die Ziffern wann. Dabei stehen die erste und dritte Ziffer für den Monat, die zweite und vierte für das Herstellungsjahr. Achten Sie darüber hinaus je nach Label auf Besonderheiten. Marc Jacobs beispielsweise hat alle Reißverschlüsse mit einer „Lampo“- oder einer „RiRi“-Prägung versehen.

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6. Die Belege

Sind Kassenzettel, Rechnungen, Echtheitszertifikate etc. vorhanden? Entsprechen auch diese in Schrift und Design dem Anspruch des Modehauses? Werden Original-Karton und „Dust-Bag“ mitgeliefert? Sind diese Punkte erfüllt, ist es zwar immer noch keine hundertprozentige Sicherheit für ein Originalstück, aber wahrscheinlicher. Wichtig: Originale werden niemals mit Folie beklebt oder gar in Plastik verpackt.

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7. Die Herkunft

Vorsicht bei Schnäppchen! Im Gegensatz zu Prada oder Burberry gibt es Louis-Vuitton-Produkte nicht in Outlet-Stores! Ebenso verhält es sich mit B-Ware. Die meisten Designer-Marken würden niemals zweitklassige Produkte anbieten. Diese kommen meist aus dubiosen Produktionen. Bei Zweifeln, lieber die Finger davon lassen.

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8. Schauen Sie sich online das Original an!

Wenn Sie sich dennoch unsicher sind, checken Sie die offizielle Website des Designerlabels. Ist Ihre Wunsch-Tasche dort auch im Sortiment? Wenn ja, checken Sie so gut es geht bestimmte Merkmale wie Schriftzug, Muster, Farbe. Die meisten Labels bieten sogar einen Service, der modellspezifisch genaue Hinweise auf die Unterschiede zwischen Originalen und Fakes gibt. Darüber hinaus nehmen sich etliche Foren, Blogs oder Seiten dieser Thematik an.

Fazit

Um 100 Prozent sicher zu gehen, hilft leider nur eins: Kaufen sie Ihre Handtasche nicht nicht am Straßenrand, sondern beim offiziellen Händler bzw. in seriösen Designer-Onlineshops.

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