Richtig gekleidet zum Oktoberfest

So funktioniert der Wiesn-Dresscode

Am Ende ist sind die Wiesn ein Volksfest und das Outfit sollte vor allem bequem sein
Am Ende ist sind die Wiesn ein Volksfest und das Outfit sollte vor allem bequem sein
Foto: Getty Images

Am 16. September um 12 Uhr wird das Oktoberfest in München eröffnet. Dann heißt es nicht nur wieder: „O'zapft is!“, sondern auch „O'zogn is“. Damit man nicht nur fesch, sondern auch korrekt gekleidet auf den Wiesn unterwegs ist, beantwortet STYLEBOOK die 8 wichtigsten Dresscode-Fragen.

Vom Binden der Dirndlschürze über die richtige Rocklänge bis hin zum passenden Schuhwerk – für den richtigen Wiesn-Look gibt es eine strenge Kleiderregel. Zusammen mit Münchens angesagter Trachten-Designerin Lola Paltinger (45) beantworten wir die wichtigsten Fragen:

 

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1. Wie sieht das korrekte Dirndl aus?

Länge:
Frauen tragen traditionell ein Dirndl. Das sollte mindestens bis zum Knie reichen (Länge circa 60 Zentimeter). Ein Dirndl in Midi-Länge (ca. 70 Zentimeter) schmeichelt jeder Figur und ist für jedes Alter geeignet. Der unangefochtene Klassiker ist das lange Dirndl mit ca. 90 cm Rocklänge, das sich auch bei jungen Frauen immer größerer Beliebtheit erfreut. Das sieht auch Trachten-Designerin Lola Patinger aus München so: „Zu kurz ist nach wie vor out, ebenso wie zuviel Holz vor der Hüttn. Schön für lange Beine sind Midi-Dirndl, die knapp bis übers Knie reichen. Die aktuelle Trendlänge reicht etwa bis zur Wadenmitte.“

Qualität:
Hat ihren Preis. Auch beim Dirndl. Für den Wiesn-Neuling taugt ein Baumwoll-Kleid. Und damit liegt man diese Wiesn-Saison absolut im Trend. „Baumwoll- und Leinendirndl sind angesagt: Sie verleihen ihrer Trägerin eine mädchenhafte Eleganz“, verrät Lola Paltinger. Aber auch hochwertige Seide bleibt im Trend. Definitiv out sind Brokat und viel Bling-Bling. Dafür angesagt sind edle, traditionelle Stickereien. Wer was auf sich hält, kauft nicht von der Stange, sondern lässt nach Maß schneidern. Maß-Dirndl kosten ab 800 Euro. Aber: Ein gutes Teil lässt sich mindestens zehn Jahre lang tragen.

Farben:
Bei den Farben kann man sich ruhig austoben. Wer auf Nummer sicher gehen will, wählt klassische Trachten-Farben wie Dunkelblau, Dunkelgrün und Rot.

Verschluss:
Ob ein Dirndl geknöpft, geschnürt oder mit einem Reißverschluss geschlossen wird, spielt keine Rolle. Wichtig ist, dass es eng am Körper sitzt, damit Taille und Brust optimal betont werden. Auch die Träger sollten eng an den Schultern sitzen, damit sie die Brust zusätzlich anheben. Es lohnt sich ein Dirndl zu suchen, das ideal zur Figur passt. Immerhin hat man viele Jahre etwas davon.

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Unterrock:
Den brauchen wir, damit das Dirndl so richtig schön schwingt! Unterröcke (ob in der Farbe des Dirndls oder klassisch in schwarz oder weiß) sind gerade mega angesagt.

Noch Fragen offen? Dann lesen Sie jetzt unser großes Dirndl-ABC. 

2. Worauf muss man bei der Dirndl-Bluse achten?

Sie ist blütenweiß, hat Puffärmel (lassen pralle Oberarme schmal aussehen) und einen elegantem Carmen-Ausschnitt (also leicht schulterfrei). Die Bluse reicht nur bis kurz unter die Brust. Allerdings sollte sie nicht zu klein ausfallen, sonst quetscht sie das Dekolletee weg und das gilt es natürlich zu vermeiden. Mittlerweile können auch farbige Blusen in Pastelltönen, Rot oder Schwarz zum Dirndl kombiniert werden. Der richtige BH ist natürlich auch essentiell: Idealerweise hat er eine Balconette-Form mit weit an der Seite platzierten Trägern und tiefem Steg. Wer einen mehrtägigen Wiesn-Besuch plant, sollte auch mehrere Blusen zur Hand haben. Sie ist im Grunde ein Wäschestück, das regelmäßig gewechselt wird.

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3. Was hat es mit der Dirndl-Schürze auf sich?

4. Welche Bedeutung hat die Dirndl-Schleife?

Alles andere als egal, denn hinter der Schürzen-Schleife versteckt sich tiefere Symbolik:

Schleife links gebunden:
Links ist die Seite für Single-Ladys und signalisiert: „Hi, ich bin noch zu haben!“. Allerdings darf die links gebundene Schleife nicht gleich als Freifahrtschein für Jungs gesehen werden. Auch auf dem Oktoberfest wollen Frauen noch erobert werden.

Schleife rechts gebunden:
Rechts bedeutet vergeben, egal ob der Partner beim Volksfest mit dabei ist oder man alleine unterwegs ist.

Schleife hinten gebunden:
Lange Zeit signalisierte die Schleife hinten, dass eine Frau verwitwet ist. Aber aufgepasst: Auch Kellnerinnen tragen die Schleife hinten, damit sie beim Servieren nicht stört. Wer also ein Auge auf eine hübsche Frau mit Schleife hinten geworfen hat, darf sich ruhig trauen sie anzusprechen. Vielleicht hat sie nach Dienstschluss ja noch Zeit für eine Brezn.

Schleife vorne in der Mitte:
Die Schleife vorne bedeutet, dass die Trägerin noch Jungfrau ist – so die Theorie. In der Praxis ist es aber eher unwahrscheinlich, dass Frauen mit einer solch privaten Information über das Oktoberfest marschieren. Traditionell ist die Schleife vorne also vor allem Kindern vorbehalten oder wird bei katholischen Feierlichkeiten gezeigt. Denn eine Schleife vorne bedeutet auch, dass eine Frau im heiratsfähigen Alter und auf der Suche nach einem Bräutigam ist.

5. Sind Dirndl Pflicht? Oder gehen auch Lederhosen für Frauen?

Ja, auch Frauen können auf Krachlederne und Janker zurückgreifen. Auch wenn beides typisch männliche Tracht ist, sehen Frauen darin genau so cool aus. Die Lederhose sollte eng sitzen und darf gerne kürzer als das Knie sein. Dazu ein Hemd mit Karos und ein paar Schnürstiefel und fertig ist der coole Wiesn-Look. Ein Janker ist übrigens eine gewalkte Filzjacke, die es meist in gedeckten Farben und mit schönen Verzierungen gibt. Wer noch nicht in einen Janker investieren möchte, greift auf eine schlichte (Zopf-)Strickjacke zurück oder macht es ganz besonders schick mit einem Trachtentuch. Der große Schal wird ähnlich wie ein Cape um die Schultern gelegt und sieht auch noch nach dem Oktoberfest gut aus.

6. Wie sieht das passende Schuhwerk aus?

Ballerinas sehen mädchenhaft aus, Pumps mit maximal fünf Zentimeter hohen Absatz traditionell. Aber auch Schnürstiefel oder Sneaker passen zum Dirndl. Am Ende sollten die Schuhe bequem sein, denn das Oktoberfest ist weitläufig und das Tanzen auf den Bänken will geübt sein. Auf zu hohe Schuhe also besser verzichten.

7. Was sind die richtigen Accessoires für die Wiesn?

Traditionell trägt man zum Dirndl ein Kropfband. Also ein breites, eng anliegendes Samtband, das mit Perlen oder Stickereien verziert ist und ein Mittelstück hat, das mit Ornamenten besetzt ist. Das sieht nicht nur sehr elegant aus, sondern macht auch einen langen Hals! Wer sich traut, trägt ein Trachtenhütchen, das aus Wollfilz aber auch aus Stroh sein kann. Jedes Dirndl hat eine Seitentasche oder ein Fach unter der Schürze um das Nötigste zu verstauen. Zusätzlich kann man aber auch eine kleine Tasche zum Umhängen mitnehmen.

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8. Wie funktioniert der Wiesn-Look für Männer?

Das wichtigste für jeden Mann ist natürlich die Lederhose. Besonders robust ist sie aus Schweinsleder, etwas edler wirkt sie aus Ziegenleder. Beige, Braun oder Grün sind die beliebtesten Farben. Wichtig: die Hose sollte nicht zu kurz sein, sonst sieht man schnell wie ein kleiner Schuljunge aus. Dazu wird ein Hemd getragen, traditionell natürlich kariert. Damit es an den Beinen nicht zu kalt wird, tragen die Herren gerne gestrickte Kniestrümpfe oder Loferl, das sind halbierte Kniestrümpfe, die aus kurzen Socken und passenden Wadenwärmern bestehen. An die Füße kommen Haferlschuhe aus Wildleder oder lässige Wanderstiefel. Wer keine hat: Sneaker gehen natürlich auch und verleihen dem traditionellem Look einen modernen Aspekt.

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