Nie wieder Fehlkäufe

So finden Sie immer die richtige Kleidergröße

Kleidergrößen Label
Vermutlich kennt jeder seine deutsche Kleidergröße, doch wie sieht es mit der eigenen Größe in den USA oder in Großbritannien aus? STYLEBOOK erklärt die Unterschiede.
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Fast jeder kennt seine Kleidergröße und schaut beim Shoppen meist zuerst auf das Schild im Kragen oder Hosenbund. Doch nicht immer passt die vermeintlich richtige Größe auch. Woher weiß man, welche Kleidergröße optimal ist und woher kommen die Bestimmungen der Kleidergrößen überhaupt? STYLEBOOK erklärt.

Dieses Problem kennt jeder: Im Laden greift man zu seiner gängigen Kleidergröße und muss bei der Anprobe feststellen, dass die Hose zu klein oder das Kleid viel zu groß sind. Dabei handelt es sich doch um genormte Größen, die immer gleich ausfallen (sollten). Oder etwa nicht?

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Wie entstehen Einheitsgrößen?

Obwohl Kleidung schon seit der industriellen Revolution maschinell hergestellt werden konnte, wurden bis ins 20. Jahrhundert noch viele Teile per Hand genäht. Natürlich mit perfekter Passform, denn für handgearbeitete Mode wurde direkt Maß genommen. Ein Aufwand, der für die Massenproduktion nicht in Frage kam. Stattdessen setzten Hersteller von maschinell gefertigter Kleidung auf Einheitsgrößen.

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Das Schlüsselwort dafür sind Reihenvermessungen. Diese Vermessungen, durchgeführt an zahlreichen Probanden, dienen dazu, die durchschnittlichen Körpermaße der Bewohner eines Landes zu erfassen und sie dementsprechend auszuwerten. Darum kümmert sich in Deutschland das Textilforschungszentrum der Hohensteiner Institute in Baden-Württemberg. 2007/2008 wurden diese Messungen unter dem Namen „Size Germany“ an 13.362 Frauen, Kindern und Männern zwischen 6 und 87 Jahren mit einem 3 D-Körperscanner durchgeführt. „Size Germany“ gilt als die größte Reihenmessung in Deutschland.

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Die letzte Messung vor 2007 fand 1994 statt, und seitdem hat sich einiges verändert: Tendenziell werden wir alle größer. Der Taillenumfang von Frauen wuchs im Durchschnitt um 4,1 Zentimeter und der Hüftumfang um 1,8 Zentimeter. Auch die Brustspanne nahm seither um 2,3 Zentimeter zu.

Jeans zu klein

Die richtige Größe im Etikett und trotzdem passt das Kleidungsstück nicht? Kann passieren, denn Größen können von Marke zu Marke variieren.
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Die richtige Kleidergröße und wie man sie findet

Zu den bekanntesten Größenordnungen gehört die Aufteilung von 32 bis 54 bei Frauen und bei Männern von 40 bis 62. Aber auch Symbole wie XS, S, M, L, XL kommen wohl jedem bekannt vor. Immer mehr Hersteller bieten mittlerweile auch L und K Größen an. Lang (L) steht in diesem Fall für Frauen, die über 172 Zentimeter groß sind. Während Kurz (K) sich an die Frauen richtet, die kleiner sind als 165 Zentimeter.

Bei Kindern gilt der Grundsatz: Konfektionsgröße = Körperhöhe. Bei Erwachsenen müssen die Mathekenntnisse aus der Schulzeit nochmal eingesetzt werden, denn die richtige Konfektionsgröße lässt sich tatsächlich errechnen.

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Kleidergrößen im Ausland

Trotz der Bemühungen einer einheitlichen Konfektionsgröße EU-weit ist das Shoppen im Ausland nicht immer einfach. Denn hier gelten zum Teil ganz andere Standards. In China beispielsweise entspricht die Kleidergröße von Frauen ihrem kompletten Brustumfang. In den USA beginnt die Größentabelle mit der oft zitierten „Size Zero“, also Größe 0. Auf diesen Etiketten sind aber auch die länderübergreifenden Größen vermerkt und viele Läden führen Tabellen, anhand derer die entsprechende Größe ermittelt werden kann.

Wer wenig von Tabellen hält, dem helfen beim Shoppen diese Tipps und Tricks:

Französische Größen: Was in Deutschland eine Größe 36 ist, ist in Frankreich von der Passform eigentlich eine 34. Man muss demnach immer eine Kleidergröße auf die im französischen Produkt vermerkte Zahl draufaddieren.

Italienische Größen: In Italien ist eine deutsche 38 tatsächlich eine IT 42. Es gilt also: Von der italienischen Größe müssen vier abgezogen werden – oder zwei angegebene Konfektionsgrößen.

US-Größen: Eine amerikanische Größe 2 wäre in Deutschland eine Größe 32. Man rechnet also immer minus 30 oder nimmt einfach die letzte Zahl der eigenen deutschen Größe als Richtlinie. Ab Größe 40 geht es bei den amerikanischen Größen mit 10, 12, 14 < weiter.

Englische Größen: Für UK-Größen existiert leider kein eingängiger Merksatz. Da hilft nur einprägen: Eine deutsche 40 ist bei den Briten eine 14, eine 32 geht als Größe 6 über den Ladentisch.

Asiatische Größen: Korea, Japan oder China berechnen die Konfektionsgröße an Hand des Brustumfangs und übertragen das Ergebnis in ihre länderspezifischen, metrischen Systeme. Hier sollte zusätzlich beachtet werden, dass Asiaten in der Regel schmaler gebaut sind als Europäer, weshalb Größen möglicherweise kleiner als angegeben ausfallen. Anprobieren ist also die einzige Lösung!

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