Er starb an den Folgen von Covid-19

Die Modewelt trauert um Designer Kenzo Takada

Kenzo Takada im Januar 2020 am Rande der Schauen in Paris
Kenzo Takada im Januar 2020 am Rande der Schauen in Paris
Foto: Getty Images

Der hochrenommierte Modeschöpfer Kenzo Takada ist tot. Er starb im Alter von 81 Jahren in Neuilly bei Paris an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung – das berichtete zunächst die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf einen Sprecher.

Später bestätigte das von Kenzo gegründete Modehaus den Todesfall auf Twitter. Der Modeschöpfer wurde am 27. Februar 1939 Himeji in der Region von Osaka geboren, seine Karriere begann er als Stylist in einer Kaufhauskette in Tokio. Später reiste er nach Frankreich – der Beginn einer beispiellosen Karriere, wobei sein Vorname zu einer weltweit bekannten Marke avancierte.


„Kenzo Takada starb am Sonntag, 4. Oktober, im Amerikanischen Krankenhaus von Neuilly-sur-Seine an den Folgen von Covid-19“, zitierte die Agentur eine Erklärung des Sprechers. „Ruhe in Frieden, Meister“, schrieb das Modehaus Kenzo. „Was für ein Gestalter!“, teilte die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo mit. Kenzo habe der Farbe und dem Licht Platz in der Mode gegeben. „Paris trauert heute um einen seiner Söhne“, so die Sozialistin.

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Der Designer verkaufte seine Marke schon 1993 an den französischen Luxuskonzern LVMH des Milliardärs Bernard Arnault. Der Unternehmer teilte am Abend mit, er sei sehr betrübt über den Tod des Modeschöpfers, der viele Designer inspiriert habe.

Kenzo kam mit dem Frachter nach Frankreich

Kenzo schuf sein Modereich quasi aus dem Nichts. Als 25-Jähriger war er Mitte der 1960-er Jahre nach Frankreich gekommen. Er landete damals mit einem Schiff in der südfranzösischen Hafenstadt Marseille und reiste dann nach Paris weiter. Der Absolvent der renommierten Bunka-Gakuen-Modeschule in Tokio dachte zunächst an einen begrenzten Aufenthalt in der Metropole – und blieb für immer. 1999 zog sich Kenzo endgültig zurück, zehn Jahre später ließ er seine Kunstsammlung mit etwa 1300 Stücken für knapp zwei Millionen Euro versteigern.

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Kenzo war nicht der einzige Ausländer in der Pariser Modewelt. Aus Hamburg kam Karl Lagerfeld, der an der Seine zum „Kaiser Karl“ aufstieg und im Februar 2019 starb. Kenzo galt als der erste Japaner, der sich in der knallharten Pariser Branche einen großen Namen machte. Seine erste Kollektion gestaltete er vor 50 Jahren: In einer historischen Ladengalerie im Herzen von Paris führte er 1970 die Boutique mit dem Namen „Jungle Japonaise“. 1976 zog er in größere Räume an der unweit gelegenen Place des Victoires um und gründete die Marke mit seinem Vornamen. 1983 legte sich Kenzo ein Standbein in der Herrenmode zu. 1988 folgte das Herrenparfüm „Kenzo“.