Auch schon bemerkt?

Darum werden Herrenhemden anders geknöpft als Damenblusen

Auch schon mal aufgefallen, dass Herrenhemden anders zugeknöpft werden als Damenblusen? Der Hintergrund überrascht. Schwerter, Degen und Damenreitsattel sind nämlich Schuld daran, dass es unterschiedliche Knopfleisten für die Geschlechter gibt.

Mann knöpft Hemd zu
Bei Männerhemden sind die Knöpfe rechts, ...
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Jede Bluse und jedes Hemd haben sie: Knöpfe. Und vielleicht haben Sie auch schon bemerkt, dass die Knopfleiste bei Männern auf der rechten Seite und bei Frauen auf der linken Seite befestigt ist. Doch warum ist das eigentlich so?

Mann knöpft Hemd zu

Bei Männerhemden sind die Knöpfe rechts, …
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Frau knöpft Bluse zu

… bei Frauenblusen links angebracht. Die Gründe hierfür sind in der Geschichte begründet
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Die Geschichte der Knöpfe

Tatsächlich waren lange Zeit die Knöpfe nur als Dekoration gedacht. Knöpfe waren nämlich teuer und nur die Oberschicht konnte sich dieses modische Statussymbol leisten. Erst seit dem 13. Jahrhundert halten Knöpfe Kleidung zusammen. Doch warum sind Knöpfe bei Männerhemden rechts und bei Frauenblusen links angebracht? Diese Kleiderregel trat erst 300 Jahre später in Kraft. Im 16. Jahrhundert hatten Männer noch Schwerter und Degen bei sich und mussten diese bei einem Kampf schnell hervorholen. Weil Rechtshänder – damals wie heute – in der Überzahl waren, trugen die Ritter ihre Waffe an der linke Seite. Wenn sie das Schwert oder den Degen nun herauszogen, durften sie auf keinen Fall an den Knöpfen hängen bleiben – das hätte schnell tödlich enden können! Deshalb platzierten die damaligen Schneider die Knöpfe auf der rechte Seite, so konnte problemlos das Schwert über die Knopfleiste gleiten. Außerdem konnten die Männer bei kalten Temperaturen ihre rechte Hand, die das Schwert führte, zwischen den Knöpfen hindurchstecken und warm halten.

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Napoleon Bonaparte

Ah, deswegen hatte Napoleon immer seine rechte Hand im Hemd. Traditionell befand sich bei Männerhemden die Knopfleiste auf der rechten Seite, so konnte das Schwert oder der Degen schneller – und unfallfrei – gezogen werden Napoleon
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Darum tragen Frauen die Knöpfe links

Bei Frauen war das anders. Hierfür gibt es aber verschiedene Theorien, warum die Knopfleiste auf der linken Seite angebracht ist. Eine Theorie besagt, dass nur wohlhabende Damen mit Zofen sich Blusen leisten konnten, die ihnen beim Anziehen halfen. Da auch die Kammerfrauen überwiegend Rechtshänderinnen waren, wurde die Knöpfe auf der Vorderseite der Bluse links angebracht, so konnten die Zofen die Blusen besser zuknöpfen. Doch diese Theorie hinkt, denn es war damals eher unwahrscheinlich, dass modische Neuentwicklungen für das Dienstpersonal entworfen wurde.

Eine dritte, etwas kuriose Theorie behauptet, dass der Damensattel schuld an der linken Knopfleiste ist. Der Reitsattel für Frauen war so angebracht, dass die Reiterinnen sich mit ihrem Oberkörper auf die rechte Seite drehen mussten. Die auf der linken Seite gesetzten Knöpfe verhinderte, dass der kalte Wind ungehindert durch die Blusenöffnung blasen konnte.

Eine Theorie, warum sich die Knopfleiste bei Damenblusen auf der rechten Seite befindet: Weil Frauen früher im Damensitz auf dem Pferd ritten, verhinderten die auf der linken Seite gesetzten Knöpfe, dass der kalte Wind ungehindert durch die Blusenöffnung wehen konnte

Eine Theorie, warum sich die Knopfleiste bei Damenblusen auf der rechten Seite befindet: Weil Frauen früher im Damensitz auf dem Pferd ritten, verhinderten die auf der linken Seite gesetzten Knöpfe, dass der kalte Wind ungehindert durch die Blusenöffnung wehen konnte Damen beim Reiten. Foto: Getty Images

Und es gibt noch eine weitere Erklärung für die links angebrachten Knöpfe: Frauen konnten mit dieser Knöpftechnik besser ihre Babys stillen. Mit dem Kind auf dem rechten Arm, lässt sich die Bluse mit der linken Hand einfacher öffnen.

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Mit dem Aufkommen der Unisex-Mode im späten 21. Jahrhundert geriet die geschlechtsspezifischen Knopfrichtung ins Wanken. Heute verzichten Designer und Hersteller oft auf unterschiedliche Knöpfungen.

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