Alter, Schwangerschaft

Wie verändern sich Tattoos im Laufe der Zeit?

Ein Mann mit Tätowierungen im Alter
Die Lebensdauer von Tätowierungen wird von den verschiedensten Faktoren beeinflusst
Foto: Getty Images

„Wie sieht das nur aus, wenn du mal alt und schrumpelig bist?“ Diese Frage musste sich wohl jeder schon einmal anhören, dessen Körper ein größeres Tattoo ziert. Aber was machen Veränderungen der Haut tatsächlich mit Tätowierungen? STYLEBOOK hat nachgeforscht und die wichtigsten Fragen und Antworten gesammelt.

Laut Definition gehören Tattoos in die Kunstszene, sie schmücken und optimieren unseren Körper. Genau so, wie es ein Gemälde im Wohnzimmer tut. Doch während sich die Haut täglich verändert und regeneriert, bleiben Tätowierungen starr und unbewegt. Was ist also dran an der Warnung jener, die uns den Körperschmuck madig machen wollen? 

Schwarz-Weiß Portrait eines älteren Herren mit Tätowierungen

Verändert sich die Körperform im Alter nicht allzu sehr, bleibt auch das Tattoo meist in Form
Foto: Getty Images

Wie und warum verändert sich mein Tattoo?

Es gibt viele verschiedene Faktoren, die Einfluss auf die Beschaffenheit, die Qualität und die Lebensdauer einer Tätowierung haben. Direkt nach dem Stechen sollte man sowohl Wasser als auch direkte Sonneneinstrahlung meiden, da sie die frische Tinte verblassen und/oder verlaufen lassen. Wenn die Wundheilung abgeschlossen ist, „lebt“ ein Tattoo unser Leben tagtäglich mit und ist den verschiedensten Umwelteinflüssen ausgesetzt.

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Farbe

Farbige Tattoos verändern sich grundsätzlich stärker als sogenannte Tribals, die meist vollständig mit schwarzer Tinte gestochen werden. Während Gelb oder Violett sehr leicht verblassen, verschwimmen bei Blau-, Grün- und Rottönen vor allem die Kontraste. Aber auch schwarze Tinte verliert mit der Zeit an Intensität und Konstanz, was einen unschönen Grün- oder Blaustich zur Folge haben kann.

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Form

Besonders anfällig für Veränderungen sind filigrane Linien, glatte Kanten und sehr realitätsnahe Tätowierungen, die durch ihre starken Kontraste wirken. Ein Verschwimmen der Ränder kann hier bereits nach fünf bis zehn Jahren auftreten.

Eine rauchende ältere Dame, mit einer tätowierten Schlange auf der Schulter

Übermäßiger Alkoholkonsum, regelmäßiges Rauchen und wenig Schlaf gehören zu den Faktoren, die das natürliche Hautbild altern lassen
Foto: Getty Images

Verändert sich mein Tattoo, wenn ich mich verändere? 

Ob und wie sehr sich ein Tattoo verändert, ist nicht nur von Tinte und Motiv abhängig. Viel entscheidender ist die Stelle, an der die Tätowierung platziert wurde. Bei starker Gewichtszunahme wird ein kleines Motiv am inneren Oberarm logischerweise weniger verzerrt, als eines in der Bauchgegend. Ähnlich verhält es sich bei einer Schwangerschaft, die ein Tattoo außerhalb der Bauchgegend quasi nicht beeinflusst.

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 Geschwichtsschwankungen

Wird die menschliche Haut sehr stark ausgedehnt und anschließend schnell wieder gelockert, kann das Bindegewebe nicht rechtzeitig reagieren. Das hat zur Folge, dass die überdehnte Haut ausleiert und schlaff herunterhängt. In so einem Fall wird ein Tattoo auf dem Oberarm beispielsweise sehr stark verzerrt.

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Gewichtsschwankungen von normalem Ausmaß, die Haut und Bindegewebe genügend Zeit zur Regeneration geben, beeinflussen ein Tattoo minimal bis gar nicht. Zu den „sichersten“ Körperstellen für langfristige Tätowierungen gehören vor allem der Rückenbereich, Nacken- und Schulterpartie, sowie alles unterhalb des Knies.

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Ein Mann mit Tattoos in gehobenem Alter.

Regelmäßiges Nachstechen verbessert die Qualität einer Tätowierung
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Alter

Grundsätzlich ist der Alterungsprozess der Haut bei jedem Menschen so individuell, dass keine pauschalisierende Aussage getroffen werden kann. Das liegt in erster Linie daran, dass der Zustand der obersten Hautschicht von verschiedenen Faktoren abhängt: Ernährung, Körperpflege und Lebensstil sind nur einige Einflüsse, die im Alter auf unser Hautbild wirken. Feuchtigkeitsmangel macht die Haut ledern, was Pigmentstörungen und Muttermale zur Folge haben kann.

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Die konstante Zellerneuerung unseres Körpers ist für die Regeneration unseres Hautbilds unentbehrlich, hat aber eine negative Wirkung auf Tattoos, da sie das Verschwimmen, Verblassen und Ausfransen der Motive begünstigt. Auch wirken sich Pigmentstörungen oder sogenannte „Altersflecken“ logischerweise anders auf Tätowierungen aus als Falten oder Runzeln. In den meisten Fällen sind die Veränderungen der Tattoos aber relativ undramatisch und auf den ersten Blick nicht zu erkennen – besonders großflächige Motive behalten auch im Alter ihren Erkennungswert.

Ganzkörpertätowierung

Bunte und florale Motive, die sehr aufwändig und in Farbe gestochen wurden, verblassen leichter als Tribals
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Kann ich etwas gegen die Veränderung tun? 

Selbstverständlich wirkt sich auch die richtige Pflege und das regelmäßige Nachstechen der Tätowierung positiv auf deren Qualität aus. So sollten kleine Motive nach ein bis zwei Jahren nachgestochen werden, größere Tattoos ungefähr fünf Jahre später. Doch zu häufiges Nachstechen kann auch negative Effekte haben: Irgendwann lässt die Wundheilung nach, die tätowierte Haut bildet Narben und starke Blutungen verwischen die Tinte. Ein, zwei Mal Nachstechen genügen also!

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