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Eine Hebamme gibt Tipps

Wie entsteht ein Milchstau und was hilft?

Schreiendes Baby an der Brust der Mutter
Ein Milchstau macht nicht nur dem Baby schlechte Laune, sondern vor allem der Mutter – die Schmerzen können enorm seinFoto: Getty Images

Wenn Mütter stillen, läuft ihre Milchproduktion normalerweise auf Hochtouren. Doch es kommt immer mal wieder vor, dass die Milch nicht richtig fließt – und das kann gefährlich werden. Was kann ich tun und wie beuge ich dem Ganzen vor? STYLEBOOK hat bei einer Hebamme nachgefragt

Nichts geht vorwärts und oftmals weiß man gar nicht warum – ein Stau ist nie besonders angenehm und zerrt schnell an den Nerven. Doch er ist nichts Ungewöhnliches, auch nicht wenn’s ums Stillen geht. „Bei fast jeder Frau kommt es irgendwann einmal zum Milchstau“, weiß Julia Ronnenberg, Bloggerin, zweifache Mutter und langjährige Hebamme. „Das ist nichts Schlimmes – jede Frau sollte aber wissen, wie sie sich in dieser Situation behelfen kann.“

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Wie kommt es zum Milchstau?

„Bei einem Milchstau sind ein oder mehrere Milchkanäle gestaut, die Milch kann dadurch nicht richtig abfließen“, erklärt Julia Ronnenberg. Das führe zu schmerzhaften Verhärtungen in der Brust, oft seien die Stellen auch gerötet. „Verantwortlich dafür ist häufig emotionaler Stress und ein dadurch erhöhter Adrenalinpegel“, so Ronnenberg. „Das hemmt die Ausschüttung des Hormons Oxytocins, das für den Milchfluss mit verantwortlich ist.“ Aber auch ein BH, der zu eng anliegt und die Brust abdrückt, könne so einen Milchstau verursachen. Mitunter liege es auch daran, dass die Brust mehr Milch produziert hat als vom Säugling abgenommen wurde.

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Was kann ich bei Milchstau tun?

„Damit die Milch wieder richtig fließen kann, ist Wärme wichtig“, erklärt Ronnenberg. „Ich empfehle, heiße Kompressen zu machen – also Baumwolltücher in heißem Wasser zu tränken und auf die Brust zu legen.“ Durch die feuchte Wärme könnten sich die Milchkanäle entspannen und die Milch wieder fließen. „Wichtig ist auch, dass der Geist zur Ruhe kommt und die Frau sich entspannt“, betont die Hebamme. Und sie hat noch einen ganz besonderen Rat: „Um gezielt die gestauten Milchkanäle zu entleeren, legt man das Baby am besten mit dem Kinn auf die Stelle, an der sich die Milch staut. Je nachdem wo das ist, ob an der Außenseite oder in Richtung Schlüsselbein, kann das von Mutter und Kind schon etwas Akrobatik erfordern.“

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Wann wird ein Milchstau gefährlich?

Ein Milchstau kommt immer mal wieder vor. „Bleibt er jedoch unbehandelt, kann er zur Mastitis führen, einer Entzündung der Brustdrüsen“, warnt die Hebamme. „Der Unterschied zwischen den beiden ist häufig fließend, bei einer Mastitis entwickeln die Frauen zusätzlich Fieber und fühlen sich krank, ähnlich wie bei einer Grippe.“ Ibuprofen könne helfen, die Entzündung abklingen zu lassen und das Fieber zu senken. „Hilft das nicht und der Zustand dauert an, sollte nach 48 Stunden ein Arzt bzw. eine Ärztin konsultiert werden“, rät Ronnenberg.