Vorsicht bei String und Shapewear

Wenn die falsche Unterwäsche krank macht

Hübsch verpackt ist nicht alles! STYLEBOOK verrät, worauf bei der Wahl der Unterhose zu achten ist, um Infektionen oder Schlimmeres zu vermeiden.

Frau in Spitzenslip mit Hand auf Bauch
Seiden- und Spitzenslips sind zwar hübsch anzusehen, können im schlimmsten Fall der Gesundheit schaden
Foto: Getty Images

Am liebsten figurbetont und spitzenverziert – nach diesen Kriterien wählen viele Frauen ihre Höschen aus. Männer legen hier meist andere Schwerpunkte, aber auch bei ihnen kommt ein wichtiger Punkt gerne zu kurz: die Gesundheit.

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Von Hefepilzen bis hin zum Harnwegsinfekt – STYLEBOOK erklärt, wie Sie sich mit der falschen Unterwäsche schaden können:

1. Enge Unterwäsche verursacht Infektionen

Wenn es hier und da zwickt und einschneidet ist das nicht bloß unvorteilhaft, sondern kann zu unangenehmen Irritationen im Intimbereich führen. Speziell bei Frauen jenseits der Wechseljahren können diese richtig schmerzhaft werden, da ihre Haut zwischen den Beinen dünner wird und sogar aufreißen kann. Dadurch entstehen kleine Wunden, in die Bakterien eindringen und Infektionen verursachen können. Spätestens also wenn Sie wundgeriebene Stellen bemerken, gehört das zu enge Höschen in die Tonne.

Insbesondere wer noch Vater werden will, sollte es untenrum dringend luftiger angehen lassen, andernfalls verschlechtert sich die Qualität der Spermien. Und bis die sich regeneriert haben, können Monate vergehen.

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2. Shapewear drückt auf die Organe

Bloß weil die Shapewear-Unterwäsche Problemzonen optisch verkleinert oder ganz unsichtbar macht, sind die Extra-Pfündchen ja nicht wirklich verschwunden, sondern lediglich weggedrückt. Das Problem: Das kann bei Frauen und Männern nicht bloß zu einer verschlechterten Blutzirkulation führen, die sich durch Taubheitsgefühle in Armen und Beinen bemerkbar macht, sondern schlimmer noch zu Sodbrennen. Der Grund: Der Druck der Shapewear setzt sich nach innen fort, sprich drückt auch auf die inneren Organe wie Magen und Darm.

3. Falsche Materialien begünstigen Pilz-Erkrankungen

Ob Spitze, Lycra, Satin oder Seide: Experten geben grünes Licht für praktisch jedes Material – vorausgesetzt, der Bereich im Schritt ist aus Baumwolle gefertigt. An dieser Stelle ist eine gute Luftdurchlässigkeit besonders wichtig: Staut sich hier eingeschlossene Feuchtigkeit an, entsteht ein perfekter Nährboden für Pilz-Erkrankungen und bakterielle Infektionen.

4. Der Verzicht auf Unterwäsche kann zu Verletzungen führen

Wenn luftdurchlässige Unterwäsche gut ist, muss gar keine Unterwäsche noch besser sein? Könnte man meinen. Tatsächlich ist zumindest Frauen von Unten-Ohne-Experimenten unter der Kleidung dringend abzuraten: Bei ihnen könnte die raue Hosennaht die Intimzone aufreiben und zu kleinen Verletzungen führen.

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5. String-Tangas begünstigt Blasenentzündungen

Natürlich sind Tangas nicht grundsätzlich verboten. Achten Sie aber bitte darauf, dass die Größe stimmt und der Sitz halbwegs bequem ist, damit es weder im Vaginal- noch im Rektalbereich reibt. Frauen, die generell etwas infektionsanfälliger sind, ist von String-Tangas eher abzuraten. Bei ihnen funktioniert das schmale Schnürchen zwischen Vagina und Anus wie ein Bakterien-Shuttle von hinten nach vorne. Escherichia coli Bakterien (kurz: E. coli), die sich natürlicherweise im Darm und gegebenenfalls am Darmausgang befinden, bleiben durch die Bewegung nicht zwangsläufig an ihrer Stelle. Und sind sie erst einmal in Ihren empfindlichen Intimbereich gelangt, ist ein schmerzhafter Harnwegsinfekt, auch bekannt als Blasenentzündung, quasi sicher.

Herren, die gerne String tragen seien gewarnt: Durch den knackig-engen Sitz droht auch hier ein Wärmestau in den Geschlechtsorganen und übrigens außerdem die Entstehung kleiner Aufschürfungen und Risse in der dünnen Genitalhaut. Dadurch können Bakterien eindringen.

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6. Ideal: Nachts ohne Unterwäsche schlafen

Um einschlafen zu können, kühlt der Körper um ein bis eineinhalb Grad herunter. Dieser Prozess wird logischerweise beschleunigt, wenn Sie auf unnötigen Stoff verzichten, weshalb Nacktschlafen generell zu empfehlen ist – mag aber nicht jeder. Wenn Sie den Pyjama also partout nicht missen wollen, lassen Sie zumindest den Schlüppi weg: Wie oben erwähnt schützt ein kühles, luftiges Untenrum Frauen vor Infektionen im Intimbereich und Männer vor Qualitätsminderung ihres Spermas.

7. Verschwitzte Unterwäsche zweimal wechseln

Menschen, die zu einer stärkeren Schweißproduktion neigen, sollten ihre Unterwäsche täglich zweimal wechseln; entsprechend ist auch nach körperlicher Arbeit oder Sport ein frisches Höschen Pflicht. Wer das verschwitzte anbehält, bietet Hefepilzen und Bakterien, wie bereits erklärt, ein ideales feucht-warme Milieu.

8. Auf künstliche Geruchsstoffe verzichten

Wenn es untenrum juckt oder ziept, könnte das am falschen Waschmittel liegen, bzw. an den enthaltenen Geruchsstoffen. Diese vertragen Sie an anderen Stellen des Körper möglicherweise problemlos, der Intimbereich ist jedoch weitaus sensibler. Probieren Sie es mit einem hypoallergenen Produkt: Darin wird auf künstliche Geruchsstoffe verzichtet.

 

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