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Antibabypille – 5 Dinge, die ihre Wirkung beeinflussen können

Pille in der Verpackung
Die Pille gilt als sicheres Verhütungsmittel – wenn Frau denn einige Dinge beachtet
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Die Antibabypille zählt zu den sichersten Verhütungsmitteln. Aber Vorsicht, es gibt einige Dinge, die ihre Wirkung beeinträchtigen können. STYLEBOOK erklärt, welche Medikamente und Lebensmittel den Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft verringern können oder der Gesundheit schaden, wenn sie mit der Pille kombiniert werden.

Die meisten Verhütungspillen, die erwachsene Frauen verschrieben werden, sind so genannte Mikropillen. Ihre Wirkweise vereinfacht erklärt: Mithilfe einer Kombination aus verschiedenen Hormonen täuschen sie dem weiblichen Körper eine Schwangerschaft vor, wobei ein künstlicher Überschuss an u. a. Gestagen das Springen einer Eizelle verhindert, die beim Geschlechtsverkehr befruchtet werden könnte.

Der Haken: Verschiedene Substanzen und andere Umstände können die Wirkung stören und die Hormonabgabe der Antibabypille beeinflussen. Dadurch ist der Eisprung nicht mehr zuverlässig verhindert, es kann zu Zwischenblutungen kommen, und – noch viel folgenreicher ­– der Verhütungsschutz ist nicht mehr länger gewährleistet. STYLEBOOK weiß von Herrn Prof. Dr. Friedrich Wolff, Facharzt für Gynäkologie, was sexuell aktive Frauen wissen sollten, wenn sie sich auf die Wirkung ihrer Hormonpille verlassen wollen.

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1. Antibabypille und Einnahme von Antibiotika

Verschiedene Antibiotika – u. a. Penicilline und Tetracycline – können die Wirkung der Pille beeinträchtigen, und das womöglich auf verschiedene Arten: Die zugeführten Hormone werden „bei der ersten Leberpassage zum Teil mit Schwefel- und Glucuronsäure konjugiert und in den Darm ausgeschieden“, erklärt dazu die „Deutsche Apotheker Zeitung“. Daneben greifen Antibiotika die Darmflora an, was die Aufnahme der entscheidenden Hormone erschweren und somit die Wirksamkeit der Pille beeinträchtigen kann. Gleichwohl sind Magen-Darm-Beschwerden häufige Nebenwirkungen, die ebenfalls einen nachteiligen Effekt auf den hormonellen Verhütungsschutz haben können (siehe Punkt 3).

2. Antibabypille in Kombination mit anderen Arzneien

Generell gilt, wenn Sie ein neues Medikament einnehmen müssen: Informieren Sie sich in der Apotheke, ob es sich mit Ihrer Hormonpille verträgt. Im Zweifelsfall bitte zusätzlich mit Kondom verhüten. Neben Antibiotika können auch Schmerzmittel und Arzneien, die die Verdauungstätigkeit anregen (z. B. Abführmittel), die Wirksamkeit der Pille einschränken, gleiches gilt für Beruhigungs-, Schlafmittel und Antidepressiva. Eine besondere Warnung gilt für den Stimmungsaufheller Johanniskraut, der pflanzlich ist und deshalb hinsichtlich seines Wechselwirkungspotenzials oft unterschätzt wird.

Frau nimmt eine Tablette ein

Kopfschmerztablette genommen? Frauen, die mit der Antibabypille verhüten, sollten immer checken, dass das zugeführte Präparat nicht deren Wirkung beeinträchtigt
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3. Antibabypille bei Durchfall und Erbrechen

Ob nun ausgelöst durch Arzneimittel, einen Alkoholrausch oder schlecht vertragene Lebensmittel: Magen-Darm-Beschwerden, die sich vor dem Ablauf von sechs Stunden nach Einnahme der Pille mit Durchfall oder Erbrechen äußern, können deren Wirkung ebenfalls massiv beeinträchtigen.

Eimaliger wässriger Stuhlgang gilt dabei als wenig bedenklich. Wenn es allerdings innerhalb eines Tages zu bis zu drei Mal zu dünnem und vermehrtem Stuhl kommt, hat der Körper sehr wahrscheinlich nicht ausreichend Hormone aufnehmen können, bevor diese ihn wieder verlassen haben. Hier gilt: Bitte nicht einfach eine weitere Pille nachnehmen! Lesen Sie in der Packungsbeilage Ihres Präparats nach, wie Sie sich in dem Fall verhalten sollten, und/oder informieren Sie sich bei Ihrem Gynäkologen bzw. in der Apotheke.

4. Antibabypille und Aktivkohle

Ist der Durchfall einer Lebensmittelvergiftung geschuldet, helfen Aktivkohletabletten, die Giftstoffe binden und deren Abtransport fördern. Die Stoffe werden dadurch quasi durch den Magen-Darm-Trakt geschleust – und das gilt ebenso für das, was der Körper eigentlich verwerten sollte, also auch Vitamine, Mineralstoffe und etwaig eingenommene Medikamente. Die Pille kann somit nicht mehr richtig wirken.

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5. Antibabypille und bestimmte Lebensmittel

Grapefruits mögen zwar gesundheitsförderlich und vitaminreich sein, einige ihrer Inhaltsstoffe konkurrieren jedoch mit den arzneilich wirksamen Bestandteilen verschiedener Medikamente. Laut der Ärztekammer sind die Wechselwirkungen bis zu vier Stunden nach dem Verzehr (das gilt auch für das Trinken von Grapefruitsaft) „fast unkalkulierbar“. Die Wirkung der Antibabypille soll sich zwar nicht verringern, aber dafür kann der Östrogengehalt im Blut extrem ansteigen. Mögliche Folgen sind neben kurzfristigem Brustspannen langfristig auch ein erhöhtes Thromboserisiko.

Verschiedene weitere Lebensmittel sollten Frauen, die die Pille nehmen, nicht im Übermaß zu sich nehmen. Dazu zählt alles, was abführend wirken kann – also etwa viel starker Kaffee, Trockenobst sowie mitunter verdauungsfördernde Fruchtsäfte.

Die Pille vor dem Schlafengehen einnehmen?

Generell bietet es sich an, die Pille zu einem späten Zeitpunkt des Tages einzunehmen, etwa als letzte Handlung vor dem Schlafengehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass im Anschluss noch etwas ihre Wirkung beeinträchtigt, ist so bestmöglich reduziert. Prof. Wolff gibt jedoch zu bedenken, dass die Einnahme nach einem geselligen Abend schnell vergessen werden kann; ebenso nach einem harten, langen Arbeitstag. Besser sei es daher am frühen Abend, ggf. mithilfe einer Erinnerungsfunktion.