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Meinung

Wie man mit Bodyshaming umgeht – die Dunham-Methode

Lena Dunham (l.) und Billie Piper auf dem roten Teppich
Lena Dunham (l.) (hier mit Billie Piper) wehrt sich seit Jahren gegen Bodyshaming – und das ziemlich souverän, wie unsere Autorin meintFoto: Getty Images

Gemeine Kommentare zu Aussehen, Gewicht – und überhaupt? Lena Dunham positioniert sich mit klarer Haltung gegen Bodyshaming. Und wir sollten ihrem Beispiel unbedingt folgen, findet unsere Autorin.

Als Lena Dunham ihren Musiker-Freund Luis Felber diesen September in London heiratete, gab es vieles, was diesen Tag so spektakulär machte: die Romanze des Paares, die nach nur wenigen Monaten in einer Verlobung (am Tag nach einem Krankenhausaufenthalt von Dunham) und schließlich in einer blitzschnell folgenden Hochzeit ihren perfekten Höhepunkt fand. Das unverhoffte Glück der Filmemacherin, die in den vergangenen Jahren vor allem mit einer Endometriose-Erkrankung zu kämpfen hatte (eine Krankheit der Gebärmutter), die sie auch öffentlich machte.

Taylor Swift als Brautjungfer. Die drei stylishen Christopher-Kane-Kleider der Braut. Überhaupt, der eklektische Stil der Hochzeit, angefangen von den Blumen der Brautjungfern bis hin zu den coolen kleinen Hochzeitskuchen.

Ja, diese Hochzeit war, wenn auch nur in einem Monat organisiert, eine der unaufgeregt schönsten des Jahres. Und dennoch sprach niemand, als die US-Vogue die Fotos dieser Hochzeit online zeigte, von all den oben genannten Details. Stattdessen stürzten sich die Leute auf Dunhams Äußeres.

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Lena Dunham und Bodyshaming

Negativ-Kommentare gehören für die Amerikanerin mittlerweile zu jedem öffentlichen Auftritt dazu. Seit sie 2014 in ihrem dann veröffentlichen Buch „Not That Kind of Girl“ in einigen Passagen beschrieb, wie sie als Kind ihre sechs Jahre jüngere Schwester sexuell misshandelte, hat sich ihr Image vom damals ausgebrochenen Shitstorm nicht erholen können. Doch die Kommentare unter den Hochzeitsfotos haben mit jenem Skandal nichts mehr zu tun, denn sie sind Bodyshaming pur: „Die Braut sieht aus wie eine aufgepumpte Puppe und was ist mit dem Augen-Make-up passiert?“, fragte eine Kommentatorin und setz viele Kotz-Emoticons neben ihre Frage. „Er muss diesen Körper jetzt 24/7 ansehen“, giftete eine andere. „Hat Dunham die Schauspieler der Serie ,Girls´ aufgegessen?“, wollte eine Dritte wissen.

Auch interessant: Warum unsere Lieblings-TV-Serien der 90er Bodyshaming pur sind

Diesen Angriffen auf ihr Äußeres setzte Dunham ein Statement entgegen, das sie auf ihrer Instagram-Seite veröffentlichte und in dem sie eine klare Botschaft vermittelte: „Wann hören wir endlich auf, Dünnsein mit Glücklichsein gleichzustellen?“, fragt sie in dem Post und bringt damit das Problem unserer Gesellschaft klar auf den Punkt. Sie habe sich, so Dunham, in den Jahren nach ihrem Auftritt in der von ihr kreierten Serie „Girls“ körperlich verändert, ja. Aber sie habe in dieser Zeit auch ihre Tabletten-Sucht in den Griff bekommen und sei seit drei Jahren nüchtern. Sie sei endlich die Freundin/Schwester/Tochter, die sie immer sein wollte und schlussendlich habe sie ihren Mann kennengelernt.

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„Ich habe die intensive Liebe meiner Freunde/Familie um uns herum gespürt“, schreibt Dunham. „Ich bekam eine kleine Auszeit von der Arbeit, die mich daran erinnerte, wie sehr ich das liebe, was ich tue, und wie sehr ich mich darauf freue, das, woran ich gearbeitet habe, 2022 mit euch zu teilen.“

Die Dunham-Methode

Ein kleiner Text mit so viel Wirkung. Ich nenne diese Art mit Bodyshaming umzugehen „Die Dunham-Methode“. Sie lässt sich auf diese drei Grundsätze zusammenfassen:

  1. Besinne dich auf die schönen Dinge in deinem Leben, der Rest ist nicht wichtig.
  2. Begegne Hatern mit Positivität und umarme sie mit Worten („I love you all“).
  3. „Es ist in Ordnung, in deinem jetzigen Körper zu leben, ohne ihn als Übergang zu betrachten.“

Na, mal ausprobieren? Ich wäre jedenfalls stark dafür.