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Übelkeit in der Schwangerschaft: Ursachen und Behandlung

Jede zweite Schwangere betroffen

Ursachen von Übelkeit in der Schwangerschaft – und was hilft

Schwangere Frau ruht sich auf Couch aus
STYLEBOOK verrät, was hinter Übelkeit in der Schwangerschaft steckt und was dagegen helfen kannFoto: Getty Images

Sie erwarten ein Kind, und der Geruch von Parfum oder Kaffee löst bei Ihnen Übelkeit aus? Dann leiden Sie womöglich an Schwangerschaftsübelkeit; so geht es 50 bis 70 Prozent der werdenden Mütter. Sie tritt verstärkt morgens auf, weshalb oft von Morgenübelkeit die Rede ist, kann aber auch den ganzen Tag über andauern. Was dagegen hilft – und wann man mit den Beschwerden besser einen Arzt aufsuchen sollte? STYLEBOOK beantwortet mit einer Gynäkologin die wichtigsten Fragen.

Die gute Nachricht zuerst: Schwangerschaftsübelkeit ist für das Ungeborene nicht gefährlich. Eine 2016 erschienene Studie zeigt sogar, dass betroffene Schwangere seltener Fehlgeburten erleiden als solche, denen gar nicht übel ist. Doch unangenehm ist das Ganze natürlich trotzdem. STYLEBOOK geht genauer darauf ein, was hinter der typischen Übelkeit in der Schwangerschaft steckt, und wie sich Betroffene helfen können.

Schwangerschaftsübelkeit – was steckt dahinter?

„Während des ersten Schwangerschaftsdrittels leiden viele Frauen unter leichter bis schwerer Übelkeit.“ Das bestätigt im Gespräch mit STYLEBOOK Frauenärztin Dr. med. Anne-Cathrin Stahr. Gegen Ende des ersten Trimesters könne die Übelkeit intensiver werden, im zweiten Trimester sei sie dann meist weniger stark oder höre gar auf. Normalerweise verschwinde sie etwa nach der 13. oder 14. Schwangerschaftswoche (SSW) gänzlich. Doch vereinzelt können die Beschwerden länger andauern, sehr selten die gesamte Schwangerschaft über.

Ursachen nicht vollständig bekannt

Die genauen Ursachen für die Schwangerschaftsübelkeit seien nicht vollständig bekannt. Sehr wahrscheinlich hängt sie mit den Veränderungen des Hormonspiegels zusammen, die „Hauptrolle“ hat dabei laut Dr. Stahr wohl das stark angestiegene Schwangerschaftshormons BHCG. Weiterhin sollen auch körperlicher und seelischer Stress sowie niedrige Blutzuckerwerte die (morgendliche) Schwangerschaftsübelkeit auslösen können.

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Was hilft gegen Schwangerschaftsübelkeit?

Die Gynäkologin rät, am besten schon vor dem Aufstehen im Bett einen gesüßten Tee oder Zwieback einzunehmen. Warten Sie daraufhin noch 20 Minuten ab, bevor Sie endgültig in den Tag starten.

Generell seien geplante Mahlzeiten das A und O bei Schwangerschaftsübelkeit. Das Essen sollte ausreichend Kohlenhydrate enthalten und in kleineren Portionen über den Tag verteilt zu sich genommen werden. Stark gewürzte, sehr zuckerhaltige, fette und scharfe Speisen besser meiden, ebenso Kaffee, säure- oder kohlensäurehaltige Getränke.

Einige pflanzliche Mittel gegen Übelkeit sind für Schwangere erlaubt. Am besten wirkt aber oft frischer Ingwer. Diesen entweder langsam kauen oder ein paar Ingwerscheiben als Tee aufgießen.

Auf Vitaminpräparate am Anfang lieber verzichten

Zusätzliche Vitamine, besonders in Kapselform, können den Magen belasten, da er sie auflösen muss. Das kann die Übelkeit in der Schwangerschaft zusätzlich verstärken. Zum Glück kann laut der Expertin vor der 15. oder 16. SSW unbesorgt auf Vitaminpräparate verzichtet werden. Nur der Folsäure-Haushalt sollte gedeckt sein.

Wann die Übelkeit behandelt werden sollte

Bei einigen Schwangere geht die Übelkeit über ein normales Maß hinaus. Das kann dann gefährlich werden, wenn die werdende Mutter nicht genügend Nahrung bei sich behalten kann. „Achten Sie deswegen immer auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr“, mahnt die Expertin, „und kontaktieren Sie Ihren Arzt, falls Sie keinerlei Flüssigkeit oder Nahrung zu sich nehmen können.“

Bei sehr häufigem Erbrechen bitte einen Arzt aufsuchen

Übergibt sich die Frau mehr als zehn Mal pro Tag und zeigt Zeichen unzureichender Nahrungsaufnahme, spricht man von einem unstillbaren Erbrechen – Fachbegriff „Hyperemesis gravidarum“. Circa zwei Prozent der Schwangeren sind davon betroffen. Dazu zählte auch Herzogin Kate bei ihren drei Schwangerschaften.

Als Zeichen unzureichender Nahrungsaufnahme gelten entweder eine Gewichtsabnahme von mehr als fünf Prozent im Vergleich zum Gewicht vor der Schwangerschaft oder eine sogenannte Ketonurie. Der Hintergrund: Wenn der Körper nicht genügend Nahrung bekommt, greift er auf seine Reserven zurück. Dabei entstehen sogenannte Ketonkörper als Abbauprodukte, die mit dem Urin ausgeschieden werden. Ein Urintest beim Arzt kann die Ketonurie dann bestätigen.

Hyperemesis gravidarum gut behandelbar

Die Hyperemesis gravidarum tritt bereits in der Frühschwangerschaft auf – mehrheitlich ab etwa zwei Wochen nach Ausbleiben der Regel. Stellt der Arzt den Befund bei Ihnen fest, gibt es keinen Grund zur Sorge, denn eine Hyperemesis gravidarum lässt sich relativ gut behandeln. Meist wird die Betroffene für ein paar Tage ins Krankenhaus eingewiesen und mit Elektrolyten-Infusionen versorgt. Darüber hinaus kann ein Mittel gegen die quälende Übelkeit verabreicht werden. Nach zwei bis drei Tagen können die meisten Schwangeren wieder normal essen und entlassen werden.

Quellen

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