Im Check auf Mikroplastik

„Ökotest“: Die besten Gesichtspeelings kommen vom Discounter

Frau wäscht sich das Gesicht
Manche Frauen verwenden Peelings regelmäßig zur Reinigung, andere greifen nur ab und an zur körnigen Reinigung
Foto: Getty Images

Was steckt wirklich drin in den verschiedenen Gesichtspeelings bekannter Marken? „Ökotest“ hat 26 Produkte genauer unter die Lupe genommen, darunter sechs Naturkosmetik-Peelings. Dabei können viele Günstig-Kosmetika punkten, ein Peeling fällt allerdings durch.

Beim Test-Verlierer handelt es sich um das „Tägliche Wasch-Peeling“ von Nivea. In dem Produkt konnten die Tester Lilial ausmachen – ein Duftstoff, der im Verdacht steht, die Fortpflanzungsfähigkeit zu beeinträchtigen. Mit Vorsicht sei auch der Zusatz von BHT (Butylhydroxytoluol) zu genießen – der Inhaltsstoff macht zwar länger haltbar und riecht gut, soll aber womöglich im Körper wie ein Hormon wirken. Daneben wurden von „Ökotest“ PEG-Verbindungen beanstandet: Tenside, die die Haut schädigen können, fanden die Tester in insgesamt acht getesteten Peelings.

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Peelings von Aldi, Lidl und Netto punkten

Insgesamt ist das Ergebnis der Tester aber weitestgehend positiv, 14 Produkte wurden mit „sehr gut“ bewertet, was in diesem Falle „plastikfrei“ bedeutet – statt mit Plastikkügelchen wird heute mit feinem Sand, Jojobawachs oder Bambusmehl gepeelt, schreibt „Ökotest“ in seinem Testbericht. Unter den Testsiegern sind viele Produkte vom Discounter, darunter das „Biocura Beauty Tägliches Waschpeeling“ von Aldi Nord, „Cien Aquarich Tägliches Waschpeeling“ von Lidl, „Lacura Tägliches Wasch Peeling Verfeinernd“ von Aldi Süd oder „Shisara Face Reinigendes Peeling Gel“ von Netto.

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11 Produkte enthalten flüssige Kunststoffverbindungen

In der Vergangenheit waren Peelings immer wieder in der Kritik, der Vorwurf: Die winzig kleinen Kügelchen aus Kunststoff landen über den Wasserkreislauf im Meer, wo sie am Ende langfristig in unser Ökosystem eingreifen. Heute wird in der Regel natürlich gepeelt, wobei in elf der getesteten Produkte dennoch flüssige Kunststoffverbindungen nachgewiesen wurden: „Die Branche will unter ,Mikroplastik‘ nur die festen Kunststoffteilchen verstehen. Dabei landen die flüssigen Kunststoffe, also synthetische Polymere wie Silikone und Acrylate, auch im Abwasser. Nicht alles können die Kläranlagen herausfiltern. Zudem landet der Klärschlamm teilweise als organischer Dünger direkt auf den Feldern“, schreibt Ökotest.