Beurer, Braun, Medisana

Haarentfernung mit IPL – 3 Geräte im Selbsttest

Frau, die sich mit IPL die Haare am Bein entfernt
IPL-Haarentfernung muss nicht immer im Studio gemacht werden, es gibt auch Geräte für zu Hause. Aber können die wirklich was? STYLEBOOK hat drei ausprobiert
Foto: STYLEBOOK

Dauerhaft glatte Haut ohne ständiges Nachrasieren oder schmerzhaftes Epilieren? Dieser Traum soll dank IPL-Technik auch zu Hause möglich sein. STYLEBOOK machte den Selbsttest und hat drei Geräte verschiedener Hersteller aus unterschiedlichen Preiskategorien ausprobiert.

Was bedeutet IPL?

IPL steht für „Intense Pulsed Light“ –  Lichtimpulse, die bei mehrmaliger Anwendung die Haarwurzeln, auch Follikel genannt, dauerhaft deaktivieren sollen. Das Ziel:  An den behandelten Stellen sollen auf Dauer keine Haare mehr wachsen. Normalerweise wird diese Anwendung von Hautärzten oder erfahrenen Kosmetik-Studios angeboten, da die Lichtimpulse auf den jeweiligen Haut- und Haartyp abgestimmt werden müssen. Immer mehr Anbieter bieten jetzt aber auch Geräte an, die das gleiche Ergebnis bei Selbstanwendung versprechen.

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Die Vorbereitung

Alle drei getesteten Geräte raten zu einer möglichst vorab frisch rasierten, sauberen Haut, die frei von fettigen oder öligen Rückständen ist. Was im ersten Moment seltsam erscheint – immerhin soll ja gerade das ständige Rasieren durch die IPL-Geräte ein Ende haben – macht bei der Anwendung schnell Sinn: Im Haar ist Melatonin enthalten, das die Lichtimpulse aufnimmt und an benachbarte Zellen weitergibt. Dabei wird Licht in Hitze umgewandelt, wobei schnell Temperaturen von bis zu 70 Grad erreicht werden, was wiederum die Haarfollikel zerstören soll. Trifft der Lichtimpuls also auf eine nicht rasierte Körperstelle, erhitzen sich die Härchen und das kann ordentlich wehtun. Eine gründliche Vorab-Rasur erspart also einiges an unnötigen Schmerzen.

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Braun Silk-Expert Pro 5

Der Silk·Expert Pro 5 von Braun liegt mit ca. 327 Euro im Online-Handel deutlich über den Preisen der beiden Konkurrenten aus unserem Test.

Das Versprechen

Der Braun Silk·Expert Pro 5  verspricht eine dauerhafte Haarentfernung schon nach vier Wochen. Dabei soll die Anwendung besonders angenehm, effektiv und schnell sein. Schon beim Auspacken wird klar, warum das Gerät so teuer ist: Der Silk·Expert Pro 5 kommt in einer stabilen Tasche, in der neben dem Gerät an sich auch ein zweiter, kleinerer Aufsatz für Gesichtshaare enthalten ist, daneben das Netzteil und Kabel. Das IPL-Gerät liegt gut in der Hand und ist leicht zu bedienen. Von der Form her erinnert es an einen Epilierer, ist jedoch etwas größer und schwerer.

Die Anwendung

In der Bedienungsanleitung sind alle Schritte gut und übersichtlich erklärt. Nachdem das IPL-Gerät mit dem Strom verbunden und angeschaltet ist, ertönt sofort der Lüfter und das Gerät ist einsatzbereit. Das Gerät wird auf die Haut aufgelegt, wobei die passende Intensität auf der Oberseite anhand von drei kleinen LEDs angezeigt wird, dank der Feder-Taste kann die Lichtstärke jedoch auch manuell höher oder niedriger eingestellt werden. Der Silk·Expert Pro 5 ist mit einem Hautsensor ausgestattet, der die Lichtimpulse automatisch einstellt – es handelt sich um zwei Lämpchen an den jeweiligen Seiten des Geräts. Leuchten sie grün, liegt der Hautsensor vollständig auf der Haut auf und es kann ein Lichtimpuls abgegeben werden. Wenn das Lämpchen rot ist, passiert nichts und das Gerät muss noch einmal neu platziert werden. Mit der großen Taste können einzelne Impulse gesendet werden. Hält man diese lange gedrückt, kann auch in den automatischen Modus gewechselt werden, bei dem alle drei Sekunden ein Impuls ausgesendet wird, solange der Hautsensor komplett aufliegt.

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Fazit

Bei der ersten Anwendung fällt der sehr helle Blitz auf, der für das Auge jedoch ungefährlich sein soll. Bereits nach kurzer Zeit und ein bisschen Übung gleitet der Silk·Expert Pro 5 ganz einfach über die unteren Beine und stößt seine Lichtimpulse aus. Hat man bei der Vorab-Rasur keine Haare vergessen, funktioniert das auch völlig schmerzfrei und die Haut ist danach weder gerötet noch gereizt. Das Gerät von Braun kann im Vergleich zu den getesteten Konkurrenten bis zu einmal pro Woche angewendet werden, somit können auch schnellere Ergebnisse erzielt werden. Nach ungefähr sechs Wochen und demnach sechs Anwendungen bleiben erste Stellen an den Schienbeinen komplett kahl. Das Versprechen von vier Wochen kann der Silk·Expert Pro 5 demnach nicht ganz halten, wobei in der Anleitung jedoch auch steht, dass ein wirklich dauerhaftes Ergebnis erst nach ungefähr einem Jahr (!) eintritt.

Medisana IPL 840 Haarentfernungssystem

Der IPL 840 von Medisana ist bereits ab 48 Euro im Elektronikmarkt erhältlich.

Das Versprechen

Das Haarentfernungssystem von Medisana verspricht schon ab 48 Euro eine dauerhafteHaarreduzierung, auch hier sollen bereits nach vier Wochen erste Ergebnisse zu  sehen sein, jedoch nur bei ca. 50 Prozent der behandelten Stellen. Für ein dauerhaftes Ergebnis wird hier ein Zeitraum von 18 bis 24 Monaten angegeben. Den günstigen Preis merkt man dem Silhouette an: Das Gerät ist sehr groß und breit und liegt dadurch eher schlecht in der Hand, eine einhändige Bedienung ist kaum möglich. Von der Verarbeitung her wirkt es aber sehr stabil und kann mit seinem schlichten Design und lediglich zwei Tasten überzeugen. Im Vergleich zum Silk·Expert Pro 5 von Braun fällt auf, dass die Hautsensoren direkt nebeneinander und mittig unter der Lichtfläche liegen. Da diese Sensoren jedoch überprüfen sollen, ob die Lichtfläche komplett auf der Haut aufliegt und erst dann ein Impuls abgegeben wird, erscheint diese nahe Anordnung unlogisch.

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Die Anwendung

Auch hier beginnt nach dem Anschalten sofort ein Lüfter zu kühlen, das Gerät ist sofort einsatzbereit. Mit dem Einschalt-Knopf kann die vierstufige Intensität eingestellt werden, die dann noch einmal beim Aufsetzen auf die Haut vom IPL 840 überprüft wird. Leuchtet die Kontrollleuchte grün, ist die Intensität richtig eingestellt und beim Betätigen der großen Taste wird ein Lichtimpuls abgegeben. Auch wenn hier nur ein Aufsatz vorhanden ist, liegt dieser gut auf der Haut auf und ist auch an kleineren Körperstellen gut anwendbar.

Fazit

Die Anwendung mit dem IPL 840 Haarentfernungssystem Silhouette ist komplett schmerzfrei, allerdings kommt es oft vor, dass das Gerät nicht auslöst, auch wenn der Hautsensor komplett auf der Haut aufliegt. Erst nach mehrmaligem Drücken auf die Auslösetaste erscheint ein Blitz. Die Blitze sind im Vergleich zum Braun-Gerät weniger intensiv, was bei der Anwendung angenehmer für die Augen ist, bei den Ergebnissen aber auch deutliche Nachteile hat. Das Gerät sollte bei den ersten drei bis vier Anwendungen nur alle zwei Wochen angewendet werden. Bereits ab der fünften Anwendung sei dann nur noch eine Behandlung pro Monat notwendig. Nach diesem Behandlungsplan waren auf dem linken Oberschenkel nach sechs Wochen und somit nur drei Behandlungen kaum Ergebnisse zu sehen. Die Haare waren minimal dünner, kahle Stellen waren nicht zu erkennen.

Beurer IPL Pure Skin Pro

Im Online-Handel ist der IPL Pure Skin Pro von Beurer schon ab ca. 85 Euro erhältlich, bei Beurer direkt kostet das Gerät 154 Euro.

Das Versprechen

Der IPL Pure Skin Pro von Beurer liegt mit ca. 154 Euro im Mittelfeld und verspricht wie der Silhouette von Medisana eine Haarreduzierung von 50 Prozent nach rund vier Wochen. Das Gerät fühlt sich trotz des Preises nicht sehr hochwertig und nach günstigem Plastik an, auch das Design wirkt nicht sonderlich modern. Trotzdem liegt der Pure Skin Pro gut in der Hand und ist durch zwei Tasten einfach zu bedienen. Was jedoch auch hier auffällt: Das Gerät verfügt nur über einen Hautsensor, der wie bei dem Silhouette-Gerät in der Mitte der Lichtfläche liegt. Somit muss immer extra darauf geachtet werden, dass die Lichtfläche vollständig auf der Haut auffliegt, bevor ein Lichtimpuls abgegeben wird.

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Die Anwendung

Auch hier beginnt sofort der Lüfter zu kühlen und das Gerät ist bereit zur Anwendung. Im Gegensatz zum Silk·Expert Pro 5 wird die Intensität nicht automatisch voreingestellt, sondern muss über drei Stufen selbst gewählt werden und wird dann wie bei den anderen Modellen vom Hautsensor noch einmal überprüft. Die Anleitung ist leicht verständlich, die Bedienung sehr einfach. Die Lichtfläche ist jedoch nicht sehr ergonomisch geformt, sodass gerade im Knie-Bereich ein vollständiger Hautkontakt kaum möglich ist.

Fazit

Auch das Gerät von Beurer löst öfter nicht aus, obwohl die Lichtfläche komplett aufliegt. Die Behandlung des rechten Oberschenkels verlief ohne Schmerzen, war jedoch aufgrund der kleinen Lichtfläche langwieriger als bei den Geräten von Medisana und Braun. Für die Haarentfernung im Gesicht wäre der Pure Skin Pro ideal, ist dafür aber laut Anleitung nicht ausgelegt. Wie beim Silhouette von Medisana sind die Lichtimpulse weniger hell als beim teuren Konkurrenten von Braun. Doch das schlägt sich im Ergebnis nieder: Nach drei Anwendungen alle zwei Wochen ist kaum eine Veränderung auf dem rechten Oberschenkel zu sehen. Die Haare haben sich kaum verändert und sind nur minimal weniger geworden.

Ergebnis

Aber trotz seines hohen Preises ist der Silk·Expert Pro 5 definitiv eine günstige Alternative zur professionellen Haarentfernung im Studio.