Intim-Korrektur

Was man über Schamlippen-OPs wissen sollte

Vergrößerte Schamlippen können zu extremem Leidensdruck führen – nicht nur der Optik wegen. Aber: Betroffenen Frauen kann geholfen werden! STYLEBOOK sprach mit einem Experten über die Möglichkeiten der plastischen Chirurgie für den Intimbereich.

Vagina Cookies
Die Schamlippen zu modellieren wie hier als Cookies - Das stellen sich viele Frauen sehr einfach vor. Tatsächlich kann eine OP im Intimbereich gefährlich sein
Foto: Getty Images

Wenige Frauen bekennen sich offen dazu, sich für Korrekturen „untenrum“ unters Messer gelegt zu haben. Dabei sind derartige Eingriffe durchaus ein Thema, wie Prof. Dr. med. Jörg Borges, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie aus Freiburg, bestätigt – der Mediziner führt regelmäßig derartige Operationen durch. Vor allem Schamlippenverkleinerungen seien sehr gefragt. Wie kommt‘s?

Spätestens, seit eine hübsch enthaarte Scham modern wurde, sind die weiblichen Genitalien in den Fokus gerückt. Wenn sie sich Prof. Borges anvertrauen, geht es aber um weit mehr als um die reine Unzufriedenheit mit der Optik oder den Wunsch nach einer idealen Designer-Vagina. Was für den Eingriff spricht und was Interessierte wissen sollten – STYLEBOOK beantwortet die die wichtigsten Fragen zum Thema Schamlippenkorrekturen:

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1. Wann sind Schamlippen zu lang?

Wenn die inneren unter den äußeren Schamlippen deutlich hervorragen. Das ist nicht nur, oberflächlich betrachtet „unästhetisch“, sondern macht auch anfälliger für Infektionen: In den Hautfalten können sich Bakterien ansammeln. So wäre es eigentlich die Aufgabe der äußeren Schamlippen, die Intim-Schleimhäute abzuschirmen. Zudem haben die Betroffenen Schmerzen beim Fahrradfahren, Reiten, sogar in engsitzenden Hosen und beim Geschlechtsverkehr, wenn die Schamlippen eingedrückt werden.

2. Kann frau das Problem vermeiden?

Nein. Andere Körperteile – beispielsweise Busen oder Hintern – kann man „trainieren“, um eine Erschlaffung zu verhindern. Für den Intimbereich bringen vorbeugende Maßnahmen zur vermeintlichen Unterstützung des Bindegewebes rein gar nichts. „Es handelt sich meist um ein angeborenes Problem“, erklärt uns der Experte, „von dem schließlich auch junge Mädchen betroffen sind“.

3. Lohnt sich die Schamlippen-OP?

Laut Borges auf jeden Fall. Bei vielen seiner Patientinnen geht der Leidensdruck weit über die körperlichen Beschwerden hinaus und das oftmals über viele Jahre. „Es sind junge Frauen, die sich niemals im Bikini am Strand zeigen würden, viele von ihnen können sich aus Scham nicht auf eine Beziehung einlassen.“ Sie verkriechen sich mit dem Problem und trauen sich viel zu lange nicht, darüber zu sprechen. Dabei kann ihnen schnell geholfen werden

4. Wie läuft die Schamlippen-Op ab?

Die OP wird unter lokaler Betäubung ambulant durchgeführt und dauert etwa eine Stunde. Die überschüssige (Schleim-)Haut wird mit einem Skalpell abgenommen und die Schnittstelle genäht, im Anschluss darf die Patientin schon nach Hause gehen – und das angeblich ohne Schmerzen! „Am Abend nach der OP ist mit einem leichten Spannungsgefühl zu rechnen. Die meisten Patientinnen nehmen eine Schmerztablette und sind danach weitestgehend beschwerdefrei“, so Borges. Da es sich um Schleimhäute handelt, verheile das Gewebe sehr schnell, bereits nach sieben Tagen werden die Fäden gezogen „In den ersten zwei, drei Wochen nach dem Eingriff sollte die Patientin sich nicht überanstrengen, keinen intensiven Sport treiben und Geschlechtsverkehr vermeiden.“

5. Welche Risiken gibt es?

Klingt fast schon nach Spaziergang – ist aber ein extrem diffiziler Eingriff. Laut dem Facharzt besteht das Risiko von Vernarbungen oder Narbenschmerzen. Wurde die Schleimhaut mit zu viel Spannung vernäht, drohen funktionale Einschränkungen bei jeder Bewegung, Schmerzen beim Sex und jeglicher körperlicher Aktivität. Besonders fatal: wenn zu viel Haut weggeschnitten wurde. Solche Leidensfälle, die sich hilfesuchend an ihn wandten, hat der STYLEBOOK-Experte bereits unverrichteter Dinge wegschicken müssen.

6. Wie finde ich den passenden Arzt?

Das Problem: Ärzte, die sich an Schönheitsoperationen wagen, müssen nicht zwingend eine Zusatz-Ausbildung zum ästhetisch plastischen Chirurgen absolviert haben. Heißt: Auch Zahnärzte und Dermatologen dürfen operieren. Dabei sei im Intimbereich „Feinstarbeit“ gefragt, erklärt uns der Profi, „und die kann nur ein Fachmann leisten.“ Derjenige, der Ihr Vertrauen gewinnt, sollte auf jeden Fall reichlich Erfahrung in der Intim-Chirurgie gesammelt haben. Als erstes Recherche-Tool empfiehlt sich die Website der Fachgesellschaft der Plastischen Chirurgen (DGPÄC).

7. Wieviel kostet die OP?

Je nachdem, wieviel gemacht werden muss – also etwa, ob die inneren und/oder äußeren Schamlippen verkleinert werden. Bei Prof. Borges liegen die Kosten für einen derartigen Eingriff zwischen 1.800 und etwa 3.500 Euro. Im Vorfeld kann ein Antrag an die Krankenkasse gestellt werden. In manchen Fällen werden die Kosten übernommen.