Star aus der Roald-Dahl-Verfilmung

22 Jahre nach „Matilda“: So sieht Kinderstar Mara Wilson heute aus

Matilda
Mara Wilson in der Roald Dahl-Verfilmung „Matilda“ (1996)
Foto: dpa Picture Alliance

In 90er-Jahren Kultfilmen wie „Mrs. Doubtfire“ oder „Matilda“ spielte sich die kleine Mara Wilson mit ihrem kecken Lächeln in der Herzen der Zuschauer und wurde über Nacht zum Star. Nach einem tragischen Schicksalsschlag wurde es plötzlich still um das Nachwuchstalent. Wie es ihr heute geht?

Mara Wilson galt als eine der vielversprechendsten Jungschauspielerinnen der 90er-Jahre. 1994 spielte sie als Fünfjährige die kleine Natti in „Mrs. Doubtfire“, ein Jahr später ergatterte sie ihre erste Hauptrolle als Susan Walker in „Das Wunder von Manhattan“ – ein Film, der längst zu den absoluten Weihnachtsklassikern gehört. Wieder ein Jahr später, 1996, gelang ihr mit der Roald Dahl-Verfilmung „Matilda“ der absolute Durchbruch. Darin verkörperte sie die kleine Matilda Wurmwald, die in eine Horror-Familie hineingeboren wird und sich zudem noch mit der monsterhaften Schuldirektorin Fräulein Knüppelkuh herumschlagen muss. Doch Matilda entwickelt magische Kräfte und geht mit einem großen Gewinnerlächeln aus der herrlich-komischen und absolut schrägen Geschichte als Siegerin hervor. Die Welt wollte von da an mehr von der unverwechselbaren Mara Wilson sehen, doch dazu sollte es nicht kommen.

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Mara Wilson

Mit sechs Jahren schon ein echter Medienprofi: Mara Wilson 1995 zu Gast bei der „The Tonight Show with Jay Leno“. Damals waren die Dreharbeiten zu „Matilda“ schon im vollen Gange
Foto: Getty Images

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Mara Wilsons Mutter starb kurz nach den Dreharbeiten zu Matilda

Nur wenige Wochen, nachdem die Dreharbeiten zu Matilda abgeschlossen waren, starb Mara Wilsons Mutter nach kurzer, schwerer Krankheit an Brustkrebs. Da war das Mädchen gerade mal sieben Jahre alt. Während alle den frechen Kinderstar feierten, befand sich die kleine Mara in tiefer Trauer. „Der Film war fertig und ich war voller Angst, ich wollte damals nichts sehnlicher, als dass alles wieder wie vorher wird, dass ich wieder ein normales Mädchen sein kann“, erinnerte sich Wilson 2013 in einem Interview mit dem Magazin „Parade“ an diese schwere Zeit. Der plötzliche Ruhm, der zusammen mit einem starken Verlust einherging, überforderten sie. Als Wilson 12 Jahre alt war, wurden bei ihr Zwangsstörungen und Depressionen diagnostiziert. Es folgten noch zwei kleinere Rollen in eher unbekannten Produktionen, dann erkannte die Schauspielerin, dass sie sich zurückziehen musste, um wieder gesund zu werden.

Uni-Abschluss, Bühnen-Darstellerin, Buchautorin – das neue Leben der Mara Wilson

Es ist vermutlich ihrer inneren Stärke zu verdanken, dass Mara Wilson nicht das langläufig bekannte Schicksal des typischen „gefallenen Kinderstars“ ereilte. Sie schloss die Schule ab und absolvierte erfolgreich ein Studium an der „Tisch School of the Arts“ in New York, schrieb One-Woman-Shows für die Bühne und veröffentlichte 2016 ihre hochgelobte Autobiografie „Where Am I Now?: True Stories of Girlhood and Accidental Fame“, im gleichen Jahr outete sie sich als bisexuell.  2015 spielte sie in „Billie Bob Joe“ zum ersten Mal nach 15 Jahren wieder in einer Kinoproduktion mit. Auf ihrem Twitter-Account „Get Rid of the Nazis“ äußert sie sich zudem als LGBT-Aktivistin regelmäßig kritisch zur Politik von US-Präsident Donald Trump.

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Und so sieht Mara Wilson heute aus

Aus Mara Wilson ist eine selbstbewusste Frau geworden, die wieder gerne in der Öffentlichkeit auftritt und mit ihrer Meinung nicht hinterm Berg hält. Sie liebt fröhliche Looks, bunte Styles und auffälliges Make-up. So, als wolle sie damit ausdrücken: „Ich bin hier und verstecke mich nicht!“

Mara Wilson

Starke Frau mit besonderer Vergangenheit: Mara Wilson heute
Foto: Getty Images

Aus ihren Augen sprüht bis heute der Matilda-Schalk: „Viele sagen mir immer wieder, dass ich mich eigentlich kaum verändert habe. Dass ich aussehe, wie eine Matilda in Erwachsenen-Version“, sagt die Schauspielerin selbst über sich.  Sie ist damit ein wunderbares Beispiel eines großartigen Kinderstars, der es geschafft hat, mit Hilfe von außen und ganz viel eigener Kraft einen schlimmen Verlust zu verarbeiten.