Sexskandale, trübe Stimmung

Werden das die schwärzesten Golden Globes aller Zeiten?

74. Golden Globes Vorbereitung
Die 75. Golden Globes werden dieses Jahr anders ausfallen als bisher. Aufgrund des Weinstein-Skandals wollen viele, weibliche Hollywood-Stars ein Zeichen setzen
Foto: dpa picture alliance

Am Sonntag, den 07. Februar 2018, werden in Los Angeles zum 75. Mal die Golden Globes verliehen. Doch zum ersten Mal könnte das Film-Event unspektakulärer als bisher ausfallen. Denn dieses Jahr ist das bestimmende Thema der Sex-Skandal, der Hollywood seit den Vorwürfen gegen Filmmogul Harvey Weinstein (65) und Schauspieler Kevin Spacey (58) fest im Griff hat. Und so soll es auch auf dem Red Carpet zum stillen Protest kommen.

Nicole Kidman und Reese Witherspoon

Auf farbintensive und extravagante Garderobe, wie zu den letztjährigen Golden Globes, werden auch die nominierten Schauspielerinnen Nicole Kidman und Reese Witherspoon verzichten

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Die Stars setzen mit ihrer Kleidung ein Zeichen

Der Small Talk, wer was auf dem roten Teppich tragen wird, wird am Sonntag wahrscheinlich nicht stattfinden. Zusätzlich wurden, wie „The Hollywood Reporter“ berichtet, schwarze Anstecker entworfen, auf denen das Logo von „Time’s Up“ zu sehen ist.

Die Hollywood-Stylistin Ilaria Urbinati (37) bestätigte zudem auf ihrem Instagram-Account, dass auch ihre männlichen Kunden, zu denen unter anderem auch Dwayne „The Rock“ Johnson (45) zählt, ihre Solidarität zeigen wollen, indem sie in schwarzen Smokings und Anzügen erscheinen werden.

Laut Gerüchten der „Huffington Post“ soll dieses Jahr sogar der rote Teppich in Schwarz umgewandelt werden.

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Eine Modemarke hat bei den Golden Globes Auftritt-Verbot

Der Skandal um Film-Mogul Harvey Weinstein sorgte über Wochen für täglich neue, schockierende Meldungen. Es dauerte nicht lange, da stand auch das Modelabel Marchesa seiner (Noch)-Ehefrau Georgina Chapman (41) in der Kritik. Mit den femininen und hochwertigen Entwürfen für Brautmode und Evening Wear schafften die Gründerinnen Chapman und Keren Craig (41) schnell den Sprung nach Hollywood. Doch es war kein Geheimnis, dass die Luxus-Marke maßgeblich durch Finanzspritzen und die weitreichenden Kontakte von Weinstein profitierte. Als rauskam, dass er die weiblichen Stars seiner Filmproduktionen dazu nötigte, bei öffentlichen Auftritten Marchesa-Kreationen zu tragen, war der angeschlagene Ruf endgültig im Eimer. Es wird also mit ziemlicher Sicherheit niemand mehr in einem Marchesa-Kleid zu einer Preisverleihung erscheinen.

Amy Adams Golden Globes 2013

Amy Adams erschien zur 70. Golden Globe Verleihung 2013 in einem Kleid von Marchesa. Nominiert war sie in dem Jahr für den Film „The Master“, produziert von Harvey Weinstein
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Prominente Highlights werden kleingeredet

Preisverleihungen, insbesondere die weniger förmlichen Golden Globes, sind bekannt für witzige Sprüche der Moderatoren. In diesem Jahr werden diese aber ein wahrer Drahtseilakt für den Gastgeber „Late Night“-Moderator Seth Meyers (44). Dem Anlass und Umständen gerecht werden, dabei trotzdem unterhaltsam sein und mit dem Blick nach vorn zu zeigen, dass Hollywood nicht gelähmt ist nach den zahlreichen Skandalen, dürfte auch für die prominenten Preisüberbringer schwer werden. Zu denen zählt die langersehnte Reunion der „Thelma & Louise“-Schauspielerinnen Geena Davis (61) und Susan Sarandon (71). Doch sie üben sich wohl (leider) ebenso in dezenter Zurückhaltung, wie auch Angelina Jolie (42) und Jennifer Aniston (48). Die zwei Ex-Frauen von Brad Pitt (54) werden zwar vermutlich nicht gemeinsam einen Preis vergeben, aber es ist schon eine kleine Sensation, dass sie auf derselben Veranstaltung erscheinen.

Angelina Jolie 2017

Angelina Jolie ist geübt darin, in eher zurückhaltenden Outfits zu erscheinen. Wenn es der Anlass erfordert — in diesem Jahr dürfte sie also keine modischen Wagnisse eingehen
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Jennifer Aniston 2015

Richtige Farbe, vermutlich viel zu freizügiger Entwurf von Jennifer Aniston. So werden wir sie sicher nicht sehen bei der kommenden Preisverleihung
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Fazit

In diesem Jahr stellt man sich in den Dienst der guten Sache, nimmt sich selbst zurück und erscheint uniformiert. Ob das wirklich hilft und ein Gemeinschaftsgefühl stärkt oder aber doch nur fürs Ego gut ist? Die Berichterstattung wird sich zumindest darauf konzentrieren, die neugegründete Initiative, „Time’s Up“ zu thematisieren. Mit Hilfe dieser soll Sexismus, sowie Belästigung von Frauen in der Filmindustrie und im amerikanischen Berufsalltag ein Ende bereitet werden. Zur Not eben auch mit einer Kleidervorschrift und einer traurig anmutenden, ernsteren Verleihung. Hollywood, Klatsch-Fans und Style-Gurus werden die Veränderung überstehen. Es muss sich eh zeigen, ob auch dieser Trend nur eine Saison lang anhält.

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