Mama, Musical, Medizin,…

Das machen die „No Angels“ heute

Als erste deutsche Girlband, die in einer TV-Castingshow gegründet wurde, feierten die „No Angels“ Wahnsinns-Erfolge. Für die Sängerinnen Lucy Diakovska (40), Sandy Mölling (35), Jessica Wahls (40), Nadja Benaissa (34) und Vanessa Petruo (37) dürfte es wie ein Traum gewesen sein. Wo die Engel von einst (die ja eigentlich KEINE sein wollten) wohl heute herumflattern? STYLEBOOK.de hat nachgeforscht.


Die RTL2-Castingshow „Popstars“ brachte sie zusammen – und zum ganz großen Ruhm: die „No Angels“ Nadja Benaissa, Vanessa Petruo, Sandy Mölling, Lucy Diakovska und Jessica Wahls (v.l.)

Die RTL2-Castingshow „Popstars“ brachte sie zusammen – und zum ganz großen Ruhm: die „No Angels“ Nadja Benaissa, Vanessa Petruo, Sandy Mölling, Lucy Diakovska und Jessica Wahls (v.l.) Die „No Angels“. Foto: Getty Images

. „Daylight in Your Eyes“, der erste Song der „No Angels“, war ein Hit – und längst nicht der einzige, der extrem erfolgreich wurde. So heimsten die Mitglieder der deutschen Casting-Girlgroup in ihren ersten drei Jahren rund 20 Auszeichnungen ein, darunter eine Goldene Kamera, einen Bambi und sogar drei ECHO-Awards. 

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Der Anfang vom Ende

2003 kam es zur vorläufigen Trennung, wegen „gesundheitlicher Probleme“ und „nervlicher Überlastung“, so die offizielle Begründung. Vier der Girls probierten es 2007 dann tatsächlich noch einmal, konnten mit ihrer Comeback-Platte „Destiny“ jedoch nicht an alte Erfolge anknüpfen. 2010 entschieden die Girls sich für eine „Schaffenspause“, kehrten musikalisch – zumindest als Band – jedoch nicht mehr zurück

Dann waren‘s nur noch vier! Als die „No Angels“ sich 2007 erneut zusammentaten, hatte Vanessa Petruo bereits mit dem Thema abgeschlossen. Die Band bestand zwischen 2007 und 2010 entsprechend aus (v.l.) Diakovska, Wahls, Mölling und Benaissa

Dann waren‘s nur noch vier! Als die „No Angels“ sich 2007 erneut zusammentaten, hatte Vanessa Petruo bereits mit dem Thema abgeschlossen. Die Band bestand zwischen 2007 und 2010 entsprechend aus (v.l.) Diakovska, Wahls, Mölling und Benaissa Die wiedervereinten ?No Angels?. Foto: Getty Images

 
Und jetzt? :

Sandy Mölling

Sandy Mölling, kürzlich auf einer Promi-Party in Köln

Sandy Mölling, kürzlich auf einer Promi-Party in Köln Sandy Mölling. Foto: Getty Images

Die Blondine aus Wuppertal, Tochter einer Krankenschwester und eines Diplomingenieurs, hatte vor ihrer „No Angels“-Karriere als Jeans-Verkäuferin gearbeitet, ging nach dem Band-Aus aber nicht in ihren alten Beruf zurück. Stattdessen versuchte sie sich als Schauspielerin, unter anderem mit Gastrollen in der RTL-Soap „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ und dem Spielfilm „Soloalbum“ (2003). Als Moderatorin führte sie durch die Musik-Show „The Dome“. Und 2004 saß Sandy in der Jury des Formats, das sie selbst berühmt gemacht hatte: „Popstars“. Zwei Jahre später wagte sie sich für „Lets Dance“ bei RTL aufs Parkett. Ganz konnte sie allerdings nie die Finger vom Mikro lassen, insgesamt brachte sie zwei Solo-Musikalben heraus, ihre Songs „Unnatural Blonde“ und „Tell me“ landeten in den Top-Ten der deutschen Single-Charts. Heute arbeitet sie vorrangig als Musical-Darstellerin, erst im vergangenen Jahr stand sie bei den Bad Hersfelder Festspielen als Eliza Doolittle in „My Fair Lady“ auf der Bühne

Mölling als Eliza Doolittle in „My Fair Lady“

Mölling als Eliza Doolittle in „My Fair Lady“ Sandy Mölling als Eliza Doolittle. Foto: dpa Picture Alliance

Über ihr turbulentes Leben zwischen Deutschland, ihrem Hauptarbeitsort, und Los Angeles, wo ihr Lebensgefährte wohnt, hält die Pendlerin ihre Fans via Facebook und Instagram auf dem Laufenden. Mit dem Reggae-Musiker Nasri Atweh (36) ist sie seit nunmehr über acht Jahren liiert, gemeinsam haben sie den eineinhalbjährigen Sohn Noah. Möllings älterer Spross Jaden (7) stammt aus ihrer früheren Beziehung mit dem Tänzer Renick Bernadina.

Someone's tired! Guess who? #babyboy#cuddletime#mommylove

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Lucy Diakovska

Lucy bei einem Charity-Golf-Event in Leipzig

Lucy bei einem Charity-Golf-Event in Leipzig Lucy Diakovska. Foto: dpa Picture Alliance

Die Bulgarin mit den wilden Locken, die noch im Rahmen der Popstars-Casting-Tour feuerrot gefärbt wurden, fiel von Anfang an ganz besonders auf – nicht zuletzt durch ihre quirlige, laute und ziemlich verrückte Art. Diese zeigte sich umso mehr in ihrer Nicht-„No Angels“-aktiven Zeit! Lucy war bei unzähligen TV-Formaten ein gern gesehener Gast, unter anderem bei der „Wok-WM“ oder dem „Promi-Turmspringen“ von Pro7-Showmaster Stefan Raab (50), und sehr verstärkt im bulgarischen Fernsehen. Hier, genauer gesagt als Moderatorin der TV-Show „Your Face Sounds Familiar“, ließ sie erst Anfang der Woche wieder den Spaßvogel heraus und gab ein perfektes Michael-Jackson-Double ab:

Lucy Diakovska с великолепна първа задача на сцената на Като две капки вода! Готови ли сте за краля на попа? #17705

Posted by Като две капки вода on Monday, February 27, 2017


Aber nicht nur ein bisschen durchgeknallt ist sie, sondern vor allem mit einer begnadeten Stimme gesegnet, die sie sicherlich von ihrem Vater geerbt hat, dem Opernsänger Ljubomir Djakovski. Klarer Fall also, dass die ausgebildete Musicaldarstellerin ihren Lebensunterhalt in erster Linie mit Gesang und Performance bestreitet. Lucy war schon in verschiedenen großen Produktionen zu sehen, etwa in „The Rocky Horror Show“ in London und „Cats“

Lucy im Musical „Cats“. Credit: Wikimedia Commons/CHR!S/CC BY-SA 3.0

Lucy im Musical „Cats“. Credit: Wikimedia Commons/CHR!S/CC BY-SA 3.0

Privat lief es zuletzt nicht so rund: 2015 trennte sie sich von ihrer Lebensgefährtin, die sie im selben Jahr eigentlich heiraten wollte

Jessica Wahls

Jessica Wahls auf einer Kinopremiere im Januar

Jessica Wahls auf einer Kinopremiere im Januar Jessica Wahls. Foto: Getty Images

Die Frankfurterin mit der super-sanften Stimme (der man übrigens in dem Hörbuch „Der Zauberkoch und die Schatten der Traumlosen“ (2014) lauschen kann) hatte gerade eine Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau begonnen, als die alles-verändernde Casting-Show dazwischen kam. Als frisch gebackenes Bandmitglied machte sie kurzzeitig durch eine Affäre mit Walter Unterweger (40) von sich reden, einem „Big Brother“-Kandidaten, und begann 2001 eine langjährige Beziehung mit dem Choreografen Sascha Dickreuter. Die beiden bekamen ein Kind, Töchterchen Cheyenne. Die ist inzwischen 14 Jahre alt!

Aber zurück in die anfänglichen 00er-Jahre. Während der vermeintlichen Schaffenspause der Gruppe konzentrierte Wahls sich auf ihre eigene Musik. Diese ging nicht durch die Decke, wurde aber zumindest gehört – beispielsweise stiftete sie die Titelmelodie zu einer TV-Sendung. Womöglich, um den kommerziellen Erfolg etwas „anzuregen“ , zog sie sich später für das eine oder andere Männermagazin aus und ließ auch mal ihr Privatleben von der ProSieben-Reality-Doku „We are Family“ begleiten. Zwischendurch fand Wahls den Weg in die TV- und Radio-Moderation und führte durch ein paar Sendungen bei Viva und MTV. Nach der endgültigen Auflösung der „No Angels“ wurde sie zum Gesicht der Musikredaktion von „MDR Jump“


Vanessa Petruo

Ihr letzter öffentlicher Auftritt: Vanessa Petruo 2013 auf einer Kinopremiere in Berlin

Ihr letzter öffentlicher Auftritt: Vanessa Petruo 2013 auf einer Kinopremiere in Berlin Vanessa Petruo. Foto: Getty Images

Als die „No Angels“ sich zum ersten Mal trennten, startete sie als Singer-Songwriterin „Vany“ ihre Solo-Karriere. Ihr erstes Album „Mama Lilla Would“ war jedoch nicht von Erfolg gekrönt und das versprochene zweite kam nie auf den Markt. Zwar fütterte sie ihren MySpace-Kanal stetig mit musikalischen Neuigkeiten, konzentrierte sich mit der Zeit jedoch stärker auf Synchronsprechen und Schauspiel, womit sie bereits vor den „No Angels“ ihre Brötchen verdient hatte. Auf kleinere und größere Gastrollen in diversen RTL-Serien folgte ein Auftritt in dem Spielfilm „Wo ist Fred?“(2006)

Vanessa Petruo (m.) mit Tanja Wenzel (l.) und Zora Holt (r.) als „Wilde Engel“ bei RTL

Vanessa Petruo (m.) mit Tanja Wenzel (l.) und Zora Holt (r.) als „Wilde Engel“ bei RTL Tanja Wenzel, Vanessa Petruo, Zora Holt. Foto: dpa Picture Alliance

Irgendwie war das mit der Entertainmentbranche langfristig aber nichts. Als ihre früheren Bandkolleginnen sich 2007 nochmals zusammentaten, lehnte Petruo ab und zog sich weitestgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Ihre Bekanntheit nutzte die bekennende Vegetarierin und Peta-Anhängerin bald in erster Linie für den Tierschutz. Das Geld, das sie mit den „No Angels“ verdient hatte, legte sie in Immobilien an und konzentrierte sich seit 2011 verstärkt auf ihre akademische Karriere. Laut ihres (privaten) Facebook-Accounts ist sie Doktorandin am Universitätsklinikum für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Dresden, mit Spezialisierung auf kognitive Neurowissenschaften, ihren Schwerpunkt als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Kinder- und Jugendpsychiatrie legt sie auf  Suizid- und Depressions-Aufklärung.

One happy student ☺️

Posted by Vanessa Petruo on Tuesday, November 11, 2014

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Nadja Benaissa

Nadja Benaissa im Jahr 2013

Nadja Benaissa im Jahr 2013 Nadja Benaissa. Foto: dpa Picture Alliance

Banaissa fand früh Gefallen an der Musik, nahm Gesangsunterricht und spielte in verschiedenen Rockbands, im Alleingang trat sie später in diversen Musikvideo von Kollegen auf. 2009 verließ sie die wiedervereinten „No Angels“ und tauchte ab. Einer ihrer ersten nennenswerten öffentlichen Auftritte seither war der Besuch der „Reminder’s Day“-Aidsgala im 2011, wo ihr der Preis zur Solidaritätsbekundung verliehen wurde. Seitdem ist Benaissa, die mit 16 schon Mutter einer Tochter wurde, als Solo-R&B- und Popsängerin gelegentlich für wohltätige Zwecke auf der Bühne zu sehen. 

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