Rassismus in der Modebranche

Iman ruft zum Boykott auf

Iman (58) war das erste farbige Supermodel der Welt und eine Wegbereiterin für ihre dunkelhäutigen Kolleginnen. Jetzt macht sie sich für diese wieder stark und fordert zum Protest gegen Marken auf, die Rassismus in der Modebranche fördern.

Die Fakten sprechen für sich: Laut „New York Post“ waren dieses Jahr im Februar bei der Fashion-Week im Big Apple so wenige schwarze Schönheiten wie noch nie auf dem Laufsteg zu sehen. Nur rund sechs Prozent der gebuchten Models waren dunkelhäutig. Noch im Jahr 2012 waren es 8,2 Prozent. 

Ex-Supermodel und Geschäftsfrau Iman vermutet, dass Vorurteile unter Designern dahinter stecken. Seit sie ihre Karriere in den 1980er-Jahren startete, habe sich der Rassismus in der Branche wieder deutlich verschlimmert, so das Model zu vogue.uk. Jetzt sei es an der Zeit, alle Labels, die NICHT mit farbigen Models arbeiten, zu boykottieren.

„Etwas läuft hier total falsch. Wir haben einen schwarzen Präsidenten und eine schwarze First Lady. Man sollte meinen, dass sich etwas verändert hat. Dem ist aber nicht so. Im Gegenteil, wir entwickeln uns zurück“, so Iman.

Ihr Vorschlag: „Wir müssen etwas Radikales machen, so wie in den 60er-Jahren.“ Damals gingen zahlreiche Afro-Amerikaner auf die Straße, um gemeinsam für ihre Bürgerrechte zu kämpfen. Iman weiter: „Wenn man soziale Netzwerke mit einbezieht, wird es den Firmen wirklich richtig wehtun. Dann werden sie den Aufruhr spüren.“

Vor allem, wenn sich dem Boykott bekannte und beliebte Models wie Joan Smalls – sie ist derzeit auf Platz Eins im Erfolgs-Ranking von models.com – anschließen würden, würde das in der Modewelt tatsächlich einiges bewirken. Erste Konsequenzen könnten wir dann vielleicht schon bei der kommenden New York Fashion Week im September sehen.

Von Iman bis Joan Smalls: Die erfolgreichsten schwarzen Models aller Zeiten – in der Bildergalerie.