Modegenius Madonna

Die „Queen of Pop“ in Venedig

Madonna (53) ist in Venedig. Die „Queen of Pop“ gastiert bei den internationalen Filmfestspielen in einer eher ungewohnten Rolle: Sie stellt ihren Film „W.E.“ vor. Egal ob Film oder Musik – für eines bleibt uns Madonna immer im Gedächtnis: als Meisterin der Maskerade und Verwandlung.

Mit Spannung erwarten Filmkritiker und Festivalbesucher was Madonna wieder ausgeheckt hat. Am Donnerstagabend (1. September) feiert ihr neuer Film „W.E.“ (Wallis und Edward) beim Filmfestival in Venedig|_top Premiere, allerdings nicht im Kampf um den Goldenen Löwen, sondern außer Konkurrenz.

Das Drama erzählt die Geschichte des englischen Königs Edward VIII., der aus Liebe zu der geschiedenen US-Amerikanerin Wallis Simpson auf den Thron verzichtete – im damaligen England ein Affront. 

Skandale gab es in Madonnas Karriere ebenfalls genug. Wir erinnern uns an die Verführung des Heiligen im Video von „Like a Prayer“, an die Gaultier-Korsage mit superspitzen Kegel-Brüsten, frivole Gesten wie ihr Buch „Sex“ und den Kuss mit Britney Spears bei den MTV Video Music Awards 2003.

In mehr als 20 Jahren Showgeschäft schlüpfte das Ur-Material Girl in unzählige Rollen. Erst Rockergöre und punkig in Netzstrümpfen, dann Marilyn Monroe und Evita Peron. Ein kurzer Abstecher ins Asiatische und Spirituelle („Ray of Light“), über das Cowgirl („Music“) – ach ja, und die Aerobic-Queen („Confessions on a Dance Floor“) nicht zu vergessen. 

Keine Frage, Madonna hat die Modewelt geprägt und beherrscht wie kein anderer Popstar. Aber als Regisseurin tritt sie noch nicht ganz so selbstbewusst auf, wie als Musikerin und Verwandlungskünstlerin. Für „W.E“ könnte Madonna erneut Häme drohen. Schließlich war ihr Regiedebüt „Filth and Wisdom“ mit Kritik verspottet worden.

Bei ihrer Ankunft in Venedig legte Madonna|_top schon mal einen oscarreifen Auftritt hin: Angeblich soll sie in fünf verschiedenen Luxushotels der Lagunenstadt jeweils eine Suite reserviert haben, um über ihren wahren Aufenthaltsort Verwirrung zu stiften. Und bei Managern und Hotel-Angestellten hatte sie mit Sonderwünschen fieberhafte Aktivität ausgelöst. Wie die römische Tageszeitung „ Repubblica“ berichtete, soll Madonna überall die Einrichtung eines privaten Fitness-Raums und Badezimmers mit Milchbädern verlangt haben.