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Bei Experten nachgefragt

Haare nur mit Conditioner waschen – was macht das mit der Mähne?

Frau mit Kamm im nassen Haar
Kein Der Trend hält schon länger an: Haare nur mit einem Conditioner waschenFoto: Getty Images

Sich die Haare nur mit Conditioner waschen und auf Shampoo komplett verzichten – ein Trend, der auch hierzulande immer mehr Fans findet. Doch was bringt das wirklich? STYLEBOOK fragte bei zwei Experten nach, ob diese Art der Haarwäsche Kopfhaut und Haar wirklich dauerhaft hilft.

Gewöhnlich geht die Reihenfolge so: Erst die Haare mit Shampoo waschen, danach trägt man Haarspülung auf, lässt sie kurz einwirken und spült danach gründlich aus. Aber muss das wirklich so oder kann man sich die Haare auch einfach nur mit Conditioner waschen und auf das Shampoo komplett verzichten? Tatsächlich gibt es nicht wenige Frauen, die darauf schwören, lediglich Spülung bei der Haarpflege zu verwenden. Was das bringt oder ob es Kopfhaut und Haaren doch eher schadet, erklären zwei Dermatologen gegenüber STYLEBOOK.

Haare nur mit Conditioner waschen – was raten die Experten?

Timm Golüke, Dermatologe aus München, glaubt, dass man nicht viel falsch macht, wenn man sich die Haare ausschließlich mit einem Conditioner wäscht: „Gerade bei elektrisch aufgeladenem Haar sind eine Haarspülung oder ein Conditioner sinnvoll – vor allem optisch, weil so das Keratin in der Haarstruktur gebändigt wird und die Haare nach der Wäsche nicht abstehen.“

Einschränkend gibt Golüke aber zu bedenken, dass durch die Verwendung eines Conditioners nur die äußere Struktur der Haare in Schach gehalten wird. Die Mittel glätten gewellte und gestresste Haare von außen, gehen aber nicht – wie es so manche Werbung verspricht –  in die tieferen Strukturen hinein und reparieren diese gar. Mit anderen Worten: Der schnelle Effekt ist gegeben, der natürliche Abbauprozess wird auf diese Weise jedoch nicht aufgehalten.

Tenside in Shampoo und Conditioner trocknen Haare schnell aus

Ähnlicher Ansicht ist auch Yael Adler, Dermatologin und Buchautorin aus Berlin: „Beim Waschen nur mit Conditioner verzichtet man auf die austrocknenden Waschsubstanzen, also auf die Tenside. Man arbeitet nur mit Wasser als Reinigungsmittel, denn Staub, Schuppen und Schweiß gehen ja auch so weg – ohne, dass man die schützende Fettschicht entfernt.“

Gleichzeitig bringe der Conditioner laut Adler zusätzliche Pflegesubstanzen in die Haare. „Das hilft, dass sich Locken schön gruppieren und nicht so ausgetrocknet und schaumig aussehen.“ Ein Fakt, der bei den in Shampoos enthaltenen Tensiden eher nicht der Fall sei.

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Bei trockenen Haarspitzen auf Silikone und Alkohole verzichten

Alkohole sind ein Bestandteil vieler Haarspülungen. Das Problem: Die Zusätze trocknen das Haar zusätzlich aus. Yael Adler rät, bei empfindlichem Haar sowohl auf Produkte mit Alkoholen als auch auf beschwerende Silikone zu verzichten. „Shea Butter oder Kokosöl, Aloe Vera, Pflanzenstoffe – das sind die wirksameren Bestandteile in einem sanften Conditioner. Für trockene Haarspitzen sind Kokosöl oder Shea Butter geeignet.“

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Gefahren durch Spülungen aus dem Internet

Timm Golüke hat noch einen Rat an alle, die sich aus dem Internet Conditioner mit vermeintlicher Wunderwirkung bestellen. „Öle und Haarkuren fürs Haar bitte nur mit vertrauenswürdigem Zertifikat anwenden. Hier könnten empfindliche Stellen an der Kopfhaut eher leiden, wenn die Kuren nicht das halten, was sie versprechen. Online-Produkte sollte man deswegen zuerst behutsam an einer kleinen Stelle ausprobieren.“