Elbphilharmonie wird zum Modetempel

Karl Lagerfeld lässt Chanel-Show in Hamburg strahlen

Elbphilharmonie in Hamburg
Die Elbphilharmonie in Hamburg bot die Kulisse für die Chanel-Show
Foto: dpa picture alliance

Keine Deko, hochkarätige Promis und ein Kammerorchester – Mehr brauchte es diesmal nicht für Karl Lagerfeld (84), um seine neue Kollektion für Chanel zu präsentieren. Die Elbphilharmonie in seiner Geburtsstadt Hamburg reichte völlig aus. Und seine Topstars waren ohnehin am Start: Kaia Gerber (16), Kristen Stewart (27) und Patensohn Hudson Kroenig (9).

Er bleibt ein Hamburger Jung. „Hamburg gehört zu meinen Farben, die mich zu dem gemacht haben, was ich bin“, sagte Karl Lagerfeld. Den Namen der Hansestadt spricht der seit Jahrzehnten in Paris lebende Designer immer noch aus, wie das an der Waterkant üblich ist: „Hamburch“. „Die Idee mit der Elbphilharmonie kam schon, als ich das Ding zum ersten Mal gesehen habe. Als ich die Baustelle und die Pläne gesehen habe. Wissen Sie, Berlin für Chanel ist nicht das Ideale. Und ich bin nun einmal Hamburger“, erklärte er der Deutschen Presse-Agentur.

Karl Lagerfeld und Hudson Kroenig

Karl Lagerfeld schritt zum Schluss der Chanel-Show mit seinem Patensohn Hudson Kroenig durch den Saal
Foto: Getty Images

So sehen die neuen Chanel-Styles aus

Und so huldigte er mit dieser – im Zeichen der Handwerkskunst der Ateliers stehenden – „Métiers d’Art-Kollektion“ der Hansestadt und ihrem spektakulären Gebäude. Hans Albers ließ grüßen, auch bei den Entwürfen, die zunächst den Hafen beschworen. Die Models trugen Kapitäns-Look.

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Die Männer-Models wirkten diesmal wie erfahrene Seebären in ihren Zopfstrickvarianten des dunkelblauen Troyers, dem Wind- und Wetterpullover des Nordens. Die Frauen trugen dazu hochhackige Schuhe, Strickleggings und coole Seemanns-Rucksäcke. Doch es gab auch die diskrete bourgeoise Eleganz der Hanseatinnen mit feinen Tweedkostümen, mit breitem Matrosenkragen und gerne in britischen Karos. Oder als superelegante Smokings mit Culotte-Hosen und zarte schwarze Tüllkleider. Daneben ein Schuss Herbertstraße mit „leichten Mädchen“ in kurzen Röckchen und etwas Glitzer.

Anna Ewers läuft für Chanel

Anna Ewers war eins der Models für die „Metiers d’Art“-Kollektion
Foto: dpa picture alliance

Kaia Gerber

Cindy Crawfords Tochter Kaia Gerber gehörte zu Lagerfelds Star-Models
Foto: dpa picture alliance

Lagerfelds Hommage an Hamburg

Es war das erste Mal, dass der Große Saal des Konzerthauses als Laufsteg genutzt wurde – eine besondere Premiere also. Die „Métiers d’Art“ sind eine sogenannte „Zwischenkollektion“. Sie werden jenseits der Fashion Weeks an besonderen Orten in Szene gesetzt. Vor drei Jahren etwa zog es Lagerfeld ins Salzburger Schloss Leopoldskron. In Hamburg bestand die Schwierigkeit vor allem im zeitlichen Ablauf. „Es ist nicht so schwierig, in einem Konzertsaal zu arbeiten“, sagte Bruno Pavlovsky, Global President des Modebereichs bei Chanel. „Herausfordernd ist hier vor allem die Planung um den Konzertbetrieb herum.“ Der sollte schon am Tag danach wieder normal laufen.

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Am Mittwoch jedoch fand noch nicht einmal im Kleinen Saal ein Konzert statt. Ursprünglich sollte dort ein Barockorchester spielen, doch dies wurde auf den 23. Dezember verschoben. Und sogar das Parkhaus war für „normale Gäste“ wegen Chanel gesperrt worden. Hamburg schien in einem regelrechten „Karl-Fieber“. Schaulustige warteten in Menschentrauben vor der „Elphi“, um einen Blick auf die prominenten Gäste zu erhaschen. Die fuhren allerdings in abgedunkelten Limousinen direkt in das Gebäude. Unter ihnen waren auch Oscar-Preisträgerin Tilda Swinton (57) oder das frühere Supermodel Tatjana Patitz (51) und Lily-Rose Depp (18).

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#chanelinhamburg

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Am Ende hatte sich der ganze Aufwand gelohnt. Karl, die Mannequins und das Orchester wurden gefeiert. Und Lagerfelds neunjähriger Patensohn Hudson Kroenig, der bei der Schau als Model mitlief, rief: „It was fun“. Es war ein großer Spaß. Doch bei aller Liebe zu seiner Geburtsstadt konnte sich Lagerfeld dann doch eine kleine Spitze über die Hamburger Kaufleute nicht verkneifen: „Ich kann die Pfeffersäcke verstehen. Im Grunde bin ich auch ein Pfeffersack. Nur bin ich nicht geizig.“

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